Gürtelrose und der Trigeminus-Nerv

Beim Nervös Trigeminus handelt es sich um den Hirnnerv, der die Sensorik (also die Empfindungen) der jeweiligen Gesichtshälfte kontrolliert. Er leitet Schmerzreize an das Gehirn weiter und sein „Äste“ verlaufen von der Stirn über die Ohrregion bis zum Mund- und Kieferbereich.

Wer schon einmal eine sogenannte Trigeminus-Neuralgie erlebt hat, der weiß, dass die entsprechenden Schmerzen extrem quälend und kaum auszuhalten sind. Sie strahlen in alle Äste des betroffenen (linken oder rechten) Gesichts-Nervs aus und erschweren insbesondere die Kaubewegungen.

3D Illustration of Human Brain Neurons structure.Copyright: K_E_N Bigstockphoto

Bei einer Erstmanifestation der entsprechenden Neuralgie kann man auf die Idee kommen, dass Zahn- oder Ohrenprobleme diese Störung verursachen. Eine genaue Abklärung der Ursachen muss hier natürlich erfolgen, da heftige Schmerzen im Bereich des Gesichts durch eine große Zahl von Ursachen ausgelöst werden können.

Differentialdiagnosen: Trigeminusneuralgie oder Zahnschmerzen

Eine Herpes-Zoster-Infektion im Bereich des Gesichtes kann diagnostisch einige Tücken mit sich bringen. Üblicherweise kündigt sich diese zunächst in Form einer reinen Schmerzsymptomatik an, auf die erst im Laufe der Erkrankung der herpes-typische Ausschlag folgt.

In seltenen Fällen bleibt letzterer ganz aus, so dass zunächst die Diagnose einer Trigeminus-Neuralgie gestellt wird. Da die Trigeminus-Neuralgie unbekannter Ursache nur schmerzmedizinisch, nicht aber antiviral behandelt wird, kann es hier auf Grund eines zu langen „Zuwartens“ zu dauerhaften Schädigungen kommen.

Falls ein Betroffener zunächst den Weg zum Zahnmediziner macht, muss auch dieser differentialdiagnostisch sowohl an eine idiomatische Trigeminusneuralgie als auch an einen durch Varicella-Zoster-Viren ausgelöstes Syndrom denken um den Patienten an den richtigen Experten weiter zu vermitteln.

Die Gürtelrose kann bei Auftreten im Bereich des Gesichtes zu Beschwerden führen, die den uns bekannten Zahn- und Ohrenschmerzen oder einer idiopathischen Trigeminus-Neuralgie ähneln. Insbesondere bei älteren und möglicherweise immungeschwächten Patienten sollte der Arzt auch – unabhängig vom Auftreten des typischen Ausschlages – eine Gürtelrose des Gesichtes als Option in die eigenen diagnostischen Überlegungen mit einbeziehen, so dass rasch mit einer antiviralen
Therapie begonnen werden kann.

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