Gürtelrose Komplikationen der Viruserkrankung

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) verläuft bei 70% aller Erkrankungen ohne Komplikationen, trotzdem ist die Gürtelrose nicht zu unterschätzen und birgt die Gefahr schwere und oft auch langwierigen Folgeerkrankungen oder Komplikationen auszulösen.

Gürtelrose Komplikationen

Gürtelrose Komplikationen

Komplikationen bei Herpes Zoster

Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren. Diese befinden sich seit einer überstandenen Windpockeninfektion im Organismus der Patienten. In der Regel lagern sie sich in den Ganglien des peripheren Nervensystems ab. Kommt es zu einer Immunschwäche – beispielsweise im Zuge einer Erkrankung – „erwachen“ die Erreger. Sie wandern an den Nerven entlang bis zu einem Dermatom, wo der charakteristische Ausschlag ausbricht. Dieser zeigt sich in Form von Pusteln und einer anhaltenden Rötung. Auch beim Herpes zoster besteht die Möglichkeit, dass Komplikationen auftreten.

In 70 Prozent aller Erkrankungen kommt es nicht zu Gürtelrose-Komplikationen. Trotzdem ist die Gürtelrose nicht zu unterschätzen und birgt die Gefahr, schwere und oft auch langwierigen Folgeerkrankungen oder Nebenerscheinungen auszulösen. Zu den häufigen Beeinträchtigungen, die mit dem Herpes zoster einhergehen, gehören der Zoster oticus und der Zoster ophthalmicus. Hierbei lagern sich die Viren am Seh- oder Hörnerv ab. Die Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Gesichtsrose, deren Synonym Kopfrose heißt.

 

Welche Gürtelrose-Komplikationen treten auf?

Abhängig vom befallenen Hautsegment treten beim Herpes zoster, insbesondere bei einem zu späten Arztbesuch, möglicherweise Gürtelrose-Komplikationen auf. Diese betreffen mehr als 20 Prozent der erkrankten Personen. Weitere Nebenwirkungen der Erkrankung zeigen sich in Form von:

 

 

Befällt die Erkrankung das Gesicht (Gesichtsrose) besteht die Gefahr, dass diese auch die Augen betrifft. Der sogenannte Zoster ophthalmicus geht häufig mit einer Hornhautschädigung einher. Diese bewirkt schlechteres Sehen (Visusminderung) und birgt die Gefahr der vollständigen Erblindung. Ebenso gefährlich erweist sich eine Schädigung des Ohres (Zoster oticus). Bei 60 Prozent der Patienten kommt es zu einer Lähmung des Gesichts (Fazialisparese), des Weiteren zu Gleichgewichts-Störungen und Geschmacksstörungen.

Befallen die Varizella-Zoster-Viren den Sehnerv, wandern sie über den Nervus trigeminus. Bei einem schweren Verlauf der Gürtelrose-Komplikation droht eine partielle oder komplette Erblindung. Als Grund dafür stehen die Hornhautnarben, die durch die charakteristischen Herpes-Zoster-Pusteln entstehen, im Mittelpunkt. In der Regel leiden immungeschwächte Personen an der Erkrankung. Im Alter zwischen 40 und 60 Jahren erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Gürtelrose mit Komplikationen einhergeht.

Die Inkubationszeit beim Zoster ophthalmicus liegt bei sieben bis 18 Tagen. Die Form der Gürtelrose verläuft, ebenso wie der häufig auftretende Herpes zoster, in zwei Phasen ab. Während des Prodromalstadiums – auch Anfangsstadium genannt – bemerken die Betroffenen erste Anzeichen für die Reaktivierung der Erreger. Dazu zählt beispielsweise ein vermehrter Tränenfluss sowie eine erhöhte Lichtscheu. Gleichermaßen zeigen sich im Bereich der Augen starke Rötungen und Schwellungen. In einigen Fällen spüren die Patienten ein leichtes Kribbeln unter den betroffenen Hautstellen.

 

Dieses resultiert aus der Bewegung der Viren, die an den Nerven entlangwandern. Dabei entstehen Reizungen, die ein unangenehmes Jucken verursachen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass sich das Dermatom taub anfühlt. Erst später entstehen die roten Vesikel. Vorrangig bilden sie sich an den Schläfen oder unterhalb der Augen. Sobald die Pickelchen trocknen, setzt die Krustenbildung ein. In dem Fall brauchen sich die Verbraucher nicht vor einer Ansteckung zu fürchten. Ausschließlich die gelbliche Flüssigkeit innerhalb der Herpes-Zoster-Bläschen überträgt die Erreger. In der Medizin nennt sich diese Lymphe. Hierbei zeigt sich, dass die Viren ausschließlich auf Personen, die niemals an Windpocken litten, übergehen.

Das bedeutet, dass eine direkte Infektion mit Herpes zoster nicht im Bereich des Möglichen liegt. Zu den Komplikationen der Gürtelrose zählt weiterhin der Zoster oticus. Bei dem Phänomen kommt es zu einer Erreger-Ansammlung im Bereich des Gehörnervs, die einen fiebrigen Infekt nach sich zieht. Weiterhin bemerken die Betroffenen die typischen Pickel an der Ohrmuschel und am äußeren Gehörgang. Aufgrund des empfindlichen Organs geht die Form der Kopfrose mit unangenehmen Schmerzen einher. Zudem folgt der Gürtelrose beispielsweise eine Neuritis des Nervus facialis.

 

Die Mediziner bezeichnen mit dem Begriff eine Entzündung der Gesichtsnerven. Auch hierbei fühlen die betroffenen Personen einen juckenden Reiz sowie Taubheitsgefühle. Im schlimmsten Fall entwickelt sich der entzündliche Prozess bei der Gürtelrose-Komplikation in eine Facialisparese. Hierbei handelt es sich um eine Lähmung, die im Regelfall eine Gesichtshälfte betrifft. Kommt es zu einer Neuralgie im Innenohr, leiden die Verbraucher an einer verschlechterten Hörfähigkeit. Diese geht ohne eine zeitnahe Behandlung in eine vorübergehende Taubheit über. Sie hält unter Umständen mehrere Wochen an.

Zudem besteht die Option, dass eine Neuritis des Vestibularorgans folgt. Der Fachbegriff bezeichnet das Gleichgewichtsorgan. Bei einer Entzündung entstehen Nystagmus und Schwindel. Ersteres erweist sich als rhythmische und im Normalfall unkontrollierbare Bewegung des Organs. In dem Fall leiden die Patienten an einer Gleichgewichtsschwäche. Bei einem Nystagmus des Sehnervs steigt das Risiko, eine Blickhalteschwäche zu bekommen. Seltener sammelt sich der Virus Varizella-Zoster am Nervus trigeminus, sodass eine Trigeminusneuralgie droht. Hierbei zählt das starke Schmerzempfinden zu den charakteristischen Symptomen.

 

Lagern sich die Erreger am Nervus glossopharyngeus ab, bemerken die Betroffenen ein Missempfinden im Rachen. Beispielsweise spüren sie beim Schlucken einen anhaltenden Schmerz. Im Bereich des Mundes und im Rachenraum bilden sich die Herpes-zoster-Pickelchen. Jedoch bedenken die Patienten, dass der Zoster oticus nicht in jedem Fall mit deutlichen Anzeichen einhergeht. Aus dem Grund benötigen die Ärzte eine andere Diagnosemethode. Dazu erstellen sie beispielsweise ein Audiogramm, um die Schallempfindungsschwerhörigkeit nachzuweisen. Zusätzlich besteht die Notwendigkeit, das Gleichgewichtsorgan zu kontrollieren.

Dafür kommt eine rotatorische oder eine kalorische Untersuchung zum Einsatz. Diagnostizieren die Mediziner eine verminderte Erregbarkeit des Organs, identifizieren sie die Gürtelrose-Komplikation. Vorrangig bei den Nebenerscheinungen steht die Einnahme von Antibiotika im Mittelpunkt. Auf die Weise verhindern die Patienten, dass die Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren zu einer Superinfektion ausartet. Diese nennen die Ärzte ebenfalls Zoster generalisatus. Bei dieser Infektion liegt der Befall des gesamten Nervensystems vor. Das bedeutet, dass sich auf der kompletten Hautfläche Bläschen bilden.

 

Den Zoster generalisatus begleiten Merkmale, die einer Windpockeninfektion ähneln. Diese Komplikation der Gürtelrose entsteht, wenn während des segmentalen Erregerbefalls eine Schwäche der körpereigenen Abwehrkräfte besteht. Dadurch breiten sich die Viren auf die Nerven sowie lebenswichtige Organe aus. Zu den typischen Symptomen des Phänomens gehören hohes Fieber – über 40 Grad Celsius – und ein starkes Krankheitsgefühl.

 

Weitere Nebenerscheinungen des Herpes zoster

Seltener und überwiegend bei immungeschwächten Personen kommt es zu einer Zoster-Meningitis, einer Entzündung der Hirnhaut. Bei dieser Erkrankung wandern die Erreger über die Nervenbahn in die Häute des Rückenmarks und in die Hirnhaut. Die Krankheit besteht als akute Infektion und bedarf einer frühzeitigen Therapie. Hierbei beachten die Leser, dass sich die Anzeichen einer bakteriellen und viralen Meningitis als ähnlich erweisen. Aus dem Grund konsultieren die Patienten bereits bei den ersten Symptomen den Hausarzt.

 

Die Inkubationszeit der gesundheitlichen Komplikation liegt zwischen drei bis vier Tagen. Zunächst bemerken die Patienten starke Kopf- und Gliederschmerzen. Später treten eine erhöhte Temperatur, eine allgemeine Abgeschlagenheit und Übelkeit auf. Zu den charakteristischen Merkmalen der Zoster-Meningitis zählt die Nackensteifheit. Durch die schmerzende Muskulatur besteht für die Betroffenen keine Möglichkeit, den Kopf auf oder ab zu bewegen. Des Weiteren führt die Erkrankung zu neurologischen Symptomen.

Dazu gehören epileptische Anfälle und Störungen bei der Hörfähigkeit. Zusätzlich leiden die betreffenden Personen an einem anhaltenden Schwindelgefühl und einer übermäßigen Schläfrigkeit. Um die virale Meningitis zu behandeln, verschreiben die Ärzte Kortikosteroid. Das belegt die Studie: „Corticosteroid Administration and Outcome of Adolescents and Adults With Acute Bacterial Meningitis: A Meta-analysis“ vom Mai 2009. Sie stammt von Zimmerman VA et al.

 

Manchmal erkranken Personen mit Gürtelrose an einer Entzündung des Hirngewebes (^) sowie einer Zoster Myelitis. Letztere bezeichnet eine Entzündung des Rückenmarks. Ebenfalls als den Rücken betreffende Komplikation bei Herpes zoster ist der Zoster Radikulitis bekannt. Als symptomatisch zeigen sich Taubheitsgefühle, Rückenschmerzen und kribbelnde Gliedmaßen. Hin und wieder fehlen dem Patienten die Motorik und diverse Reflexe.

Zu den bekanntesten und häufigsten Komplikationen zählt die Post-Zoster-Neuralgie. Diese kennzeichnen starke Nervenschmerzen. Patienten beschreiben sie als brennend und unerträglich. Besonders gefährdet für die Neuralgie infolge der Gürtelrose sind Menschen fortgeschrittenen Alters. Sie betrifft jeden zweiten Patienten dieser Gruppe und insgesamt dreißig Prozent der an Gürtelrose erkrankten Menschen. Zur Linderung der Beschwerden kommen verschiedene Schmerztherapien infrage. Weitere Hilfe zur Post-Zoster-Neuralgie und Informationen zu den Symptomen finden Sie hier: Neuralgie

 

Ein Typ der Gürtelrose ist der Zoster disseminatus. Dieser beschreibt eine Infektion des Blutes mit Herpesviren und betrifft ein bis zwei Prozent der immunkompetenten Patienten. Bei dieser Form der Gürtelrose-Erkrankung sind mehr als 25 Hautbläschen charakteristisch. Komplikationen gibt es durch einen möglichen Befall der inneren Organe. Den Windpocken ähnlich erscheinen die Bläschen beim Herpes-Zoster-Typ am ganzen Körper. Die Herpesinfektion des gesamten Nervensystems und der inneren Organe befällt immunschwache Personen. Sie gilt als die gefährlichste der Herpes-Erkrankungen. Unbehandelt führt sie zum Tod.

Treten bei Ihnen nach einer Herpes-Zoster-Infektion Komplikationen auf, suchen Sie umgehend den Hausarzt auf. Besonders bei Menschen über 40 Jahren kommt es vielfach zu schweren Verläufen der Gürtelrose, dabei betrifft das oft Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Zu den häufigen Beschwerden zählen die Ausbreitung auf das Auge oder auf das gesamte Gesicht. Des Weiteren droht nach der Erkrankung eine Schädigung des Gehörgangs. Kommt es zu einer Beteiligung des Zentralen Nervensystems, steht eine sofortige Behandlung im Vordergrund.

weitere Komplikationen:

dadurch können folgende Erkrankungen auftreten:

  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Hirnentzündung (Enzephalitis)
  • Rückenmarkentzündung (Myelitis)
  • Guillain-Barré-Syndrom
  • Lähmungen

Beitrag erstellt am: 02.03.2003 aktualisiert am 21.07.2013 Autor: Redaktion – M.Foerster, S.D.Müller

Eine Behandlung und Diagnose bei Verdacht auf Gürtelrose oder andere Herpes Erkrankungen ist immer durch einen Arzt zu stellen. Eine Eigendiagnose oder Eigenbehandlung darf nicht durchgeführt werden.

Literatur:

Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen/ Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.
Harrisons Innere Medizin. Dt. Ausg. der 17. Aufl. Hrsg. der dt. Ausg. M. Dietel et al. ABW Wiss.-Verl. GmbH, 2009, S. 11369–1373
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.htm


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