Die Chronische Gürtelrose

Wenn Zoster immer wieder kommt – chronisch und / oder rezidivierende Erkrankung

Ein Herpes Zoster tritt in der Regel ein einziges Mal im Leben auf. Da der Varizella-Zoster-Virus, ein Leben lang in den Gliazellen der Spinalganglien persistiert, erkranken immunschwache Personen unter widrigen Umständen mehrmals. Bei erstmalig an einer Gürtelrose erkrankten Personen mit geschwächtem Immunsystem ist eine monatelang andauernde chronische Gürtelrose denkbar.

chronischer Verlauf © Photographee.eu - Fotolia.com
chronischer Verlauf © Photographee.eu – Fotolia.com

Der chronische Verlauf der Gürtelrose

In der Regel dauert es zwei bis drei Wochen, bis die Gürtelrose ihr Ende findet, längstens besteht sie vier Wochen. Ist die betroffene Person extrem immunschwach, wie es bei

  • Krebspatienten,
  • an multipler Sklerose erkrankten Personen,
  • HIV-Infizierten,
  • älteren Personen oder
  • schwereren Formen des Zoster gangraenosus (nekrotisierende Umwandlung des Zoster haemorrhagicus)

der Fall ist, kommt es bei einem geringen Prozentsatz der Herpes-Zoster-Patienten vor, dass sie die Krankheit über eine lange Zeit plagt.

Es treten im Rahmen einer chronischen Gürtelrose immer wieder (rezidiv) Bläschen-Eruptionen auf. Je nach Schwere der Immunschwäche dauert die Abheilung der Hauteruption mehrere Monate bis Jahre an. Danach rechnet der betroffene Patient mit einer kompletten Empfindungs-Losigkeit (Anästhesie) des geschädigten Hautbereiches. In einigen Fällen bestehen die die chronische Gürtelrose begleitenden neuralgischen Beschwerden fort. Mediziner bezeichnen dieses Symptom als Anaesthesiadolorosa.

 

Behandlung des chronischen Herpes Zoster

Schwer verlaufende Herpes-Zoster-Infektionen, wie die chronische Gürtelrose, behandeln die Ärzte in der Regel erfolgreich mit denselben Virostatika wie bei einer gewöhnlichen Gürtelrose. Bei der chronischen rezidivierenden Form kommen Valaciclovir oder Famciclovir oral zum Einsatz. Aciclovir verabreichen sie entsprechenden Patienten mit chronischem Herpes Zosterintravenös. In vereinzelten Fällen fanden Mediziner bei HIV-Patienten mit wiederauftretendem Zoster Acliclovir-restistenteVaricella-Zoster-Viren.

 

Rezidivrate bezüglich der Gürtelrose höher als angenommen

Ein erneutes Auftreten der Gürtelrose galt bisher auch bei immunschwachen Personen als selten. Eine in 2011 veröffentlichte Studie der Mayo Clinic brachte hervor, dass Rezidive eines Herpes Zoster häufiger vorkommen, als es die Wissenschaftler bisher annahmen. Ziel der Studie war es, populationsbasierte Schätzungen bezüglich der Rezidiven von Herpes Zoster darzustellen. Als Grundlage der Studie dienten die medizinischen Aufzeichnungen bis Ende 2007 von allen Einwohnern mit einem Herpes Zoster im Zeitraum von 1996 bis 2001 des kompletten Olmsted County in Minnesota. In Betracht kamen 1.699 Personen, die zum Zeitpunkt ihrer Erkrankung ein Mindestalter von 22 Jahren vorwiesen.

 

Für ihre Studie nahmen sie Regressions-Modelle nach Cox und Kaplan-Meier-Kurven zu Hilfe. Damit beschrieben sie die Rezidive nach dem Alter, dem Vorhandensein von lang anhaltenden Schmerzen beim ersten Auftreten des Zosters und den Immunstatus. Das Ergebnis: 95 Personen erlitten bei einer Nach-Beobachtungszeit von 7,3 Jahren ein Rezidiv der Gürtelrose. Acht Personen erkrankten mehrmals. Das ergab eine geschätzte Rate von wiederholt auftretendem Herpes Zoster von 6,2 Prozent. Rezidive waren bei Personen, die beim ersten Auftreten der Gürtelrose mindestens 30 Tage unter zosterassoziierten Schmerzen litten, häufiger anzutreffen. Ein erhöhtes Risiko für einen wiederkehrenden Zoster ergab sich bei Frauen über 50 Jahre und immun-kompromittierten (immunschwachen) Patienten.

 

Die chronische Gürtelrose und rezidivierender Herpes Zoster zusammengefasst

Windpocken und die Gürtelrose treten gewöhnlich jeweils nur einmal im Leben auf. Diese Aussage trifft auf immun-kompetente Personen zu. Bei immunschwachen Personen, zu denen insbesondere ältere Personen sowie an Krebs oder an HIV erkrankte Menschen zählen, kommt es gelegentlich zu einer chronischen Gürtelrose mit Rezidiven.

Das Abheilen der Hautläsionen dauert unter Umständen mehrere Jahre mit der Folge einer Anästhesie des betroffenen Hautareals sowie einer Anaesthesiadolorosa, bei der die neuralgischen Beschwerden lange Zeit bestehen bleiben. Die Behandlung erfolgt mit zum Teil intravenös verabreichten Virostatika. Die Häufigkeit der Herpes-Zoster-Rezidive ist mit 6,2 Prozent der an Gürtelrose erkrankten Personen höher als bisher angenommen.

 

Artikel zum Thema:

https://archive.org/stream/lehrbuchderhaut07lessgoog/lehrbuchderhaut07lessgoog_djvu.txt

http://link.springer.com/article/10.1007/s00105-004-0789-1#page-1

http://www.klinik-hygiene.de/tl_files/files/content/pdf/Infektionskrankheiten02/V/Varizellen%203Empfehlungen_Schweiz.pdf

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