veröffentlicht von: Anna Nilsson, ( aktualisiert 15.12.2014 ) Medizinische Kontrolle von: Lea Schnurbus.

Gürtelrose (Herpes Zoster)

Im Fachportal zur Gürtelrose (Herpes Zoster), finden Sie geprüfte medizinische und allgemeine Informationen zum Krankheitsbild. Wir informieren Sie als Betroffenen zur Entstehung der Viruserkrankung, zu den Ursachen und Symptomen, sowie zu den Komplikationen und Möglichkeiten der Behandlung dieses Erkrankung.


Hinweise zur Erkrankung:

Das Krankheitsbild der Viruserkrankung Herpes-Zoster im Überblick:

Beschreibung der Gürtelrose

medizinische Kontrolle: L. Schnurbus.

Die Viruserkrankung Gürtelrose bezeichnen Mediziner in ihrer Fachsprache als Herpes Zoster. Sie gilt als Zweitmanifestation des Varizella-Zoster-Virus, der zu der Gruppe der Herpesviren gehört. Zum Entstehen der Erkrankung bedarf es einer Erstinfektion mit Varizella-Zoster-Viren, diese findet gewöhnlich im Kindesalter statt und ruft die Windpocken hervor.

Eine gewisse Anzahl der Viren verbleibt nach dem Abheilen der Windpocken im Nervensystem.

Der als Virus-Persistenz bezeichnete Vorgang betrifft vor allem den sogenannten Trigeminus-Ganglion und die Spinalganglien. Ein geschwächtes Immunsystem und andere Faktoren begünstigen eine Reaktivierung des Virus und damit den Herpes zoster. Diese geht mit Schmerzen und einem gürtelförmigen Ausschlag einher, welcher der Krankheit ihren Namen gab.

Grafik der Haut nd Ganglien

 

 

Formen der Erkrankung

Welches Hautareal Herpes zoster betrifft, ist nicht vorhersehbar. Es existieren jedoch Häufungen. Prinzipiell kommt jedes von einer sensiblen Nervenwurzel versorgte Hautareal (Dermatom) in Betracht. Möglich sind die Erscheinungen der Gürtelrose

  • in der Kniekehle
    Diese Form des Herpes zoster tritt selten auf. Der Name der Erkrankung trifft hier nicht zu, weil die Nervenbahnen in diesem Bereich nicht gürtelförmig verlaufen.
  • am Bein
    Das Auftreten am Bein tritt in der Regel aufgrund der dort verlaufenden Rückenmarksnerven an den Oberschenkeln auf.
  • am Rücken
    Der Ausschlag befindet sich bei dieser Form des Herpes zoster in der Nähe des Rückenmarks und der Nervenbahnen. Der Ausschlag brennt stark aufgrund der empfindlichen Nierengegend und der anhaltenden Nervenüberreizung.
  • im Brustbereich
    Die Gürtelrose im Brustbereich ist mit über 50 Prozent weit verbreitet. Der Ausschlag beginnt am Rücken und zieht sich ähnlich einem Gürtel über den Brustkorb des Betroffenen.
  • am Hals
    Herpes zoster am Hals bedarf aufgrund der Gefahr von Komplikationen besonderer Aufmerksamkeit und erfordert wie die Kopfrose zwingend einen Besuch beim Arzt.
  • am Kopf (Kopfrose)
    Fachleute unterscheiden bei der Kopfrose zwischen einer Streptokokken-Infektion am Kopf und einer Gürtelrose am Kopf. Verschleppt der Betroffene die durch die Gürtelrose bedingte Kopfrose, sind schwere Folgeschäden möglich.

Diese und weitere Formen des Herpes zoster finden Sie im Rahmen der möglichen Komplikationen hier auf der Startseite und ausführlicher in der entsprechenden Kategorie näher beschrieben.

Fehlen die für die Gürtelrose typischen Erscheinungen auf der Haut vollständig, handelt es sich um den “Zoster sine herpete” (Gürtelrose ohne Symptome). Betreffen die dem Hautausschlag vorausgehenden Schmerzen den Patienten länger als mehrere Tage, leidet er unter einer präherpetischen Zosterneuralgie.

 

Der Erreger des Herpes zoster

Der Virus-Erreger der Gürtelrose entspricht dem der Windpocken. Er trägt die Bezeichnung Varizella-Zoster-Virus, abgekürzt VZV. Fachmediziner bezeichnen ihn als Humanes Herpes-Virus-3. Es ist das dritte der acht Herpesviren, die Krankheiten bei Wirbeltieren und beim Menschen hervorrufen.

 

Ursachen

Die nach einer Windpocken-Erkrankung im Körper verbliebenen Erreger (Varizellen) gelten als ursächlich für eine Gürtelrosen-Erkrankung. Zu den bekannten Risikofaktoren, die zu einer Reaktivierung der im Körper schlummernden Varizella-Zoster-Viren führen, gehören das Alter der Personen und ein geschwächtes Immunsystem. Letzteres ruft verschiedene Erkrankungen hervor. Zu ihnen gehören angeborene sowie erworbene Immundefekte, verursacht durch:

  • Krebs
    Krebs schwächt das Immunsystem.
  • Chemotherapie
    Die Chemotherapie erfolgt durch Medikamente mit zellzerstörender Wirkung. Neben den Krebszellen vernichten sie gesunde Zellen, wie die des Immunsystems.
  • AIDS
    Bei dieser Immunschwäche-Erkrankung zerstört das HI-Virus sogenannte T-Zellen, die zu denen des Immunsystems zählen.
  • Medikamente
    Einige Erkrankungen erfordern es, das Immunsystem zu dämpfen. Dies geschieht durch sogenannte Immunsuppressiva, zu denen die bei Rheuma angewandten TNF-Blocker zählen.
  • oder andere Infekte
    Infekte verschiedener Art begünstigen eine Gürtelrose, indem sie die Körperabwehr in Mitleidenschaft ziehen.

Vorsicht geboten ist beim Sonnenbad. UV-Strahlung in hohen Dosen verstärkt die Gefahr eines Sonnenbrandes und die, an einer Gürtelrose zu erkranken. In der Regel geschieht die Reaktivierung des Herpes-Zoster Virus in Verbindung mit der Immunschwäche erst Jahrzehnte nach der Erstinfektion.

 

 

 

Das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken, steigt mit dem Alter. Insgesamt betrifft der Ausbruch der Krankheit ein Viertel aller Personen, die den Herpes-Zoster-Virus in sich tragen. Unter 50-Jährige brauchen sich nicht davor zu fürchten, denn in diesem Alter tritt die Gürtelrose selten auf.

 

Übertragung des Varizella-Zoster-Virus

Ansteckung mit Windpocken

Die Übertragung des Varizella-Zoster-Virus erfolgt bei der Erstansteckung aerogen sowie durch Tröpfcheninfektion. Die Gefahr der Übertragung über den Luftweg besteht fast überall – auf der Straße, beim gemeinsamen Spiel, im Bus oder im Kindergarten. Niesen, Husten und auch der direkte Kontakt mit dem Speichel der infizierten Person oder mit dem Flüssigkeitsinhalt der Bläschen führt zu einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus und damit zu den Windpocken.

Die Ansteckungsgefahr bei den Windpocken beginnt wenige Tage, bevor der Ausschlag auftritt. Sie dauert nach Sichtbarwerden der Bläschen sieben bis zehn Tage an. Die Gefahr der Krankheits-Übertragung an eine andere Person endet erst, wenn die Bläschen keine Flüssigkeit mehr enthalten.

Ansteckung mit Gürtelrose

Die Ansteckung bei Gürtelrose erfolgt durch den Kontakt mit dem Bläscheninhalt (Schmierinfektion). Sie führt als Erstinfektion zu Windpocken. Eine aerogene Übertragung oder die durch Tröpfcheninfektion ist nicht möglich. Die Ansteckungsgefahr besteht, solange der Betroffene gefüllte Hautbläschen aufweist.

 

Inkubationszeit

Als Inkubationszeit bezeichnen medizinische Fachleute den Zeitraum nach dem Kontakt mit einen Erreger und dem der ersten Symptomatik der Erkrankung. Daher sprechen sie nur bei der Erstmanifestation “Windpocken” von der Inkubationszeit. Sie dauert bei der Ersterkrankung 14 bis 16 Tage. Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine Reaktivierung der in den Nerven persistierenden Herpes-Zoster-Viren und somit um eine Zweitmanifestation.

Ob oder wann die Herpes-Zoster-Erkrankung auftritt, weiß niemand zu sagen. Die Zeit zwischen der Erstinfektion und der Reaktivierung der Viren bezeichnen Mediziner als Latenzzeit. Sie ist individuell verschieden und dauert bei immunkompetenten Personen ein Leben lang.

 

Symptomatik der Gürtelrose

Die Symptomatik beginnt mit dem drei bis fünf Tage andauernden Prodromalstadium. Sie kennzeichnet das Nichtvorhandensein spezifischer Symptome. Stattdessen machen allgemeine Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie Parästhesien (Missempfindungen) und Fieber [subfebrile Temperatur (37,1 °C bis 37,9 °C rektal gemessen) bis leichtes Fieber (febril – 38,0 °C bis 38,5 °C)] auf die kommende Erkrankung aufmerksam.

Weiter geht es mit zoster-assoziierten Schmerzen, bei denen es sich um neuropathische Schmerzen wie Brennen oder Stechen handelt. Als charakteristisches Merkmal der Gürtelrose gilt der gewöhnlich einseitig auftretende als Zoster bezeichnete Hautausschlag.

Ungefähr 50 Prozent der Lokalisation liegen im Rumpfbereich, wo die Nerven von der Wirbelsäule (von hinten) gürtelförmig um den Oberkörper (nach vorne) verlaufen. Der Zoster beginnt mit einer Rötung und endet mit gruppierten flüssigkeits-gefüllten Bläschen, die sich zunächst eintrüben und anschließend aufplatzen. Als Folge bilden sich Krusten. Der Herpes zoster endet in der Regel mit dem Abfallen derselben.

 

Die Bläschen (Vesiculae) und deren Verkrustung

Als Bläschen bezeichnen Mediziner die Ansammlungen von Flüssigkeit in den oberflächlichen Gewebs-Spalten der Haut. Histologisch und klinisch betrachtet bezeichnet eine Blase die Schicht oberhalb der Spaltbildung (Blasendach).

Der Blaseninhalt ist die Flüssigkeit in der Spaltbildung, der Blasengrund die Schicht unterhalb der Spaltbildung. Reißt das Dach der Blase, entleert sich diese. Es bildet sich eine Erosion. Der Inhalt der Blase und das nachfolgende Sekret trocknen ein. Eine Kruste entsteht. Diese kennzeichnet, histologisch betrachtet, ein Fribrin-Netz mit eingelagerten Entzündungszellen.

Mechanische Irritationen oder Superinfektionen führen zu Verletzungen von Blutgefäßen in der Haut. Es kommt zum Blutaustritt, wodurch sich eine hämorrhagische (blutige) Kruste bildet.

 

Arztbesuch bei Verdacht auf Gürtelrose erforderlich

Der Herpes zoster erfordert die sofortige Behandlung durch einen Arzt, da Komplikationen nicht auszuschließen sind. Der Betroffene reagiert entsprechend, wenn er aufgrund von Symptomen eine Gürtelrose vermutet. Zum Krankheitsbild passende Hautveränderungen führen ihn direkt zum Mediziner. Des Weiteren erfordern auftretende Lähmungserscheinungen sowie Beschwerden in Augennähe einen sofortigen Arztbesuch.

 

Diagnostische Verfahren zur Erkennung der Gürtelrose

  • Diagnose der Erkrankung bei voller Ausprägung
    Eine voll ausgeprägte Gürtelrose diagnostiziert der Arzt aufgrund der charakteristischen Symptome, dem Aussehen und dem bisherigen Verlauf mit bloßem Auge.
  • Diagnose im Anfangsstadium
    Die Diagnose im Anfangsstadium der Gürtelrose fällt dem Arzt mit bloßem Auge schwer. Um die Erkrankung sicher nachzuweisen und von anderen Erkrankungen abzugrenzen, bedarf es bestimmter Tests. Zu diesen gehören welche, die den Varizella-Zoster-Virus direkt oder indirekt nachweisen:
  • VZV-Nukleinsäurenachweis durch PCR (direkter Virusnachweis)
    PCR bedeutet Polymerase Kettenreaktion. Der Arzt setzt diese Art des Nachweises ein, sobald er eine Gürtelrose vermutet, die Kennzeichen dafür jedoch nicht eindeutig sind beziehungsweise nur in geschwächter Form vorliegen. Während des Tests vervielfältigt der Mediziner die Erbsubstanz DNA in vitro mit der Hilfe des Enzyms DNA-Polymerase. Die Tatsache dass die Produkte vorheriger Zyklen, die Ausgangsstoffe für die nachfolgenden Zyklen bilden, macht eine exponentielle Vervielfältigung möglich. Diesen Vorgang beschreibt der Begriff “Kettenreaktion”.
  • Immunfluoreszenz-Test (direkter Virusnachweis mittels Zellkulturen)
    Der Erregernachweis geschieht durch Isolierung des Virus mithilfe von Zellkulturen. Als Untersuchungsmaterial dienen Liquor, EDTA-Blut (mit einem Gerinnungshemmer behandeltes Blut), durch bronchoalveoläre Lavage gewonnenes Material (zum Beispiel Schleim) sowie Bläschenflüssigkeit. Der Nachteil des IF-Tests: Er ist aufwendig, wenig sensitiv und langwierig.
  • Antikörpernachweis mittels serologischer Verfahren (indirekter Virusnachweis)
    Zum Nachweis spezifischer Antikörper verwendet der Mediziner die Verfahren ELISA und IFAT. Als Untersuchungsmaterial dient ihm Serum. Im Fall meningo-enzephalitischer Verlaufsformen (kombinierte Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns) verwendet er die als Liquor bezeichnete Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit des Patienten. Eine hohe Aussagekraft besitzen beim Herpes zoster die spezifischen IgA-Antikörper. Die IgM-Antikörper fehlen unter Umständen.

 

Die schulmedizinische Behandlung der Gürtelrose

Eine frühzeitige Behandlung der Gürtelrose durch einen Arzt begrenzt die Ausdehnung der Hautveränderungen und verhindert möglicherweise chronische Komplikationen. Mediziner unterscheiden zwischen:

  • der symptomatischen Therapie,
  • der antiviralen Therapie
    und
  • der zusätzlichen Therapie

Die symptomatische Therapie erfolgt lokal und abhängig vom Stadium des Exanthems mit antiseptischen und austrocknenden oder die Krusten lösenden Salben ( Zinksalbe) oder Tinkturen. Die Vioform-Zinkschüttelmixtur und die Lotio alba besitzen beispielsweise eine austrocknende Wirkung. Im Bläschenstadium erweisen sich feuchte Umschläge als wirksam.

Die starken Schmerzen der Betroffenen behandelt der Mediziner mit schwachen Opioiden wie Tramadol. Diese kombiniert er mit Co-Analgetika wie Amitriptylin (Antidepressivum) oder Carbamazepin, einem Anti-Epileptikum.

Um die Vermehrung der Viren zu verhindern, verschreibt der Arzt Virostatika. Beispiele dafür sind Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir und Brivudin. Von Bedeutung zeigt sich eine frühzeitige Therapie bestenfalls innerhalb der ersten zwei bis drei Tage, nachdem sich die ersten Symptome zeigten. Diejenige mit Virostatika erfolgt oral oder intravenös.

Kortikosteroide wie Cortisol wirken entzündungshemmend. Diese behindern jedoch die Bekämpfung der Gürtelrose durch das Immunsystem. Die Therapie mit Kortikosteroiden erfolgt nie allein, sondern in Verbindung mit einer antiviralen Therapie.

 

Die Therapie der Post-Zoster-Neuralgie

Die Therapie der Post-Zoster-Neuralgie entspricht in der Regel der WHO-Stufentherapie bei Schmerzen. Die leichten Schmerzen bekämpft der Arzt mit gängigen Analgetika wie Ibuprofen und Paracetamol. Stärkere Nervenschmerzen behandelt er mit Opioiden wie Tramadol und Codein. Bei sehr starken Schmerzen kommen orales Morphin und Buprenorphin zum Einsatz. Diese gehören zu den stark wirksamen Opioiden. Bei Bedarf kombiniert er die Schmerzmittel mit Co-Analgetika.

 

Alternative Behandlungs-Methoden bei Gürtelrose

Zusätzlich zu den schulmedizinischen Behandlungsmethoden fördern alternative Behandlungsmethoden die Heilung. Vor allem lindern Akupunktur, Elektrotherapie, Naturheilverfahren und Homöopathie die Symptome der Gürtelrose.

Die Akupunktur beugt einem chronischen Schmerzverlauf vor. Die Ultraschall-Therapie hat eine ebensolche Wirkung. Sie senkt das Risiko, an den bleibenden Nervenschmerzen einer Post-Zoster-Neuralgie zu erkranken. Eine Behandlung mit Kurz- und Mikrowelle unterstützt die Abheilung der Gürtelrose-Bläschen und lindert die Schmerzen der Erkrankung.

Neben der gewöhnlichen direkten Schmerzbekämpfung empfehlen Naturheilkundige eine indirekte Schmerz-Behandlung durch das Ausleiten der abgestorbenen Viren (Entzündungs-Toxine). Diese führen zu einer Blockade bei der Wiederherstellung der Nerven und zu anhaltenden Komplikationen im Heilungsverlauf der Gürtelrose.

Die Therapie unterschiedlicher Krankheiten mithilfe von Blutegel durchzuführen, hat eine tausendjährige Tradition und gehört zu den bekanntesten Naturheilverfahren. Bei der Behandlung von Herpes zoster nimmt die Blutegel-Therapie einen hohen Stellenwert ein. Sie führt unterstützend zu den konventionellen Behandlungsmethoden zu einem günstigen leichteren Krankheitsverlauf. Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Blutegel-Therapie bei einer Gürtelrose. Wir beantworten die Fragen zur Durchführung und den Wirksamkeiten beim Einsatz von Blutegeln.

 

Phytotherapie

Die Phytotherapie (Heilkunde mit Pflanzen) hält unterschiedliche Mittel zur Therapie bei Gürtelrose bereit.

  • Das Johanniskraut lindert Schmerzen und wirkt stimmungsaufhellend.
  • Die Urtinktur der Ringelblume (Calendula Urtinktur) dient der äußeren Behandlung des Hautausschlages.
  • Der Sonnenhut (Echinacea purpurea) verhindert nach Erkenntnissen naturkundlicher Experten das Eindringen der Viren in die Zellen. Des Weiteren stärkt er auf seelischer Ebene die Abwehrkräfte.
  • Gegen den starken Juckreiz helfen in Apfelessig getränkte Verbände.
  • In der Abheilphase bewähren sich lauwarme Umschläge mit Eichenrinde oder Hamamelis (Zaubernuss). Diese beugen bakteriellen Infektionen vor und unterstützen die Wundheilung.
  • Aromatherapie
    Verdünnte Kamille-Lösungen fördern durch ein mehrmaliges Auftragen auf den gürtelartigen Ausschlag das Abheilen desselben. Wundheilungs-fördernd, antiviral, antibakteriell und schmerzlindernd wirken zudem Teebaumöl, Lavendel, Rose und die Rosengeranie. Ätherisches Pfefferminzöl gilt als schmerzstillend und kühlend.
  • Homöopathie
    Arsenicum album zeigt eine gute Wirkung. Es unterstützt das Abheilen der Bläschen. Andere homöopathische Mittel erhält der an einer Gürtelrose Erkrankte in der Apotheke. Sie gleichen denen der Herpes-Behandlung. Weiterlesen: Homöopathische Therapie bei Gürtelrose

 

Dauer der Erkrankung

Die Dauer der Gürtelrose ist individuell verschieden. Sie hängt von der Stärke des Immunsystems (Immunkompetenz) zur Zeit der Erkrankung und vom Alter ab. Der Verdacht auf Herpes-Zoster fordert vom Patienten, sich umgehend dem Arzt vorzustellen. Dadurch ermöglicht er eine frühzeitige Behandlung und beugt schweren Komplikationen vor.

 

Komplikationen bei Herpes Zoster

Abhängig vom befallenen Hautsegment treten bei der Gürtelrose-Erkrankung insbesondere bei einem zu späten Arztbesuch möglicherweise Komplikationen auf. Diese betreffen mehr als 20 Prozent der erkrankten Personen.

Befällt die Gürtelrose das Gesicht (Gesichtsrose) besteht die Gefahr, dass diese auch die Augen betrifft. Der sogenannte Zoster ophthalmicus geht häufig mit einer Hornhautschädigung einher. Diese bewirkt schlechteres Sehen (Visusminderung) und birgt die Gefahr der vollständigen Erblindung. Ebenso gefährlich erweist sich eine Schädigung des Ohres (Zoster oticus). Bei 60 Prozent der Patienten kommt es zu einer Lähmung des Gesichtes (Fazialisparese), des Weiteren zu Gleichgewichts-Störungen und Geschmacks-Störungen.

Seltener und überwiegend bei immungeschwächten Personen kommt es zu einer Zoster-Meningitis, einer Entzündung der Hirnhaut. Manchmal erkranken Personen mit Gürtelrose an einer Entzündung des Hirngewebes (Zoster-Enzephalitis) sowie einer Zoster Myelitis. Letztere bezeichnet eine Entzündung des Rückenmarks. Ebenfalls als den Rücken betreffende Komplikation bei Gürtelrose ist die Zoster-Radikulitis bekannt. Als symptomatisch zeigen sich Taubheitsgefühle, Rückenschmerzen und kribbelnde Gliedmaßen. Hin und wieder fehlen dem Patienten die Motorik und diverse Reflexe.

Zu den bekanntesten und häufigsten Komplikationen zählt die Post-Zoster-Neuralgie. Diese kennzeichnen starke Nervenschmerzen. Patienten beschreiben sie als brennend und unerträglich. Besonders gefährdet für die Neuralgie infolge der Gürtelrose sind Menschen fortgeschrittenen Alters. Sie betrifft jeden zweiten Patienten dieser Gruppe und insgesamt dreißig Prozent der an Gürtelrose erkrankten Menschen. Zur Linderung der Beschwerden kommen verschiedene Schmerztherapien infrage. Weitere Hilfe zur Post-Zoster-Neuralgie und Informationen zu den Symptomen finden Sie hier: Neuralgie

Ein Typ der Gürtelrose ist der Zoster disseminatus. Dieser beschreibt eine Infektion des Blutes mit Herpesviren und betrifft ein bis zwei Prozent der immunkompetenten Patienten. Bei dieser Form der Gürtelrose-Erkrankung sind mehr als 25 Hautbläschen charakteristisch. Komplikationen gibt es durch einen möglichen Befall der inneren Organe.

Den Windpocken ähnlich erscheinen die Bläschen beim Herpes-Zoster-Typ (Zoster generalisatus) am ganzen Körper. Die Herpesinfektion des gesamten Nervensystems und der inneren Organe befällt immunschwache Personen. Sie gilt als die gefährlichste der Herpes-Erkrankungen. Unbehandelt führt sie zum Tod.

 

Weitere Zosterformen

In der Regel präsentiert sich die Gürtelrose mit gedellten Bläschen, die eine wasserklare Flüssigkeit enthalten. Die Krusten sind gewöhnlich serös. Als Komplikation zeigt sich der sogenannte Herpes zoster haemorrhagicus, bei dem die oberflächlichen Kapillaren der Dermis (Haut) arrosieren.

Der Inhalt der Bläschen sowie die späteren Krusten zeigen sich hämorrhagisch (blutig). Verläuft die Krankheit schwer, kommt es zu einer nekrotisierten Dermis. Bei der Nekrose trocknet abgestorbenes Gewebe aus und schrumpft. Sie liegt unterhalb des Hautniveaus und zeigt sich als braunschwarzes Areal. Im Gegensatz zur hämorrhagischen Kruste erscheint die Nekrose eingesunken. Es dauert einige Wochen bis zum Abstoßen derselben. Sichtbar ist nun eine hypo- oder hyperpigmentierte flache sowie eingesunkene Narbe. Der Herpes zoster necroticans weist auf eine Immundefizienz hin. Der Zoster gangraenosus bezeichnet einen nekrotischen Zerfall des Bläschengrundes.

 

Kardiovaskuläre Erkrankungen als Folge der Gürtelrose

Die Gürtelrose steigert das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben. Gefährdet, einem Schlaganfall zu erliegen, sind insbesondere diejenigen Personen, welche die Gürtelrose-Erkrankung in jungen Jahren durchmachten. Das Risiko eines Herzinfarktes, eines Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (Mini-Schlaganfall) steigt durch die Herpes-Zoster-Erkrankung um zehn bis 15 Prozent.

Experten-Interview:

Der Fachexperte Dr. med. Nikolaus Frühwein informiert uns in einem Kurz-Interview:

Dr. med. Nikolaus Frühwein, Facharzt für Allgemeinmedizin und Impfungen. Tropenarzt in MünchenFacharzt für Allgemeinmedizin und Impfungen, Tropenarzt in München.
Präsident der Bayerischen Gesellschaft Immun-, Tropenmedizin & Impfwesen.

 

1. Was sind Auslöser und Risikofaktoren?

Die eigentlichen Auslöser sind unbekannt. Es scheint sich um einen relativen Immunmangel zu handeln. Dies kann z.B. auch altersbedingt oder durch Stress oder Krankheit hervorgerufen werden.

2. Welche Altersgruppen und Geschlechter sind besonders gefährdet?

Die höhere Altersgruppe (Maximum bei etwa 70 Jahren) und Frauen sind überdurchschnittlich betroffen

3. Welche Medikamente werden zur Behandlung verabreicht?

Es gibt gut wirksame Virustatika (Mittel gegen die Vieren). Wichtig ist die Behandlung der Schmerzen.

4. Wie lange dauert die Erkrankung an?

Die Dauer und die Stärke der Verläufe variieren sehr stark. Häufig ist die Erkrankung nach 3-4 Wochen ausgeheilt, Schmerzen können aber oft über Monate anhalten.

5. Kann man mehrfach erkranken?

Eine mehrfache Erkrankung ist möglich. Das auslösende Virus ist das Windpockenvirus und das verbleibt lebenslang in den Nerven.

 

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Weitere Erkrankungen durch Herpesviren

Die Familie der Herpesviren ruft eine Vielzahl von Erkrankungen hervor. Zu ihnen gehören:

  • das Pfeiffersche Drüsenfieber
    Der EBV Virus (Epstein-Barr-Virus) ist ein bedeutender Vertreter der Herpesviren. Durch ihn wird das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) ausgelöst, das hauptsächlich bei Menschen unter dem 30. Lebensjahr auftritt. Die als “Kussfieber” bekannte Erkrankung äußert sich durch Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber sowie geröteten und grau belegten Mandeln und geschwollenen Lymphknoten.
  • Lippenherpes (Herpes labialis)
    Der auslösende Erreger des Lippenherpes ist der Herpes-Simplex-Virus des Typs 1. Infiziert ist mit ihm ein Großteil der Bevölkerung (über 95 Prozent). Nur bei ca. 10 Prozent der Personen brechen Erkrankungen wie Lippenherpes aus.
  • Genitalherpes
    Eine weitere häufige und zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen zählende Manifestation des Herpes-Simplex-Virus ist der Genitalherpes. Der Virus des Typs 2 ist hochansteckend. Er findet seinen Weg zum Partner durch Schmierinfektion und Haut-zu-Haut-Kontakt. Frauen besitzen ein größeres Infektionsrisiko als Männer. Gefährlich ist der Herpes genitalis für Schwangere. Er führt zu Fehl- und Frühgeburten. Die Infektion mit Genitalherpes bei Neugeborenen führt zu bleibenden Schädigungen des Kindes. Einen vollständigen Schutz vor Genitalherpes gibt es nicht.
  • Erkrankungen durch den Kaposi-Sarkom-Herpesvirus HHV 8
    Der HHV-8-Virus ist Beteiligter folgender Erkrankungen:
  • Kaposi-Sarkom (Krebserkrankung)
    Beim Kaposi-Sarkom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der meist auf der Haut auftritt. Er betrifft in der Regel Personen mit einer schweren Immunschwäche (AIDS-Patienten).
  • Formen der multizentrischen Castleman-Erkrankung (Morbus Castleman)
  • Lymphomen in serösen Höhlen

Die Erkrankungen betreffen überwiegend immunschwache Personen.

  • Dreitagefieber (Exanthema subitum, Roseola infantum)
    Auslöser des Dreitagefiebers ist der “Humane Herpesvirus 6 oder 7″. Die Krankheit befällt überwiegend Kleinkinder. Sie kennzeichnet ein drei Tage anhaltendes Fieber. Nach Abklingen desselben tritt kurzzeitig ein Hautausschlag auf.
  • Zytomegalie:
    Die durch den Zytomegalie-Virus (Humanes-Herpes-Virus 5) ausgelöste Erkrankung verläuft in der Regel unbemerkt oder mit kurzzeitigen der Grippe ähnlichen Beschwerden. Komplikationen treten bei Neugeborenen (Schwerhörigkeit oder Hirnschäden) oder abwehrgeschwächten Personen auf.

 

Erste Hilfe bei Gürtelrose

Die Behandlung der Infektion mit Herpes-Zoster Viren obliegt einem Arzt. Sie selbst können den Krankheitsverlauf durch verschiedene Maßnahmen positiv beeinflussen.

Körper:

  • Halten Sie in der akuten Phase Bettruhe bzw. schonen Sie Ihren Körper.
  • Kälte verschlimmert die Infektion und begünstigt die Ausbreitung der Viren.
  • Zusätzliches Vitamin B aus der Apotheke regt das Nervensystem an.
  • Benutzen Sie nur die durch den Arzt verordneten Salben.
  • Benutzen Sie während der Krankheit keine Parfüms, Cremes oder Seifen.

Immunsystem:

  • Stärken Sie das Immunsystem.
  • Vermeiden Sie den Konsum von Alkohol, Drogen oder Nikotin.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen nach dem Ampelprinzip.
  • Schlafen Sie ausreichend.

Seele:

  • 40 Prozent aller Herpes-Infektionen liegen psychosomatische Faktoren zugrunde.
  • Achten Sie auf einen ausgewogenen und gesunden Lebensstil.

 

weitere Themen zur Erkrankung:

Gürtelrose in der Schwangerschaft

Eine Gefahr durch Herpes-Zoster-Viren bei einer bestehenden Schwangerschaft besteht nur, wenn die werdende Mutter noch nicht an Windpocken erkrankt war. Betroffen sind vier Prozent der gebärfähigen Frauen.

Macht die Mutter im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft die Windpocken durch, führt dies unter Umständen beim Kind zum angeborenen Varizellen-Syndrom. Das Kind erleidet charakteristische Fehlbildungen der Gliedmaßen, des Gehirns, der Augen und der Haut. Die Gürtelrose als Zweitmanifestation stellt ein geringes Risiko dar, da sich im Blut der Mutter bereits Antikörper gegen den Erreger befinden und sie diese auf das ungeborene Kind überträgt.

 

Gürtelrose bei Kindern

Die Gürtelrose bei Kindern ist äußerst selten. Herpes zoster kommt beispielsweise bei immunsupprimierten Kindern vor. Anderenfalls infizierten sie sich intra-uterin (in der Gebärmutter liegend) oder in ihren ersten Lebensjahren mit Varizellen.

Eltern immunkompetenter Kinder rechnen mit einem leichten Verlauf, der eine antivirale Therapie unnötig macht. Indiziert ist eine antivirale Behandlung bei immunsupprimierten Kindern, die an Gürtelrose erkrankten. Bei ihnen verläuft der Herpes zoster schwer. Unter widrigen Umständen führt sie zum Tod.

 

 

Der Videobeitrag zur Viruserkrankung

Das “Journal zur Gesundheit” informiert Sie hier in einem Kurzfilm über die Erkrankung:

 

Wann müssen Sie als Betroffener zum Arzt?

Bei Verdacht auf Gürtelrose und den ersten Anzeichen müssen Sie sofort zum Arzt! Besonders wenn Stellen im Gesicht betroffen sind – sofort zum Augenarzt!

Die Erkrankung durch den Varicella-Zoster-Virus nimmt in den meisten Fällen einen leichten Verlauf, im Durchschnitt heilt die Erkrankung nach 3-4 Wochen vollkommen aus.

Ein Risiko besteht bei Schwangeren, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Wenn Sie erste Anzeichen einer Gürtelrose bemerken oder eine Gürtelrose vermuten, gehen Sie so schnell wie möglich zu Ihrem Hausarzt um die Symptome abklären zu lassen.

Wichtig: Die Behandlung der Gürtelrose  muss so schnell wie möglich beginnen, um so eher die Therapie eingeleitet wird, desto höher ist die Möglichkeit einer schnellen Heilung.

 

Literatur und Quellen

Innere Medizin 2011 Gerd Herold und Mitarbeiter
Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen/ Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.
Harrisons Innere Medizin. Dt. Ausg. der 17. Aufl. Hrsg. der dt. Ausg. M. Dietel et al. ABW Wiss.-Verl. GmbH, 2009,
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.htm
Gilderman LI, Lawless JF, Nolen TM, et al. A double-blind, randomized, controlled, Clinical and Vaccine Immunology: CVI
Leung J, Harpaz R, Molinari NA, Jumaan A, Zhou F. Herpes zoster incidence among insured persons in the United States,
Levin MJ. Zoster vaccine. In: Plotkin SA, Orenstein WA, Offit PA, eds. Vaccines. 5th ed. Philadelphia, PA: Saunders Elsevier,

Gesundheitshinweis

Eine Behandlung und Diagnose bei Verdacht auf Gürtelrose oder andere Herpes Erkrankungen ist immer durch einen Arzt zu stellen. Eine Eigendiagnose oder Eigenbehandlung darf nicht durchgeführt werden.

weitere Fachartikel:

Engl. Fachliteratur: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMH0001861/


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