Herpes Genitalis

Genitalherpes – Symptome, Behandlung und Komplikationen der hochansteckende Krankheit

I veröffentlicht von: Anna Nilsson, medizinische Kontrolle: L. Schnurbus.herpes genitale

Die weitverbreitete Geschlechtskrankheit Herpes genitalis birgt eine hohe Ansteckungsgefahr. Für die Verbreitung der Infektion sorgen die Herpes-simplex-Viren. Bei ihnen handelt es sich um einen Herpes-Virus Typ zwei (HSV 2). Der Genitalherpes betraf laut Angaben der International Herpes Alliance (IHA) im Jahr 2000 107 Millionen Menschen weltweit. Der Herpes Genitalis wird durch Herpes-Simplex-Viren Typ 2 verursacht und zählt zu einer der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Der Herpes genitalis überträgt sich durch Schmierinfektion und den direkten Kontakt von Haut zu Haut, Herpes Genitalis wird durch den direkten Geschlechtsakt aber auch durch Oralverkehr übertragen.

Paar

Ansteckungsgefahr Herpes Genitalis © llhedgehogll – Fotolia.com

 

In Deutschland steckten sich bis zu diesem Zeitpunkt rund 15 Prozent der Bevölkerung mit dem Herpes-simplex-Virus des Typs zwei an. 80 von hundert der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung. Die verantwortlichen Viren sind mit dem Herpes-simplex-Virus Typ eins verwandt. Somit verursacht ein Lippenherpes unter Umständen den Genitalherpes.

Was ist der Herpes genitalis?

Der Herpes genitalis gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit. Die Ansteckung erfolgt über den ungeschützten Geschlechtsverkehr. Mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung tragen diesen Herpes-Virus in sich. Durch die hohe Ansteckungsgefahr erfolgt die Verbreitung schnell. Herpes genitalis wird durch den Herpes Simplex Virus verursacht der auch für Lippenherpes verantwortlich ist.

Herpes Simplex Viren:

  • Herpes-Simplex-Typ 1:
    verursacht Lippenherpes (Herpes labialis)
  • Herpes-Simplex-Typ 2:
    verantwortlich für Genitalherpes (Herpes genitalis)

herpes genitaleNach der ersten Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus besteht die Gefahr eines erneuten Ausbruchs. Die Erreger des Genitalherpes verfügen über eine enge Verwandtschaft mit dem Herpes-Virus Typ eins. Dieser zeigt sich beispielsweise für den Herpes labialis verantwortlich.

Die Erkrankung zählt zu den STD. Diese Abkürzung bezeichnet „sexually transmitted diseases“. Übersetzt bedeutet dies sexuell übertragbare Krankheiten. Den Genitalherpes verbreiten die Patienten über den Geschlechtsverkehr. Dabei zeigen sich kurz nach der Ansteckung deutliche Symptome. Im Genitalbereich der Betroffenen bilden sich Hautbläschen, die kribbeln und jucken.

Später entstehen Verkrustungen und Geschwulste. Die für den Herpes genitalis verantwortlichen Viren bleiben das ganze Leben lang im Körper. Die Patienten rechnen nach einer überstandenen Akut-Infektion mit wiederholten Ausbrüchen der Krankheit. Die Gefahr eines Rezidivs besteht bei einer Schwächung des Immunsystems mit unterschiedlichen Ursachen.

 

 

Die Ursachen für den Herpes genitalis

In mehr als der Hälfte aller Fälle, knapp 70 Prozent, verursachen die Herpes Viren des Typs zwei den Genitalherpes. Hauptsächlich verbreiten sie sich über den ungeschützten Geschlechtsverkehr. Als ursächliche Erreger kommen mehrere Viren in Betracht. Dies betrifft die Herpes-simplex-Viren vom Typ eins und vom Typ zwei. Jedoch sorgen die des Typs eins ausschließlich in 20 Prozent der Fälle für eine Infektion.

 

Die Ansteckungswege und Übertragung

Herpes Viren sind unter der gesamten Bevölkerung weit verbreitet und werden unbemerkt übertragen, anders wie die Infektion mit Lippenherpes, die oft schon im Kindesalter stattfinden, wird der Herpes Simplex Virus Typ 2 der für Herpes genitalis ursächlich ist meist erst im Erwachsenenalter aufgenommen. Dabei durch wird Genitalherpes fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr bzw. sexuelle Aktivitäten übertragen. Wie alle Herpes Viren verbleibt auch das Herpes Simplex Virus typ 2 ein Leben lang im menschlichen Körper und wird dann durch verschiedene Auslöser reaktiviert.

Die Übertragung der Viren beider Herpes-Typen unterscheidet sich voneinander. Bei dem Herpes-simplex-Virus Typ eins erfolgt die Kontagion über eine Tröpfchen- oder Schmier-Infektion. Das bedeutet, die Betroffenen verbreiten die Erreger über die Luft oder Berührungen. Bei dem Herpes genitalis sorgt der Austausch infizierter Körperflüssigkeiten für die Erkrankung. Die Gefahr einer Infektion zeigt sich beim Geschlechtsverkehr größer als beim Küssen. Speziell Frauen leiden unter dem Genitalherpes. Bei ihnen ist die Ansteckungsgefahr deutlich höher als bei Männern. Das Risiko einer Infektion steigt, wenn sich bei dem Erkrankten Herpes-Bläschen zeigen. Bereits kurz vor ihrem Auftreten besteht ein beträchtliches Infektionsrisiko für den Geschlechtspartner.

 

Die Mehrfach-Infektionen bei dem Genitalherpes

Die Herpes-simplex-Viren vom Typ zwei bleiben nach der ersten Kontagion lebenslang im Körper des Patienten. Hier lagern sie sich als latente Viren an. Das bedeutet, dass es sich bei ihnen um eine symptomlose Infektion handelt. Nach einer überstandenen Erkrankung mit Herpes genitalis kommt es unter Umständen immer wieder zu der Krankheit. Dabei existieren bestimmte Faktoren, die eine erneute Infektion begünstigen. Zu ihnen gehören:

  • ein geschwächtes Immunsystem,
  • Fieber,
  • eine Erkältung,
  • Hautreizungen,
  • bakterielle Entzündungen
  • und Stress.

Die folgenden Infektionen verlaufen in der Regel weniger stark als die Erst-Infektion. Das Ansteckungsrisiko für den Sexualpartner bleibt jedoch weiterhin bestehen. Eine andere Ursache für den Genitalherpes stellt das Übertragen der Viren während der Geburt oder Schwangerschaft dar. Schwangere Frauen infizieren die ungeborenen Kinder mit den Erregern. Der Embryo oder der Fötus erleidet Schädigungen der Haut und der Schleimhäute. Bei einer Erst-Infektion mit Herpes genitalis während der Schwangerschaft kommt es in der Hälfte der Fälle zu einer Fehlgeburt.

 

Die Genitalherpes Symptome bei einer Infektion

Die ersten Anzeichen für den Genitalherpes treten bei dem Erkrankten drei bis sieben Tage nach der Infektion auf. In seltenen Fällen beträgt die Inkubationszeit bis zu drei Wochen. Im Genital-Bereich und an den angrenzenden Stellen entstehen schmerzhafte Bläschen, die jucken und brennen. Diese platzen auf und formieren sich zu kleinen Geschwüren. Probleme beim Urinieren, Fieber, Muskel-Schmerzen, Kopf-Schmerzen und Lymphknoten-Schwellungen kommen hinzu. Ein Befall dauert bis zu drei Wochen. Zu den charakteristischen Symptomen zählen juckende Bläschen auf der Haut rund um die Geschlechtsorgane. Zu Beginn der Erkrankung entsteht ein unangenehmes Gefühl in der Region. Am After und dem Genitalbereich beginnt es zu kribbeln und zu jucken. Kurz darauf folgt ein schmerzhaftes Brennen.

Ein Genitalherpes verursacht meist über 1 bis 2 Wochen Beschwerden, kann aber auch ganz ohne Symptome verlaufen.

  • Brennen und Jucken
  • KSchmerzen an der Haut und kribbeln unter der Haut
  • Übelkeit, Fieber und Kopfschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen
  • schmerzende Bläschen, ähnlich der Gürtelrose platzen diese auf und verkrusten später

Der Verlauf der Erkrankung gestaltet sich vielfältig. Einige Patienten leiden unter starken Schmerzen, andere bemerken die Krankheit aufgrund ihrer leichten Ausprägung nicht. Oftmals treten die Symptome an atypischen Stellen auf, wie im Analbereich, am Gesäß oder auf den Oberschenkeln. Ein geschwächtes Immunsystem nach einer Operation oder nach einer HIV-Infektion fördert das Auftreten der Bläschen in ungewöhnlichen Körper-Arealen. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für einen schwerwiegenden Verlauf der Krankheit, speziell, wenn der Erreger auf HSV-2 zurückgeht. Komplikationen bei Genital-Herpes sind nicht selten zu beobachten. Schreitet die Infektion fort, treten die typischen Bläschen auf. Dabei entstehen auf der Haut des Patienten kleine Pusteln mit einer gelblichen Flüssigkeit. Verkrustete und eitrige Beläge zeigen sich ebenso charakteristisch wie eine Rötung. Die Verkrustungen heilen in der Regel nach zwei bis drei Wochen von allein ab.

 

Der Virus schlummert im Körper

Bei einer Infektion mit HSV-2-Erregern bleibt es nicht bei einer einmaligen Akut-Phase. Der Herpes-Virus bleibt ein Leben lang im Körper und schlummert bis zum nächsten Ausbruch. Bei vielen Patienten bricht die Krankheit einmal im Jahr aus. In schweren Fällen kommt es alle ein bis zwei Monate zum Ausbruch. Im besten Fall schläft der Virus über Jahrzehnte hinweg. Genital-Herpes Komplikationen sind keine Seltenheit.

Die Reaktivierungs-Rate ist bei einer Infektion mit HSV-2 um ein Vielfaches höher. Generell nehmen Ausbrüche mit zunehmendem Alter ab und gestalten sich milder als der erste Ausbruch in der Akutphase. Ein stechendes, prickelndes Gefühl im Scham-Bereich kündigt eine weitere Episode an. Nach etwa zwei Wochen ist der Befall abgeklungen.

Bilder der Erkrankung:

Ein weiteres Symptom stellt das allgemeine Krankheitsgefühl dar. Die Patienten plagen Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Muskelschmerzen. Geschwollene Lymphknoten stellen zudem einen Hinweis auf den Herpes genitalis dar. Sie zeigen sich ebenso typisch wie Wasser-Ansammlungen im Gewebe.

 

Die Diagnose der durch Herpes-Viren verursachten Geschlechtskrankheit

Den Genitalherpes erkennt der Arzt in der Regel bei einer körperlichen Untersuchung. Die typischen Bläschen im Genitalbereich und am After stellen unmissverständliche Symptome des Herpes genitalis dar. Oftmals verwendet er einen Labortest, um die Diagnose zu stützen. Dafür nimmt er von dem Betroffenen einen Abstrich der in den Bläschen enthaltenen Flüssigkeit. Um den genauen Erreger zu identifizieren, folgt der Labortest. Den Abstrich des Bläschen-Inhalts untersuchen Mitarbeiter des Labors unter einem Mikroskop. Dabei stellen sie fest, welcher Virus-Typ den Genitalherpes auslöst. Des Weiteren testen die Experten die Probe auf Antikörper, die sich gegen die Erreger bilden. Anhand dieser sichern sie die von dem Arzt erstellte Diagnose.

 

Die Therapie einer Infektion mit dem Genitalherpes

Für den Herpes genitalis gibt es keine Heilung. Kein Medikament tötet die Herpes-simplex-Viren ab. Daher kommt es im Fall eines Ausbruchs ausschließlich zu einer Behandlung der Symptome. Bei einer ersten Erkrankung oder einer Folge-Infektion versuchen die Ärzte, die entstehenden Bläschen mit Salben und Arzneien einzudämmen. Des Weiteren lindern Medikamente die Beschwerden der Patienten und verkürzen im besten Fall den Krankheitsverlauf.

Bei einer leichten Infektion kommt es in der Regel nicht zu einer Behandlung. Der Genitalherpes heilt von allein ab. Geschieht dies nicht, verschreibt der Arzt antivirale Medikamente. Bei ihnen handelt es sich um Virostatika. Als Beispiel erhalten die Erkrankten die Arzneien Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir. Fünf Tage bis zu einer Woche nimmt der Patient die Präparate in Tablettenform ein. Des Weiteren existieren Salben, die er auf die betroffenen Hautstellen aufträgt. Mittlerweile gibt es ein neues Medikament namens Pritelivir, das die Herpes-Bläschen wirksam bekämpft. Ebenso lindert es den Juckreiz und unterdrückt die Viren-Ausscheidung (Viral Shedding) der Schleimhäute. In der am 16. Januar 2014 im „The New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Studie „Helicase–Primase Inhibitor Pritelivir for HSV-2 Infection“ der Universität von Washington in Seattle zur Wirksamkeitsprüfung von Pritelivir (AIC316), untersuchten die Wissenschaftler um Anna Wald, M.D. das Viral Shedding. (http://www.lifeline.de/news/medizin-gesundheit/neues-medikament-gegen-genitalherpes-id122489.html).

Dabei trat bei den Probanden, die das Pritelivir erhielten, eine schnellere Linderung der Symptome ein, als bei den anderen Studienteilnehmern. Zudem zeigten sich die Abstriche der Versuchspersonen nahezu frei von den Herpes-Viren. Die Schleimhäute der Betroffenen trugen die Erreger nicht weiter. Somit kam es zu einer Verhinderung der Virus-Ausscheidung.

Eine zusätzliche Möglichkeit der Behandlung stellen Infusionen dar. Dies geschieht bei einer wiederkehrenden Infektion mit dem Herpes genitalis. Auch bei einem schweren Verlauf der Krankheit verabreichen die Ärzte Medikamente in Spritzenform. Bei der Therapie des Genitalherpes spielt die frühzeitige Behandlung eine entscheidende Rolle. Je eher die Gabe virushemmender Mitteln beginnt, desto schneller entsteht die Eindämmung der Erreger.

 

Die Prognose bei einer Infektion

Die Herpes genitalis auslösenden Viren bleiben lebenslang im Organismus des Patienten. Daher treten nach einer Erst-Infektion Folge-Infektionen der Krankheit auf. Vorwiegend bei einem schwachen Immunsystem bricht die Erkrankung erneut aus. Die Häufigkeit der Rückfälle unterscheidet sich bei den Betroffenen. Einige Patienten leiden jährlich an einer Infektion. Bei anderen bricht der Herpes jahrelang nicht aus. Mit zunehmendem Alter der Infizierten zeigt sich das Rückfallrisiko geringer.

 

Wie kommt es zu der Reaktivierung der Erreger?

Nach der Erst-Infektion, der Primär-Infektion, gelangen die Herpes-Viren in den Organismus. Dies geschieht über kleine Risse in der Haut oder in den Schleimhäuten. Im Körper des Betroffenen vermehren sich die Erreger. In der Regel bleiben die Viren in den oberflächlichen Hautzellen, den Epithelzellen. Der Erkrankte verspürt bereits in diesem Stadium der Krankheit die charakteristischen Beschwerden.

Durch die Vermehrung der Viren kommt es beispielsweise zu dem unangenehmen Juckreiz. Nach einer überstandenen Infektion verschwinden die Symptome restlos. Die körpereigene Abwehr schafft es jedoch nicht, sämtliche Erreger zu vernichten. Stattdessen wandern diese entlang der Nervenbahnen zu den Wurzeln der Nerven. Dabei handelt es sich um einen „retrograden axonalen Transport“. Im Bereich der Nervenwurzeln gelangen die Viren in den Ruhemodus. Hierbei entziehen sie sich dem Zugriff der Immunabwehr. Sie bleiben als latente, also versteckte, Viren innerhalb des Körpers. Der Patient leidet aus medizinischer Sicht an einer symptomlosen Infektion. In diesem Zustand, der Latenz, überdauern die Erreger ein Leben lang. In ungünstigen Situationen kommt es zu einer Reaktivierung der Viren.

Diese zeigen sich aktiv und wandern zurück zu den Zellen der oberen Hautschicht. Hier sorgen sie für das erneute Ausbrechen der Krankheit. Die Ärzte bezeichnen dieses Phänomen als Rezidiv-Infektion. Vorwiegend tritt diese bei einem schwachen Immunsystem auf. Stress und andere Krankheiten begünstigen den Ausbruch der Erkrankung. Auch bei einer starken körperlichen Anstrengung kommt es unter Umständen zu einer Reaktivierung der Herpes-simplex-Viren vom Typ zwei. Verletzungen im Intimbereich erhöhen ebenfalls die Ansteckungsgefahr mit den Erregern. Diese gelangen durch kleinste Wunden in der Schleimhaut in den Organismus eines neuen Wirtes. In einigen Fällen sorgt eine hohe UV-Strahlung für eine erneute Infektion. Weitere Ursachen für die Reaktivierung stellen eine Hormon-Umstellung und bestimmte Medikamente dar. Lösen die Herpes-simplex-Viren vom Typ zwei den Genitalherpes aus, kommt es in der Regel häufiger zu einer Reaktivierung.

 

Kann jeder Mensch Herpes genitalis bekommen?

Scheidet der Körper eines Infizierten Viren aus, überträgt er diese über die Schleimhäute beim Geschlechtsverkehr auf seinen Sexualpartner. Das Infektionsrisiko steigt mit der Vielzahl der Erreger. Gewöhnlich findet eine Ansteckung erst mit dem Beginn der sexuellen Aktivität statt. Befinden sich die Viren in ihrer Ruhephase, besteht kein Risiko einer Übertragung. Somit verbreiten sich die Erreger ausschließlich bei der Primär-Infektion und den folgenden Aktivierungen.

Des Weiteren existieren latente Infektionen. An der Vagina oder dem Penis der Patienten zeigen sich in diesem Fall keine Symptome. Das bedeutet, dass die charakteristischen Herpes-Bläschen ausbleiben. Trotzdem scheiden die Schleimhäute Viren aus. Hierbei zeigt sich die Ansteckungsgefahr sehr hoch. Ohne die typischen Beschwerden treffen die Patienten keine Schutzvorkehrungen. Die Erreger gelangen problemlos in den Organismus des Sexualpartners.

 

Genital-Herpes Komplikationen

Herpes genitalis gehört zu den verbreiteten Geschlechts-Krankheiten. Die Übertragung erfolgt über sexuellen Kontakt. In vielen Fällen führt Genital-Herpes zu Komplikationen. Für den Befall verantwortlich ist der Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2). Zehn bis dreißig Prozent der Weltbevölkerung leiden daran. Etwa neunzig Prozent der Bevölkerung tragen den Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) in sich. Er löst in seltenen Fällen die Erkrankung aus. Weitaus häufiger ist er die Ursache von Lippen-Herpes. Etwa dreißig Prozent der Ansteckungen deuten auf eine Infizierung mit HSV-1 hin. Bis zu achtzig Prozent der Fälle führen Mediziner auf eine Ansteckung mit HSV-2 zurück.

 

Der Virus befällt verschiedene Körperbereiche

In der Regel verläuft der Genital-Herpes ohne Komplikationen. Die Symptome betreffen generell die Geschlechtsteile wie Vulva und Vagina bei Frauen und der Penis beim Mann. Die Bläschen und Geschwüre verteilen sich ebenso in den angrenzenden Hauta-Aealen. Die Verbreitung erfolgt ebenso auf den Schenkeln, um den After und über die Gesäßhälften. Durch sexuellen Verkehr überträgt sich die Krankheit auf weitere Bereiche. Eine Infektion erhöht das Risiko für weitere Geschlechts-Krankheiten. Zu den häufigsten Komplikationen zählen Augen-Infektionen, bakterielle Wund-Infektionen, Lungen-Entzündung, Gehirnhaut-Entzündung und Leber-Entzündung.

 

Der Virus bleibt häufig unentdeckt

Eine Ansteckung mit dem Virus bleibt ein Leben lang. In den überwiegenden Fällen schläft der Erreger in den Nervenwurzeln. Ein geschwächtes Immunsystem aktiviert den Virus. Die Gründe sind vielfältig. Stress, Schwankungen im Hormon-Haushalt, Infektionen mit Viren und Bakterien oder eine starke UV-Einstrahlung, sind ursächlich. Oftmals erleiden Träger des Virus keinen Ausbruch und wissen nichts von dieser Infektion. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Selten kommt es zu Komplikationen nach einem Genital-Herpes-Ausbruch.

 

Genital-Herpes und Komplikationen im Verlauf der Erkrankung

In den meisten Fällen kommt es bei einem Herpes genitalis nicht zu Komplikationen. Ursächlich für Folge-Erscheinungen sind ein geschwächtes Immunsystem oder ein mangelhafter Umgang mit den betroffenen Haut-Bereichen. Die häufigsten Komplikationen bei Genital-Herpes sind: Augen-Infektionen, bakterielle Wund-Infektion, Lungen-Entzündung, Gehirnhaut-Entzündung und Leber-Entzündung.

In vielen Fällen leiden Patienten unter einer Ausbreitung der Krankheit auf angrenzende Haut-Areale. Bestehende Haut-Erkrankungen verursachen die sogenannte Ekzema herpeticatum. Um eine Ausbreitung zu verhindern, achten Patienten darauf, die infizierten Areale nicht mit den Händen zu berühren. Nach einem Kontakt waschen sie sich stets die Hände. Eine der gefährlichsten Komplikationen ist die Infektion der Augen mit dem Herpes-Virus. Sie führt zu Seh-Beeinträchtigungen bis hin zur Erblindung.

Eine Infektion fördert eine Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, HIV und Chlamydien. Ebenso begünstigt Herpes die Übertragung des humanen Papillomavirus (HPV). Bestand diese Erkrankung schon vor der Infektion mit Herpes genitalis, begünstigt das die Bildung von Gebärmutterhals-Krebs und dessen Vorstufen. Die Verwendung von Kondomen zum Schutz beim Geschlechtsverkehr ist daher umso wichtiger. In seltenen Fällen entwickeln Patienten eine autonome Dysfunktion mit daraus resultierenden Harnverhalt, Verstopfung, Impotenz und Sensibilitäts-Störungen. Zur Behebung ordnen Ärzte eine Katheterisierung über mehrere Wochen an. Häufiger tritt eine Meningitis in Erscheinung. Bis zu zwanzig Prozent klagen über diese Folge-Erscheinung. Sehr selten tritt eine Herpes-Enzephalitis auf. Etwa 70 Prozent der Patienten sterben aufgrund dieser Komplikation.

Eine Infektion ist in wenigen Fällen lebensbedrohlich. Obacht geben Ärzte, wenn sie das Gehirn ergreift. Zur Risiko-Gruppe gehören Kinder mit Ganzkörper-Befall und immungeschwächte Personen. Bei einigen Patienten befällt der Virus zusätzlich das Zentral-Nervensystem, die Lunge, die Leber oder andere Organe. Mediziner sprechen von einer lebensbedrohlichen HSV-Sepsis. Weitere Komplikationen entstehen durch einen unhygienischen Umgang mit den betroffenen Haut-Stellen. Während der Ausbruchs-Phase platzen Bläschen, wodurch Bakterien und Pilze eindringen und eine Super-Infektion auslösen.

 

Die Infektion mit Herpes genitalis

Die Übertragung des HSV-2 erfolgt durch Geschlechtsverkehr oder intimen Kontakt in Form von Petting. Die meisten Patienten infizieren sich in der Pubertät oder im frühen Erwachsenen-Alter. Kondome bieten keinen ausreichenden Schutz vor der Krankheit, da sie betroffene Hautareale mit Bläschen nicht vollständig abdecken. Ebenso erfolgt eine Ansteckung, wenn keine Hautläsionen sichtbar sind. Die Übertragung vom Mann auf die Frau ist fünfmal so hoch wie umgekehrt.

HSV-1-Viren lösen ebenfalls Herpes genitalis aus. Die Ansteckung erfolgt in vielen Fällen im Kindes-Alter durch Schmier-Infektion. Träger beider Viren stecken andere Personen beim Oralsex an. Ebenso infizieren sich Neugeborene mit Herpes simplex bei der Geburt. Ist der Erreger zum Zeitpunkt der Empfängnis aktiv, nehmen Hebammen einen Kaiserschnitt vor, um Komplikationen durch den Genital-Herpes zu verhindern. Im schlimmsten Fall verursacht ein Befall des Babys seinen Tod.

 

Behandlung der Beschwerden

Wichtig ist eine Behandlung der betroffenen Haut-Areale. Herpes genitalis ist nicht heilbar. Verschiedene Methoden dämmen den Ausbruch der Erkrankung ein und lindern die Beschwerden. Eine erfolgreiche Therapie erfordert die Untersuchung der Sexualpartner und deren Behandlung im Falle einer Infektion. Mediziner verordnen virenhemmende Wirkstoffe, sogenannte Virostatika. Sie verhindern die Vermehrung der Bläschen und heilen diese. Treten Komplikationen bei Genital-Herpes auf, behandelt der Arzt diese mit. Bei einer zusätzlichen Bakterien-Infektion verordnet der Arzt Antibiotika und eine regelmäßige örtliche Desinfektion.

 

Studien zur Behandlung von Herpes genitalis

Forscher des National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Amerika arbeiten derzeit an verschiedenen Studien zur Entwicklung von Heilmitteln oder Impf-Stoffen. Der Fokus liegt auf Multipurpose Prevention Technologies. Dies sind Produkte, die nicht nur einer Erkrankung vorbeugen und diese behandeln, sondern eine Schwangerschaft verhindern. Die Produkte befinden sich in verschiedenen Entwicklungs-Stadien. Die Wissenschaftler arbeiten an Gelen, Cremes, Lotionen und Vaginal-Ringen für die Frau.

 

Der Herpes genitalis in der Zusammenfassung

Bei dem Herpes genitalis handelt es sich um eine sexuell übertragbare Krankheit. In der Regel gelangen die Herpes-simplex-Viren vom Typ zwei über den Geschlechtsverkehr von einer Person zur anderen. Dabei dringen sie durch kleine Risse in der Schleimhaut in den Organismus ein. Nach einer überstandenen Infektion bleiben die Viren in latenter Form ein Leben lang im Körper. Bei einem schwachen Immunsystem bricht die Krankheit erneut aus. Typische Symptome zeigen sich in Form von Juckreiz und mit Flüssigkeit gefüllten Herpes-Bläschen. Es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr.

 

weiterführende Informationen, Literatur und Quellen:

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1301150#t=articleTop

http://www.lifeline.de/news/medizin-gesundheit/neues-medikament-gegen-genitalherpes-id122489.html

Kempf, W., Coradi, B., Lautenschlager, S., Herpes genitalis und Herpes zoster. Schweiz. Med. Forum Nr. 14 (2002) 324-330.

 


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