Kopfschmerzen bei Gürtelrose

Kopfschmerzen sind bei Gürtelrose nicht ungewöhnlich – vor allem nicht im Anfangsstadium, das sich durch grippeähnliche Symptome, darunter häufig auch Kopfschmerzen auszeichnet. Treten sie später im Laufe einer postherpetischen Neuralgie oder neben anderen Komplikationen auf, kann schlimmstenfalls eine Hirnhautentzündung dahinterstecken. Daher sollte man Kopfschmerzen bei einer länger bestehenden Gürtelrose nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Herpes Zoster am Hals
Herpes Zoster am Hals, Bild: gemeinfrei wikimedia

Kopfschmerzen bei Gürtelrose bereits im Anfangsstadium

Die ersten Symptome treten bei einer Gürtelrose bereits im sogenannten Prodromalstadium auf, in denen sich der typische gürtelförmige Hautausschlag noch nicht bemerkbar macht. Die Viren haben hier gerade erst mit ihrer Vermehrung begonnen, und das Immunsystem geht auf die Herausforderung ein.

Die Umstände sind ganz ähnlich wie bei vielen anderen Virusinfekten. Am besten kennen wir das vom allgegenwärtigen grippalen Infekt, der sich mit den bekannten, aber wenig charakteristischen Beschwerden äußert: Dazu gehört neben Kopfschmerzen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Übelkeit und leichtes Fieber.

Die Immunabwehr zieht reichlich Ressourcen aus dem Körper ab, was die Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung im Gehirn in Mitleidenschaft ziehen kann – mit Verspannungen im Nacken und Kopfschmerzen als Folge.

Dass da keine Erkältung im Anmarsch ist und die Kopfschmerzen mit Gürtelrose zu tun haben könnten, bemerkt man erst, wenn die Haut an bestimmten Stellen zu jucken und zu kribbeln beginnt und sich ein erster Ausschlag zeigt. Das sollte ein Warnsignal sein und den Betroffenen schnellstens den Hausarzt aufsuchen lassen.

Kopfschmerzen bei der Gürtelrose im Gesicht „Kopfrose“

Gürtelrose tritt meistens am Rumpf auf und führt zu den charakteristischen gürtelförmigen Hautausschlägen, die die meisten Patienten kennen. Allerdings können die Viren überall am Körper auftreten – auch am Kopf, wenn sie sich zuvor in den obersten Spinalganglien versteckt hatten. Ebenso wie am Rest des Körpers kann es hier zu Beginn der Erkrankung zu Kopfschmerzen kommen, die an dieser Stelle allerdings etwas heftiger ausfallen können.

Wie am Rumpf kommt es auch an der Kopfhaut zunächst zu einem Jucken und Kribbeln, bis der typische Hautausschlag nichts Gutes ahnen lässt. Hier ist besonders schnelles Handeln erforderlich, denn am Kopf kann es zu zahlreichen Komplikationen durch Nervenschäden kommen – hier sitzen etliche Sinnesorgane, die durch die Vireninfektion irreversibel geschädigt werden können.

Mit der Kombination Kopfschmerzen plus Hautausschlag am Kopf sollte man schleunigst zum Arzt gehen, denn sonst drohen Sehverlust, Beeinträchtigungen von Hörvermögen und Gleichgewicht oder des Geschmackssinnes. Zudem besteht die Gefahr, dass die Viren von hier aus in das Zentrale Nervensystem eindringen können.

Hirnhautentzündung kann gefährlich werden

Besonders gefährlich wird die Angelegenheit, wenn sich die Viren in den Hirnhäuten oder im Gehirn selbst festsetzen. Beides ist mit erheblichen Kopfschmerzen verbunden – allerdings erst in einem relativ späten Stadium.

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist zu Beginn nicht so ohne weiteres zu erkennen, denn die Beschwerden sind zunächst ähnlich unspezifisch wie die beim grippalen Infekt. Dazu gehören insbesondere Kopfschmerzen, die aber ebenso gut von einer Migräne stammen könnten. Misstrauen ist angebracht, wenn die Kopfschmerzen partout nicht enden wollen und sich eine zusehende Nackensteife dazugesellt. Sie macht es fast unmöglich, den Kopf zu bewegen. So etwas sollte sich möglich umgehend ein Arzt ansehen.

Quellen und weiterführende Literatur

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