Gürtelrose Diagnose durch den Arzt – So verläuft die ärztliche Anamnese

Nachdem erste Anzeichen der Gürtelrose meist durch den Betroffenen festgestellt werden, sollte dann zur...

Darf man bei Gürtelrose Alkohol trinken?

Herpes zoster entsteht durch eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Wer bei einer Gürtelrose Alkohol...

Zoster gangraenosus – Symptome und Behandlung bei nekrotisierendem Zoster

Infektion der Pusteln und Narben bei Gürtelrose Bei einem Zoster gangraenosus handelt es sich um...

Gürtelrose Patienteninformation

Symptome der GürtelroseDie Gürtelrose (Herpes zoster) ist eine Viruserkrankung, der eine Infektion mit Windpocken vorausgeht. Jahrelang schlummern die Viren versteckt, bis ein schwaches Immunsystem sie hervorlockt.

Einmal freigesetzt entsteht eine Gürtelrose mit Ihren Bläschen und dem gürtelförmigen Hautausschlag. Lassen Sie eine beginnende Gürtelrose frühzeitig behandeln, bessern sich die Symptome schnell. Wenn nicht, kann die an sich harmlose Erkrankung unangenehme Komplikationen nach sich ziehen.

Unsere Patienteninformationen zur Gürtelrose bietet Ihnen umfassendes Informationsmaterial, alle Informationen entsprechen aktuellen medizinischen Leitlinien und dem aktuellen wissenschaftlichen Stand und werden ständig aktualisiert.

Unser Portal ersetzt nicht den Arztbesuch. Bei Anzeichen und Symptomen suchen Sie bitte ihren Arzt auf.

Das Buch zur Gürtelrose

Anna Nilsson zeigt Ihnen auf 168 Seiten alle wichtigen Fakten zur Gürtelrose Erkrankung (Herpes zoster). Sie bekommen den gesamten Überblick und viele hilfreiche Antworten auf alle wichtigen Fragen zu dieser Erkrankung.

  • ganz konkrete Hinweise was Sie tun können
  • Krankheitsverlauf, Symptome, Behandlung und Therapien
  • Ernährungstipps und Alternative Therapien
  • Naturheilkunde und Homöopathie

Wissen für Betroffene

Symptome

Wir zeigen alle Anzeichen der Gürtelrose Erkrankung in den verschiedenen Phasen, von der Reaktivierung bis zum Hautausschlag.

Verlauf

Informationen zum Krankheitsverlauf der Gürtelrose

Gürtelrose Therapie

Wir zeigen die Behandlung der Erkrankung in den verschiedenen Phasen und was Sie selber tun können.

Komplikationen

Informationen zum komplikativen Verlauf und Folgeerkrankungen die nach der Gürtelrose entstehen können.

Antwort auf Patientenfragen:

Dr. Tobias Weigl, Arzt und Schmerzforscher zur Gürtelrose:

Themen der Redaktion

Hirnhautentzündung nach Gürtelrose

Die Hirnhautentzündung kann als Komplikation und Folgeerkrankung einer Gürtelrose auftreten. Wenn die Zoster Viren über die Nervenbahnen bis hin zu den Rückenmarkshäuten beziehungsweise den...

Gürtelrose bei Frauen

Ärzte diagnostizieren die Gürtelrose bei Frauen häufiger als bei Männern. Diesen Fakt belegen die meisten durchgeführten Studien zu diesem Thema. Im Folgenden lesen Sie,...

Gürtelrose Ausschlag

Das deutlichste Symptom einer Gürtelrose stellt der charakteristische gürtelförmige Ausschlag mit vielen kleinen Pusteln auf der Haut dar. Die dabei auftretenden Bläschen sammeln sich...

Autoren unserer Patienteninformation

Dr. rer. medic. Harald Stephan, ist Naturwissenschaftler mit medizinischer Promotion. Als Autor dieser Patienteninformation zur Gürtelrose entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.
Anna Nilsson ist als Medizinautorin seit 2005 für die Inhalte in unserer Patienteninformation verantwortlich. Ihre Artikel entsprechen dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.

Artikel & News

Urintherapie bei Gürtelrose

Bei der Gürtelrose – auch Herpes Zoster genannt – handelt es sich um eine Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren. Zu den charakteristischen Symptomen der Erkrankung zählen...

Gürtelrose am Kopf

Als Kopfrose bezeichnet man eine Gürtelrose im Kopfbereich. Sie gilt als besonders gefährlich, denn in diesem Bereich können die durch die Herpesviren hervorgerufenen Nervenschädigungen...

Gürtelrose am Hals

Die Auslöser für eine Gürtelrose am Hals sind die Varizella-Zoster-Viren, die ebenfalls Windpocken verursachen. Der große Teil der Bevölkerung hatte als Kind Windpocken. Diejenigen...

Gürtelrose Verlauf und Phasen der Erkrankung

Der Verlauf einer Gürtelrose beginnt bereits mit Besiedlung des Menschen durch Varicella-Zoster-Viren im Kindesalter....

Welcher Virus löst Gürtelrose aus?

Der als Gürtelrose bezeichnete Herpes Zoster wird durch Viren der Gruppe Varicella Zoster hervorgerufen,...

Alle Symptome der Gürtelrose in den verschiedenen Stadien

Gürtelrose (Herpes zoster) Symptome beginnen meist ähnlich wie eine Grippe. Danach zeigt sich der...

Warnhinweise vor der Gürtelrose Erkrankung

Noch bevor die eindeutigen äußeren Symptome der Gürtelrose eine Erreger-Reaktivierung – beispielsweise der Hautausschlag...

Themenbereiche

Gürtelrose Bilder der Erkrankung

Unsere Seite mit Fotos und Bildern der Gürtelrose Erkrankungen in den verschiedenen Stadien zeigen anschaulich die Ausbreitung und die äußerlichen Gürtelrose Symptome. Mit Hilfe...

Die besten Hausmittel bei Gürtelrose

Was hilft bei Gürtelrose? Kann man den alten Hausmitteln unserer Vorfahren noch vertrauen? Die umgangssprachlich als Gürtelrose bezeichnete Viruserkrankung "Herpes Zoster" tritt durch einen...

7 Verhaltensregeln bei Gürtelrose

Was sollten Betroffene der Gürtelrose tun Die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöste Gürtelrose ist eine unangenehme Erkrankung, die mit juckendem Hautausschlag und teilweise starken Schmerzen einhergeht....

Nervenausfälle nach Gürtelrose

Bei der Vermehrung der Viren sterben Nervenzellen ab. Eine Regeneration ist nicht möglich - was im Nervensystem weg ist, ist ein für alle Mal...

Gürtelrose am Bein

Die Gürtelrose am Bein wird wie bei alle anderen Formen der Gürtelrose von dem Virus Varicella-zoster ausgelöst, der sich nach einer Infizierung nachweislich lebenslang...

Wie lange wird man bei Gürtelrose krankgeschrieben?

Arbeitsunfähigkeit bei Gürtelrose Patienten sind bei einer Gürtelrose so lange krankgeschrieben, wie die Bläschen benötigen, um komplett zu verkrusten und abzuheilen. Hierbei hängt die Dauer...

Selbsttest auf Gürtelrose

10 Fragen um eine Gürtelrose zu erkennen Die ersten Symptome der Gürtelrose sind allgemein und weisen keine spezielle Charakteristik auf. Typische Begleiterscheinungen zeigen sich erst...

Organschäden durch Gürtelrose

Herpes Zoster Folgeschäden Breitet sich der Herpes zoster im Körper aus, befallen die Varizella-Viren das Hirn, die Hirnhaut und innere Organe. Somit folgen auf eine...

Valaciclovir

Virostatika gegen Gürtelrose Das Medikament Valaciclovir gehört zu den Virostatika gegen Herpes-Infektionen und die Gürtelrose. Erstmals 1995 in der Schweiz zugelassen, stelltValaciclovireine Verbesserung des Medikaments...

Gürtelrose Ansteckung

Infektionswege Die Ansteckungsgefahr bei Gürtelrose ist deutlich geringer als bei der Ersterkrankung Windpocken, ein potentielles Risiko der Ansteckung besteht für jeden der noch keine Windpocken...

Gürtelrose Behandlung und Therapie

Zoster-Viren und Bläschen richtig behandeln Die Behandlung der Gürtelrose (Herpes Zoster) ist in erster Linie darauf ausgerichtet die Symptome zu lindern und die Infektion schnell abheilen...

Gesichtsrose – Symptome und Behandlung

Gürtelrose im Gesicht von: Med. Anna Nilsson, Kontrolle: L. Schnurbus. Eine Gürtelrose im Kopfbereich nennt man...

Gürtelrose am Rücken

Es juckt und brennt im Rückenbereich Die auch Herpes-Zoster genannte Erkrankung geht mit einem typischen...

Wie lange dauert eine Gürtelrose?

Die Dauer der Gürtelrose ist abhänging vom Gesundheitszustand des Betroffenen, vom Zeitpunkt der ersten...

Gürtelrose Behandlungsdauer

Gürtelrose entsteht durch eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, das zu den Herpesviren gehört. Je...

Beschreibung des Krankheitsbild von Dr. Harald Stephan

Gürtelrose (Kurzüberblick)

Dr. Harald Stephan, wissenschaftl. Fachautor, Stand 10.09.2018

Herpes zoster (vom griechischen ἕρπειν, herpein, kriechen und ζωστήρ, zoster, Gürtel) oder Gürtelrose beschreibt sehr gut das Krankheitsbild. Ein gürtelförmiger Hautausschlag zieht sich ausgehend von der Wirbelsäule um den ganzen oder halben Körper. Er besteht aus stark juckenden Bläschen in der Größe eines Stecknadelkopfes. Die englische Bezeichnung shingles rührt in ähnlicher Weise vom lateinischen cingulum für Gürtel. Schuld an der Erkrankung ist ein Herpesvirus.

Epidemiologie

In Deutschland erkrankten rund 400.000 Menschen jährlich an Gürtelrose. Grundsätzlich kann es fast jeden treffen. Denn mit dem 40. Lebensjahr sind rund 98 Prozent der Bevölkerung schon einmal mit dem Virus in Kontakt gekommen. Daher erkrankt auch rund ein Viertel der Bevölkerung im Laufe des Lebens an Gürtelrose. Zwei Drittel der Neuerkrankten sind über fünfzig Jahre alt. Hat man die achtzig hinter sich gelassen, steigt das Risiko sogar auf 50 Prozent an.

Gürtelrose Bläschen
Bild: Bläschen und Ausschlag einer abheilenden Gürtelrose – Urheber: akwit / 123RF.com

Welcher Virus ruft zoster hervor?

In allen Fällen ein alter Bekannter. Denn Gürtelrose kann man nur bekommen, wenn man sich zuvor mit Windpocken infiziert hat. Die Krankheit muss nicht ausgebrochen, sondern kann auch unauffällig verlaufen sein. Erreger ist in beiden Fällen das Varizella-Zoster-Virus (VZV, humanes Herpesvirus-3 HHV-3) , das die beiden Erkrankungen im Namen trägt: Varizellen sind Windpocken.

varicella-zoster virus (VZV)

Meist erfolgt eine Infektion bereits im Kindesalter, wenn man nicht gegen Windpocken geimpft wurde. Nach der Erkrankung nistet sich das Virus in der Isolationsschicht der Spinalganglien, der sogenannten Glia ein. Die Spinalganglien liegen links und rechts der Wirbelsäule. Dort verstecken sich die Viren vor dem Immunsystem, das auf die Nervenzellen nur begrenzten Einfluss hat. Man bezeichnet dieses Stadium auch als Latenzphase.

Gürtelrose am Rücken
Gürtelrose zieht sich über die Schultern Urheber: phadungsakphoto / 123RF.com, www.guertelrose-infektion.de

 

Welche Risikofaktoren gibt es?

Die Viren sind DNA-Viren. Sie bauen ihre DNA in die der Gliazellen ein und verbergen sich so sehr effektiv vor dem Immunsystem. Immer wieder vermehren (replizieren) sie sich und werden an der Zelloberfläche freigesetzt. Normalerweise fängt das Immunsystem sie dort ab und vernichtet sie. Ist das Immunsystem durch die Bekämpfung anderer Erkrankungen beschäftigt oder geschwächt, nutzen die Viren die Gunst der Stunde. Die freigesetzten Viren befallen neue Zellen und verbreiten sich.

Faktoren, die eine Reaktivierung verursachen können, sind

  • ein geschwächtes Immunsystem
    • infolge anderer Infektionen wie Grippe
    • bei Menschen mit AIDS
    • bei Krebspatienten nach Bestrahlung oder Chemotherapie
    • bei Blutkrebspatienten mit Leukämie, da diese auch Immunzellen in Mitleidenschaft zieht
    • bei Patienten nach Organtransplantation durch immunsupprimierende Medikamente
  • Stress
  • Sonneneinstrahlung und UV-Licht allgemein (Sonnenbank).

Die Viren verbreiten sich entlang der Nerven, die aus dem Spinalganglion entspringen, in dem sie sich versteckt gehalten haben (Virusdeszension). Die betroffenen Nervenzellen sterben nach und nach ab. Dadurch entzünden sich die Nerven schmerzhaft, und an der Hautoberfläche bilden sich juckende Bläschen.

Ein Spinalnerv versorgt nur ein bestimmtes Körpersegment, wodurch der typische gürtelförmige Ausschlag zustande kommt. In der Regel sind bei der Gürtelrose ein bis drei Versorgungsgebiete (Dermatome) betroffen. Haben sich die Viren nur auf einer Seite der Wirbelsäule in das Spinalganglion eingenistet, ist folgerichtig nur eine Körperhälfte betroffen.

Somit handelt es sich bei der Gürtelrose streng genommen nicht um eine Infektion, sondern um das Rezidiv einer lange zurückliegenden Krankheit.

Wie findet die Übertragung statt?

Auf jeden Fall lange vor der Erkrankung, da eine Erstinfektion zu Windpocken führt. Diese Kinderkrankheit wird durch Tröpfcheninfektion oder seltener Schmierinfektion übertragen. Die infektiösen Tröpfchen bilden sich vor allem beim Niesen und Husten der erkrankten Person. Gelangen sie direkt oder über infizierte Gegenstände auf die Schleimhaut anderer Personen, stecken sich auch diese an.

Der Erreger ist hochinfektiös, kann aber außerhalb des Körpers nur rund zehn Minuten überleben. Daher ist eine Infektion mit Spielzeug oder anderen Gegenständen eher unwahrscheinlich.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr?

Eine Gürtelrose ist ansteckend. Die größte Ansteckungsgefahr besteht nicht, wenn bereits eine Gürtelrose vorliegt, sondern bei den vorausgegangenen Windpocken. Der Inhalt der Hautbläschen enthält zahlreiche Viren und ist daher infektiös. Wenn kein immunologischer Schutz durch eine Impfung vorhanden ist, kann man sich damit anstecken – allerdings nicht mit Gürtelrose, sondern mit Windpocken. Die Gürtelrose folgt, wenn überhaupt, erst Jahrzehnte später.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Kommen die Viren aus ihrem Versteck, produzieren die Gliazellen der betroffenen Nerven neue Viren. Durch die Umprogrammierung sterben sie letztendlich ab, was eine Entzündung auslöst. Diese führt zu einem Brennen und teils starken Schmerzen, schon bevor sich die Krankheit durch die Wundrose der Haut zu erkennen gibt.

Die ersten Symptome ähneln einer Grippe:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • leichtes Fieber
  • Schmerzen und Kribbeln im Versorgungsbereich der betroffenen Nerven.

Diese Versorgungsbereiche zeigen zunächst eine verminderte Sensibilität (Parästhesie). Nach drei Tagen bilden sich auf der Haut kleine erhabene Stellen, aus denen stecknadelkopfgroße Bläschen werden. Diese füllen sich mit Lymphflüssigkeit und bei Entzünden mit Eiter. Diese Flüssigkeit ist infektiös. Die Bläschen brechen auf, trocknen ein und verkrusten. Es bildet sich so eine schorfige Hautoberfläche. In einigen Fällen bleibt der Hautausschlag aus (Zoster sine herpete) oder ist nur schwach ausgeprägt, in anderen wird er sehr stark.

Insgesamt kann diese Phase bis zu einem Monat dauern. Danach verheilt die Wundrose wieder.

Welche Körperstellen sind betroffen?

In den meisten Fällen der Gürtelrose nisten sich die Viren in den Spinalganglien am Brustkorb ein. Bei einem Ausbruch verbreiten sie sich über die entsprechenden Nerven, die zwischen den Rippen verlaufen (Intercostalnerven). Die Gürtelrose verläuft dann bandartig über den Brustkorb, vor allem an der Vorderseite.

Am Brustkorb und am Bauch sind solche Bänder üblich. Die Gürtelrose kann sich aber auch über Arme und Beine ziehen, da die Innervationsbereiche der Nerven über die ganze Extremität erstrecken.

Herpes zoster tritt auch im Genitalbereich auf, ist da allerdings vom nahe verwandten Genitalherpes (Herpes genitalis) zu unterscheiden. Dafür sind andere Herpesviren verantwortlich, die Herpes simplex-Viren HSV-1 und HSV-2. Diese werden fast ausschließlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Der Herpes zoster des Genitalbereiches zieht sich von den Genitalien großflächig über die Innenseiten der Oberschenkel.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die Gürtelrose führt zu bleibenden kosmetischen Schäden, wenn sich die Hautbläschen durch Bakterien entzünden (Sekundärinfektion). Sind diese so ausgedehnt, dass das Gewebe abstirbt und nekrotisch wird, spricht man von einem Zoster gangraenosus. Zurück bleiben Narben und Pigmentstörungen.

Besonders unangenehm wird die Gürtelrose, wenn sie das Gesicht befällt. Wenn sie den Nerven der mimischen Muskulatur, den Nervus facialis erwischt, lähmt sie vorübergehend die Gesichtsmuskulatur oder sorgt dafür, dass man den Geschmackssinn verliert. Über den Trigeminusnerven (Nervus trigeminus) und den daraus abzweigenden Sehnerven (Nervus opticus) gelangen sie in die Augen. Dort verursachen sie Vernarbungen der Hornhaut (Cornea) und Iris, was zu Erblindung führen kann. Diese Form bezeichnet man als Zoster ophthalmicus.

Beim Zoster oticus ist das Ohr betroffen. Manifestiert er sich im Hörnerven (Nervus cochlearis), führt das zu Schwerhörigkeit oder Taubheit. Handelt es sich um den Nervus vestibularis des Gleichgewichtsorganes, ist der Gleichgewichtssinn in Mitleidenschaft gezogen. Zoster generalisatus bedeutet, dass das gesamte Nervensystem betroffen wird.

Diese Form ist allerdings sehr selten, da sie einen fast vollständigen Ausfall des Immunsystems voraussetzt. Daher tritt diese Form der Gürtelrose fast ausschließlich bei Blutkrebs (Leukämie), AIDS-Patienten oder bei Immunsuppression nach Organtransplantationen auf. Diese Form ist lebensbedrohend und muss sofort klinisch behandelt werden.

Andere lebensbedrohliche Ausprägungen finden sich ebenfalls nur bei stark eingeschränkem Immunsystem. Dazu gehören Entzündungen der Hirnhäute (Zoster-Meningitis), der Rückenmarkshäute (Zoster-Myelitis) und des Gehirns selbst (Zoster-Enzephalitis).

Allgemeine Komplikationen in Form der postherpetische Neuralgie (PHN, Post-Zoster-Neuralgie PZN) treten vor allem bei älteren Patienten häufig auf. Die Nervenentzündungen führen zu außerordentlich starken Schmerzen und können unter Umständen lebenslang fortbestehen. Es handelt sich Schmerzen, die nur bei Berührung auftreten, sich als kurze, heftige Schmerzattacken bemerkbar machen oder als brennende Dauerschmerzen manifestieren. Gerade letztere sind so unerträglich, dass Suizide bei betroffenen Patienten nicht ungewöhnlich sind. Je früher hier mit einer Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Literatur & Quellen

  1. Anna Nilsson: Der Ratgeber zu Herpes zoster. North Charleston: CreateSpace Independent Publishing (2016). ISBN-10: 1532701675.
  2. Wolfram Gerlich, Hans W. Doerr: Medizinische Virologie: Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen. 2. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag (2009). ISBN-10: 3131139625.
  3. Sebastian Suerbaum,‎ Gerd-Dieter Burchard,‎ Stefan H. E. Kaufmann ,‎ Thomas F. Schulz (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 8. Auflage. Heidelberg: Springer Verlag (2016). ISBN-10: 3662486776
  4. Fritz H. Kayser,‎ Erik Christian Böttger,‎ Otto Haller,‎ Peter Deplazes,‎ Axel Roers: Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie. 13. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag (2014). ISBN-10: 3134448130.
  5. Helena M. Tabery: Varicella-Zoster virus epithelial keratitis in Herpes zoster ophthalmicus: In vivo morphology in the human cornea. Heidelberg: Springer Verlag (2011). ASIN: B0068GGDWO.