Windpocken

Kinderkrankheit Windpocken: Informationen zu Erregern, Verlauf, Symptomen und Therapie

Die Windpocken gelten als eine hochansteckende, durch die Varizella-Zoster-Viren ausgelöste Krankheit. Sie treten häufig im Kindesalter auf, woraufhin der Körper eine lebenslange Immunität entwickelt.

Die vorgestellten Windpocken gehören zur Kategorie der durch Viren verursachten Infektions-Krankheiten. Ihre Erreger übertragen sich mittels Tröpfchen- oder Schmier-Infektionen. Im Großteil der Fälle tritt die Krankheit im Kindesalter auf. Seit März 2013 existiert in Deutschland eine Meldepflicht für die Windpocken. Im weiteren Verlauf folgt ein Überblick mit detaillierten Informationen zu den Erregern, dem Krankheitsverlauf, den Symptomen und der Behandlung.

Beitrag veröffentlicht von: Anna Nilsson, medizinische Kontrolle: L. Schnurbus.

Gürtelrose bei Kindern

Windpocken bei Kindern

Erreger der Windpocken: Varizella-Zoster-Viren

Das für die Windpocken verantwortliche Varizella-Zoster-Virus stammt aus der Familie der Herpesviridae. Die Familie umfasst insgesamt acht Gruppen, welche im menschlichen Körper Krankheiten hervorrufen. Die weltweit verbreiteten Varizella-Zoster-Viren gelten als hochgradig ansteckend.

Infizierte atmen Tröpfchen mit den Erregern aus, die über die Luft (aerogen) zu anderen Personen gelangen. Darüber hinaus besteht die Gefahr einer Schmier-Infektion beim charakteristischen Ausschlag der Windpocken (an späterer Stelle erläutert). Personen, die in Kontakt mit den Erregern kommen, infizieren sich mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent.

Gemäß den Erkenntnissen neuerer medizinischer Studien findet eine Replikation der Erreger in den Lymphknoten des Rachens statt. Anschließend wandern die Herpesviren in das Blut. Die Blutbahnen nutzen die Varizella-Zoster-Erreger, um sich im gesamten Körper auszubreiten. Dadurch entsteht infolge der Windpocken ein generalisierter Befall der Haut, der sich in Form eines Ausschlags zeigt.

 

Zwischen dem Eintritt der Herpesvire ins Blut und dem ersten Auftritt der Symptome vergeht eine lange Inkubationszeit. Sie dauert zwischen zehn und 21 Tagen an. Als Grund identifizierten Forscher diverse angeborene, bislang nicht entdeckte Abwehr-Funktionen des Körpers. Hierzu gehört beispielsweise die Produktion von Alpha-Interferon in der Haut. Das Protein hemmt zunächst die Ausbreitung der Erreger.

 

Ausschlag mit juckenden Bläschen als Symptom der Krankheit

Nach der Inkubationszeit zeigt sich bei einigen Patienten leichtes Fieber. Am Folgetag entstehen rote Stellen auf der Haut, die einen Juckreiz verursachen. Im idealtypischen Verlauf tritt der Ausschlag zunächst im Gesicht und am Rumpf auf; später breitet er sich aus und befällt gleichermaßen die Gliedmaßen. Die juckenden Punkte verändern sich in Stunden oder Tagen zu gefüllten Bläschen. Im weiteren Verlauf platzen die Bläschen und bilden eine Kruste.

Die Krusten fallen nach drei bis fünf Tagen ab. Sofern der Patient trotz Juckreiz nicht an den betroffenen Stellen kratzt, bleiben von den Windpocken keine Narben zurück. Der Körper bildet gegen die Herpesviren im Blut Antikörper, die für eine lebenslange Immunität sorgen. Lediglich nach einem leichten Ausbruch der Krankheit bei Kleinkindern fehlt die besagte Immunität.

 

Komplikationen der Windpocken bei Erwachsenen

Angesichts der erwähnten hohen Infektionsgefahr brechen die Windpocken überwiegend bei Kindern aus. Im Erwachsenen-Alter droht ein gravierenderer Verlauf der Krankheit mit Komplikationen. Die Herpesviren im Blut sorgen bei erwachsenen Personen für erheblich mehr rote Stellen des Ausschlags, die über eine Woche kontinuierlich neu auftreten. Zusätzlich überschreitet das Fieber mitunter die Grenze von 40 Grad Celsius. Es besteht die Gefahr von folgenden Komplikationen:

  • Lungenentzündung,
  • Gehirnhaut-Entzündung,
  • Leberentzündung,
  • selten: Schlaganfälle infolge einer Angiopathie (hierbei verändern die Herpesviren im Blut die Gefäße).

 

Einen Sonderfall stellen die Windpocken während einer Schwangerschaft dar. Bricht die Krankheit bei einer schwangeren Frau aus, besteht ein Risiko für das ungeborene Kind. Insbesondere während der achten und 20. Woche verursachen die Viren im schlimmsten Fall Missbildungen oder führen zur Fehlgeburt. Allerdings fällt die Wahrscheinlichkeit von Schäden beim ungeborenen Baby gering aus. Dennoch empfehlen Ärzte den Frauen, die bisher nicht an den Windpocken erkrankten, infizierte Personen zu meiden.

 

Impfung gegen die Windpocken

Präventiv bietet sich vor der Schwangerschaft ein Test zum Nachweis der Immunität an. Hierbei untersucht ein Labor, ob Antikörper gegen die Herpesviren im Blut vorliegen. Fällt der Test negativ aus, raten Experten zu einer Impfung gegen die Windpocken. Der Impfstoff gehört seit 2004 zur Liste der von der „Ständigen Impf-Kommission“ empfohlenen Impfungen. Er eignet sich für Kinder ab einem Alter von neun Monaten. Bei der Impfung gelangen abgeschwächte Herpesviren ins Blut, woraufhin das Immunsystem Antikörper bildet.

 

Therapie lindert den Juckreiz

Ärzte verschreiben nach der Diagnose der Windpocken Medikamente, welche die Symptome behandeln. Die Therapie zielt darauf ab, den Juckreiz zu lindern. Bei Personen mit einer Immunschwäche und in schwerwiegenden Fällen verabreichen die Mediziner zusätzlich Wirkstoffe gegen die Varizella-Zoster-Viren.

Trotz der erwähnten Immunität nisten sich die Erreger nach dem Ausbruch der Windpocken im Körper ein. In Phasen eines geschwächten Immunsystems droht eine erneute Aktivierung der Viren. Sie verursachen die als Gürtelrose bekannte Krankheit, welche ebenfalls mit einem Ausschlag auf der Haut einhergeht. Allerdings zeigen sich die symptomatischen Bläschen in lokal begrenzten Bereichen. Zur sicheren Diagnose eignet sich der Nachweis von Antikörpern gegen die Herpesviren im Blut.

Zusammengefasst verlaufen die ansteckenden Windpocken im Kindesalter überwiegend gutartig. Bei Erwachsenen und Schwangeren drohen schwerwiegende Verläufe und Komplikationen.


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