Gürtelrose Impfung und Impfstoffe

Die Gürtelrose Impfung gegen den Ausbruch der Gürtelrose ist vorallem für die ab 50-Jährigen sinnvoll und bietet einen gewißen Schutz gegen die Gürtelrose. Die Impfung kann aber auch bei Ausbruch der Gürtelrose Komplikationen wie anhaltenden Schmerzzustände bei postherpetische Neuralgie abschwächen oder verhindern.

Impfung gegen Gürtelrose

Impfung gegen Gürtelrose Viren

Gürtelrose Impfung zur Vorbeugung

Das Serum für die Gürtelrose Impfung ist seit Mai 2006 in den USA zugelassen. Im selben Jahr empfahl die Gesundheitsbehörde die Gürtelrose Impfung für alle Personen, die über 60 Jahre sind.

Arzt berät zur Impfung gegen Herpes Zoster

Arzt berät zur Impfung gegen Herpes Zoster

In Deutschland ist die Impfung mit dem Varizellenimpfstoff bei Kindern ab dem vollendeten elften Lebensmonat in Kombination mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln seit 2004 zugelassen.

Im Jahr 2010 gab die sächsische Impfkommission eine erste Empfehlung für die Gürtelrose Impfung für ältere Menschen heraus.

Der Impfstoff enthält Lebendviren in abgeschwächter Form. Der Virusstamm sowie der Produktionsprozess entsprechen dem Impfstoff gegen Windbocken. Das Serum verabreicht der Arzt dem Patienten mittels einer Spritze in dessen Oberarm. In Deutschland ist die Gürtelrose Impfung für Personen ab dem 50. Lebensjahr zugelassen; in den USA ab dem 60. Lebensjahr. Aktuell erfolgt die Impfung einmal.

Die Gefahr, an Gürtelrose zu erkranken, reduziert sich mit der Impfung um 50 Prozent. Wie bei allen Impfungen kann die Krankheit ausbrechen, jedoch in geschwächter Form und mit weniger Komplikationen.

Der Impfstoff ist noch nicht lange im Einsatz. Daher sind genaue Daten, wie die Wirkungsdauer, noch nicht bekannt. Die Shingles Prevention Study von 2005 aus den USA bildete die Basis für die Zulassung in Deutschland.

Bei dieser Studie wirkten mehr als 38.000 Menschen mit, die ein Mindestalter von 60 Jahren hatten. Ein Teil der Teilnehmer erhielt den Herpes-Zoster-Impfstoff, der andere eine Plazeboinjektion. Im Ausschlussverfahren lehnten die Verantwortlichen Teilnehmer ab, bei denen chronische Schmerzsyndrome, Schwerhörigkeit, Immunschwäche, Krebs oder andere, schwerwiegende Krankheiten vorlagen.

Die Studie dauerte länger als drei Jahre. Während dieser Zeit beobachtete das Team 6.600 Probanden genauer. Nebenwirkungen traten bei dieser Gruppe in den ersten 42 Tagen nach der Impfung auf. Eine große Sicherheitsstudie mit 12.000 Personen erfolgte nach der Zulassung in den USA. Die Ergebnisse überzeugten andere Länder wie Deutschland. Hier gibt es die Empfehlung für die Impfung gegen Gürtelrose seit 2010.

 

Jede Impfung hat ihre Risiken

In der Regel vertragen die Patienten die Gürtelrose Impfung gut. Hohe Risikofaktoren sind nach dem Stand von 2009 nicht bekannt. Nach der Gürtelrose Impfung kommt es häufig zu leichten Schmerzen und Anschwellen im Bereich der Einstichstelle. Kopfschmerzen treten auf und in sehr wenigen Fällen ein Hautausschlag, der ähnlich der Gürtelrose ist. Sehr selten kommt es zu schweren allergischen Reaktionen.

Die Gürtelrose Impfung kann nicht erfolgen, wenn der Patient gegen Neomycin oder andere Bestandteile des Impfstoffes allergisch ist. Ein zu großes Risiko ist die Impfung bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Dazu gehören Patienten, die den HIV-Virus in sich tragen sowie Schwangere, die durch die Gürtelrose Impfung gegen Gürtelrose ihr ungeborenes Kind in Gefahr bringen können. Ist der Patient krank und hat Fieber, dann verschiebt er die Impfung auf einen anderen Zeitpunkt.

Zusammenhänge mit dem Virus HHV-3 mit der Ersterkrankung durch Windpocken sind wissenschaftlich erwiesen.

Diese kurze Zusammenfassung

  •         fast jedes Kind hat Windpocken durchgestanden,
  •         etwa 90 Prozent der Europäer, die 14 Jahre und älter sind, haben den Varizella-Zoster-Virus

nach der Infektion durch Windpocken im Körper,

  •         jedes Jahr erkranken zwischen 350.000 und 400.000 Menschen an Gürtelrose,
  •         mehr als die Hälfte davon sind 50 Jahre und älter

zeigt, wie wichtig die Gürtelrose Impfung ist. Die Impfung ist vom Bundesministerium für Gesundheit empfohlen, jedoch nicht im aktuellen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen vorhanden. Vor dem Impftermin sollten erwachsene Patienten bei ihrer Krankenkasse bezüglich der Kostenübernahme nachfragen.

Bewilligt die Krankenkasse für die Gürtelrose Impfung keine Kostenübernahme, müssen Patienten, die sich gegen Gürtelrose impfen lassen, die Kosten für den Impfstoff und die Arztkosten selbst tragen. Derzeit kostet eine Dosis des Wirkstoffes der Gürtelrose Impfung 148,65 Euro. Die Wirksamkeit der Impfung ist aufgrund der amerikanischen Studie auf gesunde Senioren ab dem 60. Lebensjahr belegt

Gürtelrose-Impfstoff schützt bis ins hohe Alter

Eine Infektion mit Zoster Viren und den Ausbruch der Gürtelrose kann durch eine Schutzimpfung wirksam vorgebeugt werden. Dies gelingt zwar nicht in jedem Fall, aber zumindestens beugt die Impfung einem schweren Verlauf der Gürtelrose vor und verhindert schwerwiegende Komplikationen.

Im Gegensatz zu den meisten Impfungen, die das Ziel verfolgen den Erreger abzuwehren, ist die Gürtelrose Impfung darauf angelegt die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus wirksam zu unterdrücken.

Der Impfstoff Zostavax wurde bereits im Jahr 2006 in den USA zugelassen, im Jahr 2007 erfolgte die Zulassung für Europa. Zostavax ist der einzige Impfstoff gegen die Herpes Zoster, die Gürtelrose. Der Impfstoff ist wie viele andere Impfpräparate ein Lebendimpfstoff und enthält kleinste Zugaben des Varizella-Zoster-Virus. Der Impfstoff wird bei gesunden Menschen, die meist schon mit dem Virus in Berührung kammen und eigene Antikörper besitzen, nicht notwendig. Bei Risikogruppen und Menschen über 60 Jahren eignet sich die Impfung um das Risiko der Folgeerkrankungen zu minimieren. Die Impfung wird in Form einer einmaligen Spritze verabreicht. Ihr behandelnder Hausarzt kann Ihnen zur Gürtelrose Impfung weitere Informationen geben.

 

Update 15.10.2016

Neuer Impfstoff gegen Gürtelrose: Männer bis ins hohe Alter geschützt

Bis ins Seniorenalter vor dem Herpes Zoster geschützt: Ein neuer rekombinanter Impfstoff senkt die Infektionsgefahr um 90 Prozent. Seine Wirkung bewies das gentechnische Produkt in einer Phase III-Studie. Die Studienteilnehmer erhielten nach dem Zufallsprinzip den Impfstoff HZ/su oder ein Placebo. Während der dreijährigen Beobachtungszeit zeigte sich bei den Verum-Patienten die hohe Schutzquote.

 

Gentechnisch hergestellte Subunit-Vakzine als Impfstoff

Im Schnitt erkranken 50 Prozent der Deutschen bis zu ihrem 85. Lebensjahr an der Gürtelrose. Hierbei handelt es sich um eine Reinfektion mit den Windpockenerregern Varicella-Zoster. Lagern sich diese an dem fünften Hirnnerv an, kommt es bei den Betroffenen zu einer Schädigung der Seh- und Hörnerven. Ebenso droht nach der Erkrankung eine postzosterische Neuralgie, die sich in Form von anhaltenden Nervenschmerzen zeigt. Bereits im Jahr 2006 kam der Impfstoff Zostavax von Sanofi Pasteur und MSD auf den Markt. Allerdings profitierten die Verwender nur von einer begrenzten Schutzwirkung.

Durch das im Alter geschwächte Immunsystem verlor der Impfstoff seinen nützlichen Effekt. Bei Menschen mit einer chronischen Immunschwäche erwies sich das Mittel zudem als kontraindiziert. Eine bessere Alternative stellt die gentechnisch hergestellte experimentelle Subunit-Vakzine dar. In dem HZ/su genannten Impfstoff befindet sich das Glykoprotein E der Varicella-Zoster-Viren sowie das Adjuvans AS01B. Die hohe Immunwirkung geht jedoch mit mehreren systemischen Nebenwirkungen einher.

 

GSK entwickelt Impfstoff für immunbelastete Patienten

Trotz auftretender Nebenerscheinungen eignet sich der gentechnische Impfstoff auch für immunschwache Personen. Der Grund besteht darin, dass das Unternehmen GSK zur Herstellung ausschließlich Teile des Varicella-Zoster-Virus verwendet. Das Glykoprotein E löst im Organismus der Patienten eine abgeschwächte Infektion aus, da keine Replikationsfähigkeit der Erreger existiert. Für die Wirkung des Impfstoffs steht die Immunogenität im Mittelpunkt. Um die Körperfremdheit der Substanz gegenüber dem Empfänger zu verstärken, enthält die Vakzine das Adjuvans AS01B.

Das Element kommt gleichermaßen in Injektionen gegen Hepatitis B, AIDS und Malaria vor. Die Schutzwirkung der Gürtelrose-Impfung resultiert aus diesem Inhaltsstoff, wie Thomas Heineman in seiner Phase III-Studie belegte. Die Besonderheit des neuen Impfstoffs besteht in der langen Wirkzeit. Mit dem zunehmenden Alter der Patienten nimmt der schützende Effekt nicht ab. In der Kontrollgruppe der über 70-jährigen Studienteilnehmer lag der Immunschutz noch bei 98,3 Prozent. Dadurch hebt sich die Substanz positiv von dem Konkurrenzprodukt Zovirax, das unter gleichen Bedingungen eine Schutzwirkung von 37,6 Prozent gewährleistet, ab.

 

Reaktogenität führt zu Muskelschmerzen

Ob die verstärkte Immunantwort des Impfstoffs an dem Adjuvans AS01B liegt, wissen die Wissenschaftler bisher nicht. In dem Fall könnten weitere Vakzine von dem positiven Effekt profitieren. Jedoch weist die Substanz HZ/su eine Reaktogenität auf. Hierbei handelt es sich um die Nebenwirkungen, die aus den Bestandteilen der Varicella-Zoster-Viren resultieren. 81,5 Prozent der geimpften Studienteilnehmer klagten über eine Infektion an der Einstichstelle. In dem Injektionsbereich traten Entzündungen und Schmerzen auf.

Bei 66,1 Prozent der Patienten kam es zu systemischen Reaktionen. In der Mehrzahl der Fälle handelte es sich dabei um Muskelschmerzen, die in unregelmäßigen Abständen ein bis drei Tage anhielten. Bei 17 Prozent der Geimpften verstärkten sich die Nebenwirkungen, es kam zu Einschränkungen im Alltag. Jedoch überwogen die Vorteile, sodass sich 96 Prozent der Studienteilnehmer zum zweiten Impftermin meldeten. Schwere Komplikationen, die einen Einsatz der Impfung verhindern, traten während der Beobachtungszeit nicht auf.

Mittlerweile testet das Unternehmen GSK den Impfstoff in Risikogruppen, bei denen ein Lebendimpfstoff nicht infrage kommt. Zu den Betroffenen gehören beispielsweise Menschen mit einer Krebserkrankung, einer chronischen Immunschwäche sowie einer Nierentransplantation. Die Patienten leiden an einem schweren Verlauf des Herpes Zoster. Durch das geschwächte Immunsystem aktivieren sich die Gürtelrose-Erreger häufiger und lagern sich an den peripheren Nervensträngen an. Wandern sie an diesen entlang zur Hautoberfläche, entsteht der charakteristische Ausschlag.

 

Bei den immungeschwächten Personen treten gleichzeitig gesundheitliche Komplikationen, wie anhaltende Nervenschmerzen, ein. Das Hauptaugenmerk des Impfstoffs HZ/su liegt auf der Verträglichkeit, sodass vorwiegend die Risikopatienten von seiner Wirkung profitieren. Bei Menschen mit einer normalen Immunabwehr steht die Verhinderung einer postzosterischen Neuralgie im Mittelpunkt. Ausschließlich die Vorbeugung gegen die Nervenschmerzen zeigt den Nutzen des neuen Impfstoffs an.

 

Männer bis ins hohe Alter geschützt

Durch den Einsatz des Impfstoffs profitieren vorwiegend Männer von einem Immunschutz, der bis ins hohe Alter reicht. Sie leiden häufiger an Infektionen als Frauen. Der Grund besteht in einer ineffektiveren Arbeit der körpereigenen Immunabwehr. Zu dem Ergebnis kam ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Ramona Scotland. In einer Studie wiesen die Wissenschaftler nach, dass die Infektionsanfälligkeit bei Männern erhöht ist. Demnach besteht bei ihnen ebenfalls eine höhere Gefahr, an dem Herpes Zoster zu erkranken. Trotz des schwächeren Immunsystems profitieren auch die männlichen Patienten von der experimentellen Vakzine.

 

 

Autor: Redaktion

(1) Quelle: http://www.arznei-telegramm.de/html/2009_11/0911096_01.html

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/herpes/article/885931/herpes-zoster-impfstoff-verbesserter-wirksamkeit.html

Literatur: 

Sanofi Pasteur MSD: Fachinformation ZOSTAVAX, Stand Juni 2009
EMEA: Europ. Beurteilungsbericht (EPAR) ZOSTAVAX, Stand 2006;
http://ww.emea.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/zostavax/067406en6.pdf
Sanofi Pasteur MSD: Fachinformation VARIVAX, Stand Juni 2009
OXMAN, M.N. et al.: N. Engl. J. Med. 2005; 352: 2271-84


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