Postherpetische Neuralgie – als Komplikation der Gürtelrose

Die postherpetische Neuralgie ist mit starken Schmerzen verbunden. Sie schränkt die Lebensqualität des betroffenen, meist älteren Patienten stark ein.

Nach dem Abklingen der äußerlichen Erscheinungen der Gürtelrose, besteht die Herpes Zoster Komplikation der PZN die Schmerzen über Monate bis Jahre hinweg. Aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Erkenntnisse vermögen Ärzte dem Patienten nicht zu helfen. Ihm bleibt lediglich, einen Schmerz-Therapeuten oder Neurologen zu kontaktieren, um seine Beschwerden zu lindern.

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Die Definition der postherpetischen Neuralgie

postherpetische Neuralgie

Die postherpetische Neuralgie (PHN) bezeichnet einen neuropathischen Schmerz, der im selben Areal wie zuvor der Herpes Zoster auftritt. Fachleute verwenden zusätzlich alternative Namen wie:

Wen betrifft das Chronische neuropathische Schmerzsyndrom?

Die häufigste Zoster-Komplikation betrifft überwiegend ältere Patienten. Bei circa zwölf Prozent dieses von der Gürtelrose betroffenen Personenkreises dauern die neuropathischen Schmerzen länger als 90 Tage an. Zwei bis fünf Prozent der Erkrankten leiden mehr als ein Jahr an der postzosterischen Neuralgie. Die Häufigkeit (Inzidenz) der Erkrankung nimmt mit der Dauer, der Schwere der Gürtelrose und mit dem Alter zu. Frauen betrifft sie mit einem Verhältnis von 3 : 2 öfter als Männer.

Das chronische neuropathische Schmerzsyndrom plagt zehn bis 15 Prozent aller an Herpes Zoster erkrankten Personen. Ist der Patient älter als 65 Jahre, so besteht eine fünfzig-prozentige Wahrscheinlichkeit, eine PZN nach Herpes Zoster zu entwickeln. Mit 75 Prozent liegt sie bei den über 75-Jährigen deutlich höher.

 

So entsteht eine Post-Zoster-Neuralgie

Kommt es aufgrund einer Gürtelrose-Erkrankung zur Schädigung betroffener Nervenfasern, führt dies zur Überempfindlichkeit. Durch die ständigen Impulse der „small fibers“ entsteht eine Über-Erregbarkeit und Sensibilisierung der sich im Rückenmark befindenden Nervenzellen. Diese aktivieren sich spontan. Für den Patienten bedeutet dies, dass er Schmerzen verspürt, obwohl die eigentliche Ursache nicht mehr vorhanden ist.

 

Schmerztypen der Neuralgie

Patienten mit der Diagnose postherpetische Neuralgie leiden unter verschiedenen Schmerztypen:

  • Sekunden oder Minuten andauernde attackenartig stechende und einschießende Schmerzen,
  • quälende tief sitzende und brennende Dauerschmerzen mit Berührungs-Empfindlichkeit (Allodynie).

Weiter klagen die Betroffenen über:

  • Pruritus (Juckreiz),
  • Parästhesien (beispielsweise Ameisenlaufen) sowie
  • Paresen (Lähmungs-Erscheinungen).

Die Allodynie bezeichnet bereits durch leichte Berührung oder Kleidung verursachte Schmerzen. Die Krankheit stört die Lebensqualität der betroffenen Personen stark. Dies äußert sich durch Schlafstörungen und Einschränkungen bei normalen Aktivitäten des Alltags.

 

Wie erfolgt die Diagnose der chronischen Schmerzerkrankung?

Besteht ein Verdacht auf postherpetische Neuralgie, so erfolgt die Diagnose aufgrund:

  • der Patienten-Geschichte (vorherige Gürtelrose) sowie
  • der körperlichen Untersuchung.
  • Ein Schmerz-Tagebuch
  • eine visuelle Analog-Skala und
  • Schmerz-Fragebögen

bilden Hilfsmittel zur Verlaufs-Kontrolle.

 

Die Schmerzbekämpfung bei postherpetischer Neuralgie

Zur Behandlung der Schmerzen bestehen mehrere Optionen mit unterschiedlichen Wirkungen.

Opioide und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Opioide (Morphin, Tramadol, Oxycodon) sowie NSAR helfen in der Regel bei neuropathischen Schmerzen nicht oder nicht in ausreichendem Maß. Daher sucht der Patient einen Schmerztherapeuten, der mit anderen Mitteln arbeitet, auf.

 

Trizyklische Antidepressiva

Die Wirksamkeit der trizyklischen Antidepressiva ist bei neuropathischen Schmerzen als gering einzustufen. Sie besitzen kardiovaskuläre Nebenwirkungen und gefährden so ältere Patienten, welche die PZN hauptsächlich betrifft. Ärzte bevorzugen daher Nortriptylin sowie Desipramin, die weniger sedierend und anticholinerg wirken als Amitriptylin.

 

Pregabalin und Gabapentin

Die Wirksamkeit von Gabapentin als Schmerzmittel bei PZN ist erwiesen. Es dient mit seinem günstigen Nebenwirkungs-Profil als effektive Alternative zu den trizyklischen Antidepressiva. Ein ähnlicher Wirkstoff wie Gabapentin ist Pregabalin.

 

Systemische Kortikoide in Verbindung mit Aciclovir

Systemische Kortikoide zeigten sich in kontrollierten Studien nicht wirksamer bei der Verhinderung einer PZN als Plazebo oder Aciclovir. Kombiniert vermögen sie die Dauer der akuten Neuralgie (nicht der chronischen) zu verkürzen.

 

Topische Mittel zur Bekämpfung des Schmerzes

Capsaicin, von außen auf die Haut aufgetragen, reduziert die Schmerz-Empfindlichkeit derselben. Der Patient trägt ein topisches Mittel nicht auf aktive Läsionen auf. Alternative Produkte zum Capsaicin bilden Lidocain-Pflaster oder Cremes mit lokal-anästhetischer Wirkung.

 

Antivirale Medikamente im frühen Stadium der Neuralgie

Die Therapie mit antiviralen Medikamenten beginnt im günstigen Fall in einem frühen Stadium der postherpetischen Neuralgie. Zur Verfügung stehen:

  • Aciclovir
  • Famciclovir und

 

Alternative Methoden gegen die Schmerzen der PZN

Neben den Medikamenten helfen diverse nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung von postzosterischen Neuralgien. Dazu gehören:

  • Kälte-Anwendungen,
  • physikalische Therapien (TENS),
  • Umschläge (Wickel),
  • Akupunktur,
  • Techniken zur Entspannung und Ablenkung (progressive Muskelrelaxion nach Jacobson, autogenes Training),
  • Biofeedback,
  • Psychotherapie,
  • Schmerzbewältigungs-Training.

 

Gibt es Möglichkeiten, den chronischen Schmerzen nach einer Gürtelrose vorzubeugen?

Der postzosterischen Neuralgie beugt eine Behandlung der Gürtelrose in einem frühen Stadium mit Nukleosid-Analoga wie Famciclovir, Aciclovir und Valaciclovir vor, ebenso vermag das eine Impfung mit Zostavax®. Dieser Impfstoff besitzt eine Zulassung zur Vorbeugung der PHN sowie als präventive Maßnahme zur Verhinderung einer Gürtelrosen-Infektion.

 

Die postherpetische Neuralgie in der Zusammenfassung

Die postzosterische Neuralgie ist eine chronische Schmerz-Erkrankung nach einer Gürtelrose, die überwiegend ältere und immunsupprimierte Personen betrifft. Die Inzidenz nimmt mit dem Alter des Patienten sowie mit der Dauer und der Schwere des Herpes Zosters zu. Normale Schmerzmittel bringen keine Linderung, sodass der PHN-Patient Kontakt mit einem Schmerz-Therapeuten aufnimmt. Präventiv-Maßnahmen bestehen in einer Impfung mit Zostavax sowie einer frühzeitigen Behandlung der Gürtelrose mit Nukleosid-Analoga.

 

weiterführende Informationen:

http://www.schmerzerkrankung-1.de/postzosterische-neuralgie/

© B. Wylezich – Fotolia.com, Bildlizenz: © Eléonore H – Fotolia.com

veröffentlicht von: Anna Nilsson,


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