Darf man bei Gürtelrose arbeiten?

Mit dem Auftreten der ersten Symptome einer Gürtelrose ist man arbeitsunfähig – ein sofortiger Gang zum Arzt angezeigt. Neben einer ausführlichen Anamnese untersucht er das Blut des Patienten und nimmt bei Bedarf Gewebeproben. Bestätigt sich eine Erkrankung mit dem Varizella-Zoster-Virus, leitet der Arzt die erforderliche Behandlung ein. Außerdem verschreibt er Medikamente, welche die Schmerzen lindern und das Abheilen der Bläschen beschleunigen. Sogenannte Virostatika unterstützen den Heilungsprozess, der bei einem gesunden Menschen bis zu vier Wochen dauert.

Arztgespräch zu Herpes zoster. Copyright: Nyul bigstockphoto

Der Betroffene erhält sofort eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Arbeiten bei Gürtelrose – ja oder nein?

Eine berufliche Tätigkeit während einer Erkrankung an Gürtelrose bedarf der Zustimmung des Arztes. Mit Stress verbundene Tätigkeiten begünstigen das Fortschreiten der Krankheit. Stress gehört neben Immunschwäche und hohen Alter zu den häufigsten Auslösern einer Gürtelrose.

Bei Verdacht auf Gürtelrose sofort zum Arzt

Ein geschwächtes Immunsystem birgt die Gefahr, dass sich das Virus über den gesamten Körper ausbreitet. Dann sind neben der Haut wichtige innere Organe sowie Augen und Ohren betroffen. In der Regel stellt der Arzt den Betroffenen von der Arbeit frei, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Kontakt zu anderen Personen meiden

Bei vielen Tätigkeiten haben die Betroffenen ständigen Kontakt zu anderen Menschen. Eine Gürtelrose kann sich unter ungünstigen Umständen auf die engeren Mitarbeiter übertragen. Neben direkten Körperkontakt, beispielsweise beim Händeschütteln, breitet sich das Virus über gemeinsam genutzte Gegenstände aus. Eine mangelnde Hygiene erhöht deutlich das Risiko für eine Kontakt- oder Schmierinfektion. Außerdem vermittelt der Hautausschlag auf offenen Körperteilen einen unschönen Anblick. Daher kommt eine Tätigkeit im öffentlichen Sektor wie der Lebensmittel- oder Dienstleistungsbranche nicht infrage. Zudem besteht bei Gürtelrose eine Meldepflicht an das zuständige Gesundheitsamt.

Bei einer Gürtelrose treten neben dem Hautausschlag weitere Symptome wie Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber auf. Das verminderte Wohlbefinden führt zu einer Leistungseinbuße. Die Konzentration lässt nach, Fehler bei der Arbeit häufen sich. Ärzte empfehlen, mit der Arbeit bis zum Abheilen der Gürtelrose zu pausieren. Bei optimalem Krankheitsverlauf heilt der Hautausschlag in einem Monat ab. Dann steht einer beruflichen Tätigkeit nichts mehr im Wege.

Info:
Eine Gürtelrose entsteht durch eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Das Virus überträgt sich auf andere Personen durch Kontakt- und Schmierinfektion. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen treten die ersten Symptome auf. Es kommt zu starken Schmerzen in der jeweiligen Hautregion. Nach zwei bis drei Tagen bilden sich kleine Bläschen, die im weiteren Verlauf platzen und verkrusten. Diese enthalten eine infektiöse Flüssigkeit, durch welche sich das Virus auf andere Personen überträgt. Daher besteht die Gefahr einer Ansteckung bis zum vollständigen Abheilen des Hautausschlages.

Literatur und Quellen:

  • Anna Nilsson: Gürtelrose. Der Ratgeber zu Herpes zoster. North Charleston: CreateSpace Independent Publishing (2016). ISBN-10: 1532701675.
  • RKI Fachinformationen zum zoster Erreger abgerufen ↑
  • Wolfram Gerlich, Hans W. Doerr: Medizinische Virologie: Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen. 2. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag (2009). ISBN-10: 3131139625.
  • Helena M. Tabery: Varicella-Zoster virus epithelial keratitis in Herpes zoster ophthalmicus: In vivo morphology in the human cornea. Heidelberg: Springer Verlag (2011). ASIN: B0068GGDWO.
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