Fieber bei Gürtelrose
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Bekommt man leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und fühlt sich schlapp, ist nicht unbedingt ein grippaler Infekt im Anmarsch – so sehen auch die ersten Symptome einer Gürtelrose aus!

Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers gegen Viren

Steigt die Körpertemperatur über die üblichen 37 °C, denkt sich der Körper etwas dabei. Entfesseln die Mitochondrien die Atmungskette und sorgen für eine erhöhte Wärmebildung, soll das eingedrungene Viren abtöten.

Die meisten davon sind so gut an ihren Wirt angepasst, dass sie extrem empfindlich auf leicht erhöhte Temperaturen reagieren. Zumindest ist es ihnen kaum möglich, die Körperzellen, die sie befallen haben, umzuprogrammieren und zur Bildung neuer Viruspartikel zu bringen. Das hindert die Eindringlinge an der Vermehrung und verschafft dem Immunsystem Zeit, sich mit den Erregern auseinanderzusetzen.

Problematisch wird das Fieber nur, wenn die Temperatur über 40 °C ansteigt. Das gilt insbesondere für Kinder – egal welche Krankheit dahintersteckt, bei derart erhöhten Temperaturen sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Auch für Erwachsene ist hohes Fieber gefährlich, denn ab 41 °C drohen körpereigene Eiweiße zu denaturieren und damit funktionsuntüchtig zu werden.

Leichtes Fieber bei Gürtelrose und Grippe: Die Reaktion ist immer die gleiche

Stichwort grippeähnliche Symptome: Die Immunabwehr reagiert auf das Eindringen von Viren immer in der gleichen Weise. Zu den untypischen Beschwerden gehören leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und man fühlt sich schlapp, müde und unwohl. Am häufigsten kommt das beim weit verbreiteten grippalen Infekt vor – daher tippen die meisten Patienten bei entsprechenden Symptomen auf eine nahende Erkältung. Statistisch stimmt das meistens, aber nicht immer. Es kann sich ebenso gut eine andere Virusinfektion dahinter verbergen, etwa die mit dem VZV (Varizella-Zoster-)-Virus, dem Erreger von Windpocken und Gürtelrose.

Fieber bereits bei der Erstinfektion

Fieber tritt bereits auf, wenn die VZV-Viren einen Körper zum ersten Mal heimsuchen. In diesem Falle kommt es zunächst zu Windpocken (Varizellen). Sie äußern sich mit dem typischen Hautausschlag und verschwinden im Kindesalter meistens nach einer Weile ohne weitere Folgen.

Wenn die Windpocken abgeheilt sind, sind die verursachenden Viren aber immer noch vorhanden. Sie haben eine perfide Abwehrstrategie entwickelt, um sich vor Antikörpern und Immunzellen zu schützen: Sie verstecken sich in den Spinalganglien, die links und rechts der Wirbelsäule sitzen und im Kontakt mit dem Rückenmark stehen. Dort sind sie vor dem Zugriff der Immunabwehr geschützt.

Leichtes Fieber bei Gürtelrose

Ab und zu vermehren sich die Viren und testen, wie es um das Immunsystem bestellt ist. Kann es die neuerlich freigesetzten Viren nicht erfolgreich beseitigen, haben diese genügend Zeit, weitere Nervenzellen zu befallen und sich immer weiter auszubreiten. Diesmal kommt es allerdings nicht mehr zu neuerlichen Windpocken, sondern zur Gürtelrose (Herpes zoster).

Leichtes Fieber bei Gürtelrose wird häufig von einem Kribbeln auf der Haut begleitet. Die Viren breiten sich ausgehend von den befallenen Spinalganglien über die Nerven unter der Haut aus und verursachen durch Nervenschäden die Missempfindungen.

Bemerken Sie nach Fieber und grippeähnlichen Symptomen einen gürtelförmigen Hautausschlag, sollten sie am besten sofort zum Arzt gehen. Je früher eine Gürtelrose diagnostiziert und behandelt wird, desto schneller lassen sich die Viren erfolgreich eindämmen und davon abhalten, weiteren Schaden anzurichten. Können sich die Viren ungehemmt ausbreiten, kann das schwerwiegende Schäden wie eine postherpetische Neuralgie hervorrufen und Sinnesorgane schädigen. Ist das Zentrale Nervensystem betroffen, können Hirnhautentzündungen und Entzündungen des Gehirns sogar tödlich enden.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

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