Galvanisation Therapie bei Gürtelrose: Stangerbad?

Elektro-Gleichstrom-Schmerztherapie (Galvanisation)

Hilft die Galvanisation bei Gürtelrose? Als Elektrotherapie kommt sie bei extrem schmerzhaften Formen der Gürtelrose, bei denen Schmerzmittel keine Wirkung zeigen, zum Einsatz. Die Galvanisation bewirkt, dass der Patient weniger Schmerzen empfindet. Die Therapieform verursacht keine Nebenwirkungen.

veröffentlicht von: Anna Nilsson, medizinische Kontrolle: L. Schnurbus.

Galvanisation Therapie bei Gürtelrose: Stangerbad

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Wann kommt die Galvanisation bei Gürtelrose zum Einsatz?

Bei einer Gürtelrose benötigen Patienten in der Regel starke Schmerzmittel, um die Schmerzen durch die Nerven attackierenden Viren zu verkraften. Jedoch wirken bei acht Prozent der Patienten die Schmerzmittel nicht schmerzlindernd. Besonders bei Fällen von postherpetischer Neuralgie behandeln Ärzte in der Regel schwer mit klassischen Methoden. Bei der Neuralgie handelt es sich um diffuse, teilweise starke Schmerzen, die nach der Verkrustung vier bis fünf Wochen andauern.

Wie läuft die Galvanisation bei Gürtelrose ab?

Wendet der Arzt die Galvanisation als Elektrotherapie bei einer Gürtelrose gegen die Schmerzen an, fließt ein schwacher Gleichstrom durch den menschlichen Körper. Das hat eine Anregung der Zellen zu Folge. Die Zellwände macht der Strom durchlässiger und aufnahmefähiger für die Schmerzmittel. Den Strom führen Elektroden am Körper oder ein Wasserbad ein.

Das Stangerbad als spezielle Galvanisationsmethode

Strom und Wasser bilden eine unter Umständen gefährliche Kombination. Im Fall des Stangerbades erweist sie sich als heilsam. Anfang des 20. Jahrhunderts erfand der Gerbermeister Johann Jakob Stanger aus Ulm das nach ihm benannte hydroelektrische Bad. Das Bad kommt bei Neuralgien infolge einer Gürtelrose oder bei chronischen Gelenkrheumatismen und Morbus Bechterew zum Einsatz.

Fließt der Gleichstrom durch den Körper, entspannt und stimuliert er gleichzeitig die Muskeln. Außerdem kommt es zu einer Stimulation der Nerven, was Schmerzen lindert. Bei der Therapieform setzt sich der Patient in eine Wanne. Die Seitenwände der Wanne verfügen über große, plattenförmige Elektroden, die sich rechts und links sowie am Kopf- und Fußende befinden. Durch die Anordnung besteht die Möglichkeit, dass der Therapeut den Strom in verschiedenen Richtungen durch den Körper leitet.

Der Therapeut schaltet Gleichstrom nach der Indikation. Bei rheumatischen Erkrankungen und Schmerzen durch die Gürtelrose wählt er eine absteigende Richtung. Dabei durchläuft der Strom den Körper von oben nach unten. Das setzt die Erregbarkeit der Nerven für den Schmerzimpuls herab und lindert den Schmerz. Bei Lähmungserscheinungen stimuliert der Therapeut die Muskeln und Nerven durch aufsteigende Strömung.

Das Stangerbad setzt den Patienten keinerlei Gefahr aus, da es sich um Gleichstrom unter hohen Sicherheitsstandards handelt. Liegen beim Patienten jedoch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge vor, eignet sich die Therapie nicht. Das Stangerbad zählt zur Galvanisation, die bei Gürtelrose als Elektrotherapie zum Einsatz kommt. Die Galvanisation lindert bei vielen Betroffenen die mit Gürtelrose verbundenen Schmerzen.

Elektrotherapie gegen Schmerzen bei Gürtelrose

Die Galvanisation hilft bei Schmerzen und bewirkt die Linderung im Rahmen einer Neuralgie nach dem Herpes zoster. Befindet sich die Post-Zoster-Neuralgie an wesentlichen Bereichen des Körpers hält der Effekt nicht lange an. Wenige Stunden verschafft die Galvanisation Linderung. Zum Teil bekommen Patienten ein eigenes Gerät, um die Nerven mehrmals am Tag zu stimulieren, damit die Schmerzen nachlassen. Weiterhin setzt die Therapie beim Patienten Endorphine frei, was die Schmerztoleranz zusätzlich erhöht.

Diese Form der Schmerztherapie wenden Therapeuten nicht bei Patienten an, die einen Herzschrittmacher besitzen. Auch die Kontraindikationen auf psychologisch bedenkliche Zustände stehen nicht fest. Handelt es sich um eine Gürtelrose mit komplexen Begleiterscheinungen, raten Experten ebenfalls von der Galvanisation ab. Darüber hinaus eignet sie sich nicht im Fall von Schwangerschaft. Außerdem empfehlen Mediziner sie nicht bei Patienten, bei denen ein hohes Thrombose-Risiko besteht.

 

Weitere Informationen über die Therapieform Galvanisation bei Gürtelrose

Jeder therapeutische Ansatz mit Stromreizen gehört zur Komplementärmedizin. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten in vielen Fällen nicht. Besonders für die Galvanisation liegen nicht genügend Studien vor, die den Effekt beweisen. Unter keinen Umständen ersetzt diese Therapieform die schulmedizinische Behandlung der Gürtelrose und Neuralgie mit Medikamenten.

Die Galvanisation bei Gürtelrose hat als Elektrotherapie die Aufgabe, die vorhandenen starken Schmerzen zu minimieren. Liegen bestimmte Vorerkrankungen vor, kommt die Therapieform nicht zum Einsatz. In jedem Fall dient die Galvanisation als Zusatztherapie.

Quellen:

http://www.guertelrose-infektion.de/elektrotherapie.html

Bildmotiv via Wikimedia © –  Photographed by Andreas Praefcke, 2002


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