Gürtelrose bei Frauen

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Die individuellen Besonderheiten der Gürtelrose Erkrankung bei Frauen

Ärzte diagnostizieren die Gürtelrose bei Frauen häufiger als bei Männern. Diesen Fakt belegen die meisten durchgeführten Studien zu diesem Thema. Im Folgenden lesen Sie, welche Besonderheiten in Bezug auf die Gürtelrose bei Frauen existieren.

Frauen über 50 tragen das höchste Risiko für eine PZN

Die postzosterische Neuralgie (PZN) ist eine der häufigsten Komplikationen der Gürtelrose. Frauen über 50 tragen laut einer deutschen prospektiven Studie das höchste Risiko an einer solchen zu erkranken. Die davon betroffenen weiblichen Probanden wiesen beim erstaufgetretenen Herpes Zoster in sakralen (zum Kreuzbein hin gehörend) und kranialen (den Schädel betreffenden) Dermatomen mehr als 50 teils hämorrhagische (blutende) Effloreszenzen auf. In der Prodromalphase (Vorstadium der Erkrankung) litten sie zudem unter dermatomalen Schmerzen.

Frau mit Herpes Zoster, Gürtelrose Erkrankung

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Gürtelrose: Frauen vermehrt von Rezidiven bedroht

Eine Studie der Mayo Clinic belegt, dass Rezidive des Herpes Zoster häufiger vorkommen, als bisher angenommen. Öfter als Männer betrifft die rezidivierende (wiederkehrende) Gürtelrose das weibliche Geschlecht. Patientinnen, die im Verlauf der erstaufgetretenen Gürtelrose länger als 30 Tage unter Schmerzen litten, erkrankten vermehrt erneut. Die Gürtelrose trat in der Regel in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren nach der ersten Herpes-Zoster-Erkrankung wieder auf.

 

Erhöhtes Herpes-Zoster-Risiko bei Frauen in der Menopause

Ein erhöhtes Risiko an einer Gürtelrose zu erkranken, besteht zudem bei Frauen nach der Menopause (Zeitpunkt der letzten Regelblutung). Es ist wahrscheinlich, dass der hormonelle Wechsel das Immunsystem beeinträchtigt und folglich das erhöhte Risiko für eine Herpes-Zoster-Infektion bedingt.

 

Zoster oticus betrifft deutlich mehr Frauen als Männer

Forscher betrachteten im Rahmen einer Studie 91 Fälle eines Zoster oticus die im Zeitraum von 1932 bis 2001 unter dieser Komplikation des Herpes Zoster litten. Die ausgewerteten Dokumente stammen aus dem lückenlosen Archiv einer Universitäts-HNO-Klinik. Die an der Studie mitarbeitenden Personen fanden heraus, dass mit 68,1 Prozent der Zoster oticus als Komplikation einer Gürtelrose Frauen häufiger betrifft als das männliche Geschlecht (31,9 Prozent). Ungefähr die Hälfte der Patienten mit der Diagnose Zoster oticus erkrankten in dessen Folge (und somit auch wieder vermehrt Frauen) an einer postzosterischen Neuralgie.

 

Aufgetretene SIADH nach Herpes Zoster betrifft ausschließlich Frauen

Die bisher bekannten Fälle, bei denen ein lokalisierter Herpes Zoster und das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion auftraten, betrafen ausschließlich Frauen im fortgeschrittenen Alter. Das SIADH entspricht dem Schwartz-Bartter-Syndrom, bei dem es zu einer vermehrten Ausschüttung von ADH (einem Hormon) kommt. Dieses bewirkt eine Überwässerung des Körpers sowie verdünnte Blutsalze. Als Ursache vermuten Wissenschaftler eine durch die Gürtelrose ausgelöste subklinische Meningo-Enzephalitis (kombinierte Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute).

 

Zusammenfassung

Zahlreiche Studien beweisen: Zoster oticus sowie das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion in Verbindung mit der Gürtelrose treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für eine Herpes-Zoster-Erkrankung in der Menopause, dessen Ursache vermutlich in einem hormonell bedingten Immundefizit liegt. Rezidiv erkrankt das weibliche Geschlecht ebenfalls häufiger als das männliche. Demzufolge raten Experten insbesondere Frauen zu einer Impfung.

 

 

Quellen:

https://www.guertelrose-infektion.de/

www.neuro24.de/show_glossar.php?id=1822
www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2004-814105
www.aerzteblatt.de/archiv/6129
www.medknowledge.de/abstract/med/med2011/03-2011-30-Zoster-rezidiv.htm

 

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== Fachautor dieses Artikels ==

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson ist als Medizinautorin seit 2005 Autorin für die Inhalte in unserem Magazin verantwortlich. Ihre Artikel entsprechen dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.


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