Zytomegalie Virus ( Humane-Zytomegalie-Virus )

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Das Zytomegalie-Virus gehört zu der Familie der Herpesviren. Wie für Herpesviren typisch, vermehrt sich das Zytomegalievirus langsam und nimmt nur den Menschen als Wirt an. Die Übertragung geschieht über das Blut oder Organtransplantationen oder über Schmier- und Tröpfcheninfektion.

Active nerve cells

Zytomegalievirus – aus der Familie der Herpesviren

Der Kontakt mit infiziertem Urin, Speichel, Scheiden- und Zervixsekret, Sperma oder Muttermilch führt unter Umständen zu einer Übertragung. Über die Plazenta überträgt eine Mutter den Virus auf den Fötus während der Schwangerschaft.

Symptome der Infektion mit dem Zytomegalie-Virus:

Bei einer Erstinfektion mit dem Zytomegalievirus kommt es in den meisten Fällen zur Zytomegalie, die aber keine oder nur schwachen Symptome hervorruft. Ein bis zwei Prozent der Infizierten weisen Krankheitsanzeichen auf. In den häufigsten Fällen bleibt die Infektion daher unbemerkt.

Eine genaue Inkubationszeit der Zytomegalie herauszufinden, gelingt Mediziner nicht, da eine geringe Menge an Infektionen ausbrechen. Vermutungen belaufen sich auf zwei bis zehn Wochen. Tritt die Infektion in Form von Symptomen in Erscheinung, deutet das auf ein schwaches Immunsystem hin.

Gibt es Symptome bei einer Zytomegalie Infektion mit dem Zytomegalievirus, gleichen diese dem Pfeifferschen Drüsenfieber mit Fieber und angeschwollenen Lymphknoten. Kopf- und Gliederschmerzen, seltener treten Nerven- oder Leberentzündungen auf. Der Krankheitsverlauf gestaltet sich bei Immunsupprimierten wie etwa Leukämiekranken schwerer. Komplikationen wie Lungen-, Dickdarmentzündungen oder Netzhautbefall bei AIDS-Kranken kommen unter Umständen zu den Symptomen. Bakterien nisten sich bei Immunsupprimierten mit einer Infektion des Zytomegalievirus häufig ein. Sie befallen den Magen-Darm-Trakt und nehmen unter Umständen einen tödlichen Ausgang.

Zytomegalie

Risikogruppe der ungeborenen Kinder

Die Infektion eines ungeborenen Kindes mit dem Zytomegalievirus erweist sich ebenfalls als schwerwiegend bis lebensgefährlich. Diese Form stellt die häufigste Infektion während der Schwangerschaft dar. 0,3 bis vier Prozent der Schwangeren infizieren sich und infolgedessen wiederum mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent ihr Kind.

Jedoch brechen bei nur zehn Prozent der infizierten Kinder Symptome aus. Eine Infektion mit dem Zytomegalievirus in der ersten oder zweiten Schwangerschaftswoche führt unter Umständen zu Fehlbildungen beim Kind. Die Fehlbildungen betreffen in erster Linie Muskeln, Skelett, Herz-Kreislauf-System und den Magen-Darm-Trakt. Ein zu kleiner Schädel, vergrößerte Leber und Milz, Gelbsucht, Hör- und Blutgerinnungsstörungen sowie geistige Behinderung treten selten auf. Viele der Symptome zeigen sich erst nach einigen Tagen nach der Geburt. 30 Prozent der infizierten Kinder sterben an den Folgen des Zytomegalievirus.

Als Nachweis für eine Zytomegalie Infektion während der Schwangerschaft dient ein Test auf die Antikörper gegen das Zytomegalievirus. Der behandelnde Arzt führt ihn in der Frühschwangerschaft und dann noch einmal in der 20. bis 24. Woche durch. Infiziert sich die Schwangere und erkrankt, meldet sie das sofort ihrem Arzt.

Diagnose, Therapie und Vorsorge bei Zytomegalie

Allgemein führt der Arzt die Diagnose des Zytomegalievirus anhand von Antikörpernachweis, Virusanzüchtung sowie Polymerase-Kettenreaktion durch. Virale Antigene weist er zudem mithilfe von Immunfluoreszenz nach. Virale Antigene stellen Bestandteile des Virus dar, die eine Immunreaktion hervorrufen.

Eine Zytomegalie Infektion braucht in der Vielzahl der Fälle keine Behandlung, da keine Symptome auftreten. Bei Symptomen genügt es meist, auf diese mit entsprechender Medikation einzugehen. Bei Patienten, mit einem unterdrückten Immunsystem, wie an Leukämie Erkrankte, wenden Mediziner hingegen Virostatika an. Liegt eine bakterielle Infektion zusätzlich vor, therapiert der behandelnde Arzt auch diese medikamentös.

Zur Vorsorge bei Organtransplantationen führt der behandelnde Arzt gewöhnlich eine Impfung gegen das Virus durch. Bei einer geplanten Unterdrückung des Immunsystems kommt es mithilfe einer Impfung zu einem abgeschwächten Ausbruch der Infektion. Die Impfung rettet dem Patienten unter Umständen das Leben. Für alle anderen Gruppen empfiehlt sich ein Antikörpertest bei entsprechenden Symptomen. Die Chancen, dass eine Zytomegalie zum Ausbruch kommt, sind jedoch gering.

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

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== Fachautor dieses Artikels ==

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson ist als Medizinautorin seit 2005 Autorin für die Inhalte in unserem Magazin verantwortlich. Ihre Artikel entsprechen dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.


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