Gürtelrose Schlaganfall Risiko

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Zusammenhang zwischen Gürtelrose und Schlaganfall

Gürtelrose steigert das Risiko, im Folgejahr an einem Schlaganfall zu leiden. Die Gürtelrose birgt bei einigen Ausformungen Risikofaktoren.

Die durch den Herpes-Zoster-Virus hervorgerufene Gürtelrose zieht die Gefahr für Folgeerkrankungen nach sich. Darunter befinden sich schwerwiegende Beeinträchtigungen, wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Forscher schätzen das Risiko auf 30 bis 70 %. Die Zahl variiert mit dem individuellen Risiko des Patienten.

schlaganfallrisiko bei Gürtelrose

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Welche Patienten haben ein höheres Risiko?

Gürtelrose und Schlaganfall stehen in einem Verhältnis, wenn bestimmte Personengruppen die Gürtelrose erhalten. Insbesondere bei Personen zwischen 18 und 40 Jahren vermuten Neurologen ein verstärktes Risiko.

Hier liegt es in Relation zu der Vergleichsgruppe ohne Gürtelrose um 74 % höher. Zudem treten bei dieser Personengruppe neben dem eigentlichen Schlaganfall kleinere Hirninfarkte auf. Die kleinen Attacken finden sich bei älteren Personen mit Gürtelrosen. In Zahlen drückt sich diese Risikoverschiebung so aus, dass circa 40 von 100.000 Patienten mit einer Gürtelrose einen Schlaganfall im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang erleiden.

Ärzte suchen bei jungen Patienten mit einer Gürtelrose nach den klassischen vaskulären Risikofaktoren und beobachten die Gefäßveränderungen in der Folgezeit. Eine weitere Risikogruppe stellt eine Gürtelrose um das oder am Auge da. In diesem Fall erhöht sich das Schlaganfall-Risiko um den Faktor Fünf im Vergleich zu Personen mit einer anders verlaufenden Gürtelrose.

Wie lange und warum erhöht sich das Risiko?

Studien belegen unterschiedliche Verläufe des Risikopotenzials. Teilweise erhöht sich dieses bis zu einem Jahr nach der Infektion. Bei ungünstigen Trigger-Konstellationen fanden Forscher auch ungünstige Gewebepotenziale 20 Jahre nach der Infektion.

In einer Fallkontrolle ergab sich, dass Gürtelrose an den Hirnnerven unwiderruflich das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Im ersten Jahr nach der Gürtelrose kommt ein Schlaganfall bis zu 63 % häufiger vor. Zwei weitere Monate später erreichen die vaskulären Gegebenheiten einen Risikofaktor von 42 %. Dafür verringert sich das Risiko für Gürtelrose und Schlaganfall bei der Gabe von antiviralen Mitteln in dieser Phase um die Hälfte.

Forscher suchen bis heute nach der Ursache für die häufigeren Kombinationen von Gürtelrose und Schlaganfall. Sie vermuten einen sogenannten Trigger, einen impulsgebenden Prozess im Körper. Bei einer Gürtelrose entzünden sich Nervenenden und Gefäßstrukturen verändern sich. Die Krankheit schädigt das Gewebe. Dementsprechend kommt als Trigger eine postzosteritäre Entzündung infrage. Vaskuläre Komplikationen im Zusammenhang mit der Gürtelrose bilden einen zusätzlichen Trigger neben der Erkrankung selbst.

Aus mehreren Studien ging hervor, dass Folgeerkrankungen und die Gürtelrose an sich einen Trigger für einen Schlaganfall darstellen. In der Zusammenschau ergeben die Trigger des Patienten sein individuelles Risiko.

Bei jüngeren Patienten, deren vaskuläre Leistungsfähigkeit nicht feststeht, achten Mediziner vermehrt auf weitere mögliche Trigger. Dazu zählen Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Andere Neurologen vermuten, dass die Viren bei der Kombination Gürtelrose und Schlaganfall zu einem früheren Zeitpunkt reaktiviert wurden. Sodann gelangen sie ins Blut und lösen die Kette der Erkrankungen aus. Gürtelrose bekommen ausschließlich Patienten, die das zugrunde liegende Varizella-Zoster-Virus in Form von Windpocken bereits durchlebten.

 

Mittel gegen einen zosteriell bedingten Schlaganfall

Forscher und Neurologen arbeiten an Medikamenten, die nach der Infektion das Risiko für einen Schlaganfall senken. Gürtelrose und Schlaganfall als Folge lassen sich optimal mit einer frühzeitigen Eingrenzung des Risikos vermeiden. Dementsprechend raten Mediziner, bei Risikogruppen frühzeitig zu impfen.

Darüber hinaus verläuft eine Gürtelrose leichter mit der frühzeitigen Gabe von antiviralen Mitteln. Je kürzer die Rose anhält, desto geringer fällt das Risiko für einen Schlaganfall aus. Neben der Gürtelrose verursachen ähnliche Entzündungen Schlaganfälle als Folge. Der Zeitfaktor unterscheidet sich zwischen den Patientengruppen erheblich.

Mediziner beobachten neben dem Schlaganfall-Potenzial vermehrt Herzinfarkte und andere kardiovaskuläre Erkrankungen. Neben den Entzündungen durch die Gürtelrose erzeugen Stressreaktionen auf Dauerbelastungen Schlaganfälle. Schmerzen und muskuläre Beschwerden erzeugen Dauerstress, der Gerinnsel und arterielle Blockaden begünstigt.

Die Gürtelrose und die zugrunde liegenden Viren sind eine Gefahr für Hirnarterien und weitere Bereiche. Dementsprechend gilt es, frühzeitig die Situation des Patienten zu ermitteln. Hinweise geben die Lebensgewohnheiten, wie Nikotinabusus oder Übergewicht. Diese kommen im Zusammenhang mit der Gürtelrose als Trigger bei jeder Altersgruppe in Betracht.

 

Gürtelrose und Schlaganfall stehen in engem Zusammenhang. Es bedarf genauer Analyse des Patienten, um Gefahren zu minimieren. Forscher suchen nach den Ursachen und betreiben zahlreiche Studien.

veröffentlicht von: Anna Nilsson,  © Gunnar Assmy – Fotolia.com

== Fachautor dieses Artikels ==

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson ist als Medizinautorin seit 2005 Autorin für die Inhalte in unserem Magazin verantwortlich. Ihre Artikel entsprechen dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.


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