Zoster Ophthalmicus – Symptome und Behandlung

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Zoster Ophthalmicus ist eine Form der Viruserkrankung Herpes Zoster und führt zu schmerzenden Hautausschlägen mit Bläschenbildung. Die umgangssprachliche Bezeichnung lautet Gürtelrose. Erreger der Krankheit ist das Varizella-Zoster-Virus (kurz VZV). Das Virus gehört zur Gruppe der Herpesviren.

Gürtelrose (Herpes Zoster Viren)

Komplikation Zoster Ophthalmicus

Die Gürtelrose tritt an unterschiedlichen Stellen auf. Die genaue Lokalisation bestimmt das Versorgungsgebiet der von den Viren befallenen Nerven.

In Abhängigkeit von der Lokalisation unterscheidet die Medizin verschiedene Formen. Eine davon ist der Herpes Zoster Ophthalmicus. Hierbei handelt es sich um eine Gürtelrosenerkrankung im Bereich des Gesichtes und der Augen. Ein alternativer Name für Zoster Ophthalmicus lautet „Gesichtsrose“.

Zoster Opthalmicus: eine Komplikation der Gürtelrose

Der Zoster Ophthalmicus gilt als eine Komplikation der Varizella-Zoster-Viren. Grund sind auftretende Negativfolgen der Erkrankung. Die Komplikationen sind zu unterscheiden in den Befall der Augen- oder der Gesichtsnerven. Nach der Abheilung der Bläschen und der Kruste droht die Bildung von Narben. Das hat im Bereich der Augen gravierende Auswirkungen.

Befallen die Erreger beim Zoster Ophthalmicus die Augennerven, verbleiben nach der Erkrankung möglicherweise Vernarbungen an der Hornhaut. Das führt zu Einschränkungen des Sehvermögens bis hin zur Erblindung. Die Vernarbungen der Hornhaut sind nicht reversibel. Ein Befall der Gesichtsnerven geht mit der Gefahr von Gesichtslähmungen einher. Dazu drohen Beeinträchtigungen des Geschmacksinns. Die Lähmungserscheinungen gehen in den meisten Fällen zurück.

Diagnose und anschließende Therapie

Die Diagnose einer Herpes-Zoster-Erkrankung erfolgt auf Grundlage der typischen Gürtelrose Symptome. Ein Nachweis des Virus ist lediglich bei unsicheren Anzeichen oder komplizierten Krankheitsverläufen vonnöten. Der Zoster Ophthalmicus erfordert aufgrund der drohenden Komplikationen eine frühzeitige Behandlung mit Gürtelrose Medikamenten.

Der Arzt verschreibt Tabletten mit virushemmendem Wirkstoff. Ein Beginn der Behandlung innerhalb der ersten Trage der Erkrankung verkürzt die Dauer der Krankheit. Ein Befall der Augen erfordert weitere Maßnahmen. Drohen Vernarbungen der Hornhaut, finden lokal virostatische Salben Verwendung. Zur Therapie einer Bindehautentzündung eignen sich Augentropfen. Entzündungen im Inneren des Auges erfordern den Einsatz von Augentropfen mit Cortison. In schwerwiegenden Fällen entscheidet sich der Arzt für eine intravenöse Verabreichung der Medikamente. Zusätzlich empfiehlt sich die Gabe von Schmerzmitteln aufgrund der auftretenden Schmerzen.

Ausbreitung in den Gesichts- und Augennerven

Grundsätzlich ist ein Ausbruch der Gürtelrose an jeder beliebigen Stelle des Körpers möglich. Rund 50 Prozent der Erkrankungen sind am Rumpf lokalisiert. Der Zoster Ophthalmicus – die Gürtelrose im Gesicht – tritt im Schnitt bei zehn bis 15 Prozent auf. Zwischen 30 und 40 Prozent der Fälle des Zoster Ophthalmicus gehen mit einer Beteiligung des Augennervs einher.

Entscheidend für den Ausbruch der Erkrankung ist die Lage des Nervs, in dem sich die Erreger ausbreiten. Dort bewirkt die Reaktivierung der Viren eine Entzündung des Nervengewebes. Im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervenstrangs entstehen Bläschen auf der Haut. Die Bläschen sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. Bei Zoster Ophthalmicus ist der gleichnamige „Nervus Ophthalmicus“ von den Viren befallen. Der Nerv führt von der Schädelhöhle in die sich hinter dem Auge befindende Augenhöhle.

Symptome und typischer Krankheitsverlauf

Die Entzündung des Nervengewebes führt zu einem typischen Krankheitsverlauf. Die Erkrankung äußert sich zunächst mit Symptomen wie starken Schmerzen und Brennen. Möglich sind ferner Müdigkeit und Abgeschlagenheit. In der Regel treten die genannten Symptome zwei bis drei Tage vorher auf, ehe sich Veränderungen der Haut zeigen.

Die nächste Phase des Herpes Zoster Ophthalmicus sind kleine, rote Stellen im Bereich des Gesichtes. Die geröteten Stellen bilden gespannte und mit einer Flüssigkeit gefüllte Bläschen aus. Die Bläschenbildung nimmt weitere zwei bis drei Tage in Anspruch. Im nächsten Stadium platzen die Bläschen und trocknen aus. An den Hautstellen entsteht eine gelblich-braune verkrustete Schicht. Innerhalb von zwei bis drei Wochen heilt der Zoster Ophthalmicus ab. Die genannten Symptome und Hautveränderungen treten im Falle des Herpes Zoster Ophthalmicus häufig ausschließlich auf einer Gesichtshälfte auf. Ergänzende Symptome sind beim Zoster Ophthalmicus Schwellungen – insbesondere im Bereich der Augenlider. Infiziertes Sekret aus den Bläschen führt unter Umständen zu einer Bindehautentzündung.

Viren lösen bei Erstinfektion Windpocken aus

Der Erreger von Zoster Ophthalmicus, die Varizella-Zoster-Viren, ist weltweit verbreitet. 98 Prozent der Bevölkerung kommen bis zum 40. Lebensjahr mit dem Erreger in Kontakt. Somit sind alle Menschen der Gefahr eines Zoster Ophthalmicus ausgesetzt.

Das Varizella-Zoster-Virus ist neben der Gürtelrose Auslöser der Windpocken. Aus diesem Grund sind in Europa schätzungsweise ungefähr 90 Prozent aller Personen über 14 Jahren Träger der Erreger. Die Erstinfektion mit den Viren äußert sich in den meisten Fällen mit der erwähnten Krankheit Windpocken. Die Erreger sind hochansteckend, die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion oder Kontaktinfektion. In der Luft behalten die Viren lediglich über einen Zeitraum von zehn Minuten ihre Ansteckungsgefahr.

Nach der Erkrankung an Windpocken ist der Betroffene gegen ein erneutes Auftreten immun. Dennoch verbleiben die Viren im Körper: in den Ganglien der Hirnnerven und den Nervenwurzeln des Rückenmarks. Eine Reaktivierung ist jederzeit möglich. Potenzielle Auslöser sind ein geschwächtes Immunsystem und Stress. Aus diesem Grund ist die Gürtelrose keine neue Infektion, sondern die Aktivierung im Körper vorhandener Viren. Die direkte Übertragung von Zoster Ophthalmicus ist ausgeschlossen. Ohne vorherige Windpocken kommt es zu keiner Zostererkrankung.

Unter normalen Umständen sind die in den sensorischen Ganglien latent (schlummernd) vorhandenen Viren ungefährlich. Das gesunde Immunsystem verhindert einen Ausbruch der Erreger. Eine erneute Aktivierung der Varizella-Zoster-Viren droht in einer geschwächten Phase der Körperabwehr. Stress ist ein häufiger Grund. Starke Medikamente führen zur selben Wirkung. Patienten mit einer durch Krankheiten wie AIDS ausgelösten Immunschwäche sind ebenfalls vom Ausbruch der Erreger bedroht. In diesem Fall vermehren sich die Varizella-Zoster-Viren und dringen in die Nervenzellen vor und lösen Zoster Ophthalmicus aus.

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

Literatur:

Lilie, H. M., Wassilew, S. W., Herpes zoster: Frühe Therapie ist wichtig. Pharm. Ztg. 150, Nr. 20 (2005) 1782-1785.
Levin MJ. Zoster vaccine. In: Plotkin SA, Orenstein WA, Offit PA, eds. Vaccines. 5th ed. Philadelphia, PA: Saunders Elsevier, 2012.

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