Zoster oticus: Gürtelrose am Ohr

Zoster oticus wird durch Varizella-Zoster-Viren und ist eine infektiöse Variante des Herpes Zoster. Die Zweitmanifestation ist auch bekannt unter der Bezeichnung Ramsay-Hunt-Syndrom.

Herpes am Ohr

Zoster oticus – eine Infektion im Ohr

Den Prozess des Erkennens einer Krankheit, die bisher nicht wahrnehmbar war, bezeichnet der Arzt als Manifestation. Zweitmanifestation bedeutet das wiederholte Auftreten dieser Krankheit, was beim Zoster oticus der Fall ist.

Die Symptome beim Zoster oticus

An der Ohrmuschel und dem äußeren Gehörgang setzen sich Bläschen fest, die für den Erkrankten schmerzhaft sind. Dazu kommt eine fieberhafte Infektion, die den Patienten schwächt. Betroffen von der dazukommenden Neuritis ist der siebente Gehirnnerv, der parasympathische, sensible, motorische und sensorische Fasern führt.

Die Neuritis führt zu Lähmungen dieses Nervs, der den Fachausdruck Nervus facialis hat. Einhergehend mit den Lähmungserscheinungen verschlechtert sich das Hörvermögen, was zur Taubheit führen kann. Verbunden mit der Neuritis am Innenohr treten Schwindel und Koordinationsprobleme der Bewegungen, insbesondere am Auge, auf.

Der Patient leidet unter Schmerzen im Ohr und dem angrenzenden Bereich im Gesicht. Ursächlich für die Schmerzen sind die Bläschen, die wie sich ähnlich wie ein Ausschlag im Ohr ausbreiten. Daneben leidet der an Zoster oticus Leidende an Gleichgewichtsstörungen und einem verminderten Hörvermögen.

Weitere Symptome des Zoster oticus sind Geschmacksstörungen und eine Lähmung der Muskulatur im Gesichtsbereich. Die Herpesviren, die für die Erkrankung an Zoster oticus ursächlich sind, greifen auf Gaumen und Zunge über. Selten klagt der Patient über Kopfschmerzen, einem steifen Nacken und ist verwirrt.

Diese Symptome treten allerdings auch bei einer Meningoenzephalitis, einer Gehirnhautentzündung, auf, was die Diagnose erschwert. Die Symptome des Zoster oticus können in einigen Tagen oder Wochen abklingen. Der Hörverlust und die Lähmung des Gesichts sind möglicherweise ganz oder nur teilweise irreparabel.

Untersuchung und Diagnose des Arztes

In der Regel befindet sich der Patient in einer Klinik, wenn der Arzt ihn untersucht. Bevor der Mediziner die Diagnose Zoster oticus an den Patienten weitergibt, führt er verschiedene Tests durch – wie das Audiogramm.

Das Vestibularorgan, das einen Teil des Innenohrs bezeichnet, unterzieht der Arzt einer rotatorischen und thermischen Prüfung. Bei der rotatorischen Prüfung untersucht der Doktor ein vorhandenes Funktionsgleichgewicht des Organs. Die thermische Untersuchung gibt Aufschluss über die periphere Erregbarkeit des Innenohrs.

Bei der Lumbalpunktion entnimmt der Arzt Flüssigkeit aus dem Rückenmark und lässt dieses im Labor untersuchen. Bei der Analyse des Liquors, der Flüssigkeit aus dem Rückenmark, sucht der Mediziner nach einer erhöhten Anzahl Lymphozyten, die zu einer Untergruppe der Leukozyten gehören, wie die Anzahl der Proteine, die im Liquor vermehrt vorkommen. Nach diesen umfangreichen Untersuchungen erhält der Arzt die Ergebnisse, wertet sie aus und kann, sofern die Ergebnisse positiv sind, die Diagnose Zoster oticus stellen.

Die Therapie bei Zoster oticus

Zoster oticus behandelt der Mediziner in der Regel mit Aciclovir, einem Virostatikum. Virostatika bezeichnet die Medikamentengruppe, die auf den Prozess der Vermehrung oder Freisetzung der Viren hemmend wirkt.

Viren haben im Gegensatz zu Bakterien keinen eigenen Stoffwechsel. Antibiotikum kann Bakterien eliminieren, bei Viren helfen diese Mittel nicht. Bisher ist es den Forschern nicht gelungen, die RNA oder DNA der Viren in den Wirtszellen zu entfernen. Die Gruppe der Virostatika hemmt das Ausbreiten und Vervielfältigen der Viren und verhindert das Anbinden der Viren an die Wirtszellen. Zusätzlich zu Aciclovir verordnet der Arzt Gammaglobuline und Antineuralgika. Gammaglobuline unterstützen die Leukozyten bei der Bekämpfung der Viren.

Je früher der Arzt die Diagnose Zoster oticus stellen kann, desto schneller ist der Patient wieder auf den Beinen. Zeigt die medikamentöse Behandlung keine Wirkung, können die Beschwerden dauerhaft sein.

Bei einer chronischen Erkrankung an Zoster oticus kommen Schmerztherapien zum Einsatz sowie weiterführende Konzepte einer Schmerzklinik. Bei Zoster oticus greifen die Viren Teile des Gehirns an, das einen dauerhaften Schaden erleiden kann. Betroffen ist insbesondere die Wahrnehmung durch das Ohr und die Motorik. Anfällig für Zoster oticus sind Menschen mit einer Immunschwäche, beispielsweise Patienten, die sich einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen oder HIV-positive Menschen.

Die Informationen auf dieser Seite sind medizinisch geprüft: Medizinischer Fachbeirat, L.Schnurbus, 
veröffentlicht von: Anna Nilsson,