Gürtelrose am Kopf

Die Gürtelrose am Kopf oder im Gesicht ist eine Erkrankung bei der es zu ernsten Komplikationen kommen kann. Durch eine Verschleppung der Viren im Gesicht können es zu Folgeerkrankungen, Augenschäden oder Lähmungen im Gesicht auftreten. Eine Erkrankung am Kopf gilt es immer besondere Aufmerksamkeit zu schenken da der Kopf und Gesichtsbereich einer der sensibelsten Bereiche des Körpers ist. Als Kopfrose wird die Gürtelrose am Kopf bezeichnet, aber auch die Infektion mit Streptokokken am Kopf.

Kopfose oder Gürtelrose

Kopfose bei Senioren

 

Kopfrose – die Gürtelrose am Kopf:

Die Kopfrose ist eine Gürtelrose am Kopf und beginnt mit leichten brennenden Schmerzen die auf der Haut jucken können. Diese Sensibelisierung entsteht durch die Schädigung der Nerven durch die Zoster-Viren. Darauffolgend beginnen die charakteristischen Hautausschläge, Bläschen und Pusteln im Gesichtsbereich. Meist einseitige Hauterscheinungen heilen nach ca. 2 Wochen ab. Meist entstehen durch eine Gürtelrose am Kopf unschöne Narben.

weitere Komplikationen bei Gürtelrose am Kopf:

  • Trigeminus-Neuralgie,
  • schiefe Gesichtszüge
  • Vernarbungen
  • hängende Augenlider
  • Folgeerkrankungen am Auge
  • Hörschäden und Ohrenschmerzen

 

Die Gürtelrose am Kopf – ernsthafte Komplikationen möglich

Der Herpes Zoster am Kopf bedarf der besonderen Aufmerksamkeit

Eine Gürtelrose am Kopf birgt die Gefahr ernsthafter Komplikationen und bedarf vermehrter Aufmerksamkeit. Durch eine unzureichende Behandlung des Herpes Zoster in diesem sensiblen Bereich des Körpers kann es zu Vernarbungen, Lähmungserscheinungen sowie dem Zoster ophthalmicus mit diversen Auswirkungen bis hin zur Erblindung führen. Zudem fürchten Gürtelrose-Patienten den Zoster oticus mit möglichen Hör- und Gleichgewichtsstörungen sowie Gesichtslähmungen. Die Kopfrose birgt darüber hinaus das erhöhte Risiko einer postzosterischen Neuralgie.

 

Die Zusammenfassung der Gürtelrose am Kopf

Die Gürtelrose am Kopf tritt auf, wenn die Herpes-Zoster-Erreger die neuralen Nerven befallen. Lagern sie sich an diese an, reizen sie die Ganglien. In der Folge spüren die Patienten einen pochenden bis stechenden Schmerz. Zusätzlich kommt es zu einer vermehrten Stimulation der Synapsen, sodass ein anhaltendes Taubheitsgefühl auftritt. Speziell im Gesicht beeinträchtigen die Missempfindungen den Alltag der Betroffenen. Neben Irritationen der Haut entstehen Lähmungserscheinungen der Gesichtsmuskeln. Ebenso steht eine verschlechterte Sinneswahrnehmung zu befürchten.

Beispielsweise lagern sich die Varizella-Zoster-Viren an den Nerven von Ohr und Auge an. Die Erkrankten erleiden Sehstörungen oder eine vorübergehende Taubheit. Der typische Herpes-Zoster-Ausschlag im Gesichtsbereich führt unter Umständen zu einer Narbenbildung. Vorwiegend droht das Phänomen, wenn die Patienten die eingetrockneten Gürtelrose-Bläschen aufkratzen. Um die Bildung von Narben zu vermeiden, besteht die Notwendigkeit, die betroffenen Hautstellen ausreichend zu fetten.

 

Was passiert bei Herpes Zoster am Kopf?

Ein weiterer Begriff für eine Gürtelrose am Kopf lautet Kopfrose. Hierbei wandern die nach den Windpocken im Körper verbleibenden Varizella-Zoster-Viren nicht zu den peripheren Nerven der Wirbelsäule. Stattdessen gelangen die Erreger über die Nervenstränge zum Nervensystem im Kopfbereich. Im Regelfall erwachen die Viren aus ihrem latenten Zustand, wenn der Wirtsorganismus unter Stress oder einer länger andauernden Erkrankung leidet. Bei einer Überlastung der körpereigenen Immunabwehr wandelt sich die stille Infektion der Varizella-Zoster-Viren zu einer aktiven Reinfektion.

Bei der Kopfrose lagern sich die Erreger vorwiegend an dem Trigeminusnerv an. Dieser bildet den fünften Hirnnerv, wobei sein Name aus dem Lateinischen stammt. Übersetzt bedeutet er Drilling, da die drei Hauptäste Gesicht, Stirn und Schädeldecke versorgen. Befallen die Varizellen den Nerv, leiden die Betroffenen an starken Schmerzen, die den gesamten Kopfbereich betreffen. Des Weiteren wandern die Erreger entlang des Nervs zu den Hör- und Sehnerven. In der Folge kommt es bei den Erkrankten zu Störungen der Sinneswahrnehmung. Beispielsweise entsteht aufgrund der Entzündung der neuralen Nerven im Ohr ein Tinnitus.

 

Wie entsteht die Gürtelrose am Kopf?

Die Entstehung der Gürtelrose am Kopf unterscheidet sich kaum von der Bildung des Herpes Zoster am Rumpf. Zunächst wandern die Erreger aus den Ganglien, den Nervenwurzeln, in die betroffenen Gesichtsnerven. Die Patienten spüren in den ersten Tagen leichte Taubheitsgefühle. Später kommen Kopfschmerzen oder ein leichtes Kribbeln der Haut hinzu. Nach zwei bis drei Tagen verschlimmern sich die Schmerzen und die Haut rötet sich. Auf der irritierten Epidermis bilden sich die charakteristischen Herpes-Zoster-Bläschen. In ihnen befindet sich die Lymphe, eine eitrige Flüssigkeit, die ebenfalls Gürtelrose-Viren enthält.

Abhängig von den infizierten Nerven entsteht der Ausschlag direkt im Gesicht, am Hals oder auf der Kopfhaut. Letzteres bedeutet, dass sich die Pusteln zwischen den Haarwurzeln ansiedeln. Die Gürtelrose am Kopf führt aufgrund der empfindlichen Region schnell zu Komplikationen. Kratzen die Patienten die mit der Reinfektion einhergehenden Pickelchen auf, besteht das Risiko einer Zweitinfektion. Bei dem im Gesicht befindlichen Herpes Zoster kommt es häufig zu Folgeproblemen. Dazu gehört beispielsweise ein Gürtelrose-Befall des Auges. In dem Fall sprechen die Ärzte von einem Zoster ophthalmicus.

 

Gürtelrose am Kopf – Komplikationen am Auge

Wandern die Varizella-Zoster-Viren den Trigeminusnerv entlang zu den Sehnerven, entsteht eine Entzündung an dem sensiblen Organ. In der Folge der Infektion kann es in jeder Struktur des Auges zu einer Infektion kommen. Als Beispiel entzündet sich die Bindehaut, sodass die Patienten an einer Konjunktivitis erkranken. Des Weiteren entstehen unter Umständen folgende Komplikationen beim Zoster ophthalmicus:

  • eine Entzündung der Sklera, der Lederhaut,
  • eine Infektion der Hornhaut, Keratitis genannt,
  • eine Uveitis,
  • eine Steigerung des Augeninnendrucks, das Sekundärglaukom,
  • oder eine Beschädigung der Netzhaut.

Aufgrund der Probleme erleiden die Betroffenen temporäre Wahrnehmungsstörungen. Beispielsweise bemerken sie blinde Flecken oder eine komplett beeinträchtigte Sicht. In seltenen Fällen führen die Komplikationen zu einer dauerhaften Erblindung. Zudem erhöht sich bei einer Gürtelrose im Augenbereich die Wahrscheinlichkeit einer postzosterischen Neuralgie. Hierbei handelt es sich um anhaltende Schmerzen, die trotz des Abklingens des Ausschlags spürbar bleiben.

 

Ebenso wie der gewöhnliche Herpes Zoster tritt die Gürtelrose am Kopf vorwiegend bei älteren Personen auf. Der Grund liegt in dem schwächeren Immunsystem der Patienten über 50 Jahren. Eine Studie von Gagliardi AM et al. aus dem Jahr 2012 veröffentlichte die Wirkung eines Impfstoffs gegen die Reinfektion der Varizella-Zoster-Viren. Zudem leiden ältere Betroffene häufiger an den postzosterischen Schmerzen. Gegen die anhaltende Pein helfen antivirale Therapien. Zu dem Ergebnis kommt die Studie „“Antiviral treatment for preventing postherpetic neuralgia““ „“Antiviral treatment for preventing postherpetic neuralgia““ von Chen N et al. aus dem Jahr 2014. Neben einem Befall der Sehnerven droht beim Herpes Zoster im Gesicht die Betroffenheit der Ohrnerven.

 

Die Gürtelrose im Bereich des Ohrs

Lagern sich die Erreger in den Nervenstrukturen des Hörorgans an, bemerken die Patienten charakteristische Symptome. Beispielsweise kommt es bei ihnen zu Hörstörungen, die aus einer Irritation des Nervus acusticus resultieren. Die Mediziner sprechen bei dem Phänomen von Ohrgeräuschen, die sich im schlimmsten Fall zu einem Tinnitus ausweiten. Ebenso führt die Gürtelrose im Bereich der Ohren zu Störungen des Gleichgewichts. Das geschieht, wenn die Viren sich an dem Nervus vestibularis anlagern. Die Betroffenen verspüren ein starkes Schwindelgefühl.

weiterlesen: Gürtelrose am Ohr

Gleichfalls erhöht sich das Risiko intensiver Kopfschmerzen sowie einer temporären Taubheit. Ausschließlich in seltenen Fällen bleiben die Ohrgeräusche nach dem Überstehen der Krankheit bestehen. Bei einer Entzündung des Nervus fazialis droht eine komplette Lähmung des Gesichts. Speziell versorgt der Nervenstrang die Gesichtsmuskulatur, wobei er zwischen dem Mittel- und dem Innenohr verläuft. Bei 50 Prozent der Patienten bildet sich die Lähmung zurück. Die Fazialisparese bezeichnet die Lähmungserscheinungen des ganzen Nervs. Ihre Entstehung erfolgt ebenfalls bei einer Gürtelrose am Hals.

Ein andere Bezeichnung der Fazialisparese und Neuralgie bedingt durch einen Zoster oticus lautet Ramsay-Hunt-Syndrom, genauer Ramsay-Hunt-Neuralgie. Ohne eine zeitnahe Behandlung droht eine bleibende Taubheit. Ebenso wie beim Herpes Zoster am Auge führt der Zoster oticus zu einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Post-Zoster-Neuralgie. Da in der Regel der fünfte Hirnnerv die anhaltenden Schmerzen verantwortet, sprechen die Ärzte von einer Trigeminusneuralgie. Bei jeder Form der Gürtelrose besteht die Gefahr von Hautirritationen, Bluteinschlüssen oder Narbenbildung. Die oberste Hautschicht im Gesicht und am Hals gehört zu den sensibelsten Stellen am menschlichen Körper. Aus dem Grund besteht ein hohes Risiko von bleibenden Narben.

Bei den Windpocken entstehen die Wundmale durch das Kratzen an den Pickelchen. Hierbei unterscheidet sich die Erkrankung von der Reinfektion. Bei der Gürtelrose trocknen die Herpes-Zoster-Bläschen nach mehreren Tagen ein und eine verhärtete Kruste entsteht. Fällt diese ab, kommt es unter Umständen zum Entstehen bleibender Narben. Um der Komplikation vorzubeugen, nutzen die Betroffenen fettende Salben sowie Öle. Hierbei kommt es darauf an, die gereizte Hautstelle vor dem Austrocknen zu bewahren. Je früher die Patienten die Behandlung des Herpes Zoster beginnen, desto geringer zeigt sich die Gefahr der anhaltenden Male.

Wie erfolgt die Therapie der Kopfrose?

Für die Gürtelrose im Gesicht existieren keine vollständigen Heilungsmethoden. Der Grund besteht darin, dass die Erreger im Körper verbleiben. Klingt der Ausschlag ab, wandern die Viren erneut in die Nervenwurzeln. Darum kommt es bei der Behandlung der Kopfrose darauf an, das Immunsystem zu stärken. Auf diese Weise gelingt es, die Reinfektion, ohne größere Schwierigkeiten zu überstehen. Vorwiegend kommen antivirale Medikamente zum Einsatz.

Zudem unterstützt eine homöopathische Behandlung den Heilungsprozess. Beispielsweise nutzen die Betroffenen lindernde Salben, um den Juckreiz einzudämmen. Dadurch vermindern sie das Bedürfnis, sich zu kratzen und die Gefahr von Hautirritationen sinkt. Aufgrund der häufigen Folgeprobleme bei der Gürtelrose im Gesicht, suchen die Erkrankten bereits beim Verdacht auf die Reinfektion ihren Hausarzt auf.

 

 

Quellen und weiterführend:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23076951

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.html;jsessionid=4028CA1AA8FB4E71FFBE92E16A1CC6B6.2_cid381

http://www.guertelrose-infektion.de/guertelrose-am-kopf.html

Die Informationen auf dieser Seite sind medizinisch geprüft: Medizinischer Fachbeirat, L.Schnurbus, 
veröffentlicht von: Anna Nilsson,

Literatur:

Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen/ Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.


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