Ist Gürtelrose für Tiere wie Hund und Katze ansteckend

Die Frage, ob Gürtelrose für Tiere ansteckend ist und Hund oder Katze vor dem erkrankten Tierhalter geschützt werden müssen, lässt sich grundsätzlich verneinen.

Herpes-Zoster-Viren sind auf den menschlichen Organismus geeicht und Tiere können nicht erkranken. Allerdings kann die an einer Herpes-Zoster-Infektion erkrankte Person – insbesondere bei nicht fachgemäßer Behandlung des mit der Gürtelrose einhergehenden Ausschlages – an einer Superinfektion erkranken, bei der sich zusätzliche Erreger in der Wunde ansammeln.

Hier besteht in Einzelfällen die Möglichkeit der Übertragung dieser Bakterien oder Viren vom Mensch auf das Tier.

Windpocken Virus
Varizella-zoster-Virus © molekuul.be – Fotolia.com

Im Folgenden sollen die wesentlichen Fakten zur Ansteckung in Stichpunkten beschrieben werden :

(1) Ebenso wie die als Kinderkrankheit bezeichneten Windpocken kommt eine Herpes-Zoster-Infektion (also die „Gürtelrose“) nur beim Menschen vor und hat daher für Haustiere keinen Krankheitswert. Weder die Windpocken noch die Gürtelrose sind vom Menschen auf das Tier übertragbar.

(2) Zur Frage der Ansteckung muss darüber hinaus betont werden, dass die Erkrankung „Gürtelrose“ selber auch nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Dennoch stellen Patienten, die an Gürtelrose leiden, eine Gefährdung für bisher nicht an Windpocken erkrankte Kinder oder Erwachsene dar. Daher ist es für den potentiellen Überträger wichtig, sich an gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu halten.

(3) Obwohl Windpocken für Haustiere wie Hund oder Katze ungefährlich sind, da sie an der entsprechenden Infektion nicht erkranken können sollte der Tierhalter darauf achten, dass es im Rahmen einer möglichen Superinfektion nicht zu einer Übertragung der möglicherweise weiteren beteiligten Erreger kommt. Das Hauptkennzeichen der Gürtelrose ist schließlich der äußerst schmerzhafte Hautausschlag, der bei unzureichender Pflege zum Nährboden einer über die Herpes-Zoster-Viren hinausgehenden Besiedlung werden kann.

Superinektionen und deren Übertragung auf Haustiere

Auch wenn die Windpocken oder die Gürtelrose für Tiere nicht ansteckend sind und Hund oder Katze nicht vom Halter isoliert werden müssen besteht im Rahmen des Ausschlags, der beide Erkrankungen typischerweise begleitet, die Gefahr dass sich bei Manipulationen an der Wunde (kratzen, „herumspielen“) ein produktiver Nährboden für weitere Viren, Bakterien oder Pilze bildet. In Einzelfällen kann es sich hierbei um Erreger handeln, die auch für den Hund oder die Katze gefährlich werden können.

Ganz unabhängig davon, ob Kontakte zu Tieren bestehen oder nicht, sollte im Rahmen einer durch Varicella Zoster ausgelösten Infektion auf Körperhygiene und Desinfektion geachtet werden. Mit Hilfe von Gels und Lotionen und mit einer ausreichenden Schmerztherapie kann dafür gesorgt werden, dass der Hautausschlag keinen zu großen Leidensdruck produziert und dem Betroffenen wird es so eher gelingen, die Hände von der „Wunde“ zu lassen.

Fazit

Eine Gürtelrose kann nur Personen befallen, die früher bereits an Windpocken erkrankt waren. Die Herpes-Zoster-Infektion ist einer Reaktivierung der Viren geschuldet, die in Folge der früher durchgemachten „Kinderkrankheit“ ein Leben lang im Körper – genauer: in den Nervenzellen – der betroffenen Person ruhen.

Ähnliche Vorgänge kennt man von verwandten Erregern, wie dem Lippen-Herpes, den der einmal erkrankte Mensch ja auch für den Rest seines Lebens mit sich trägt. Im Rahmen einer Aktivierung des Virus besteht eine Ansteckungsgefahr für Menschen, die noch nie an Windpocken erkrankt waren – bei diesen kann sich (unabhängig vom Alter) das voll ausgeprägte Bild der „Kinderkrankheit“ entwickeln.

Für die tierischen Freunde besteht grundsätzlich keine Ansteckungsgefahr, da der Virus Varicella Zoster, der Windpocken und Herpes Zoster verursacht, ein human-spezifischer Erreger ist. Wie bereits erwähnt kann es aber hilfreich sein, den Hund oder die Katze möglichst von dem herpes-typischen Ausschlag fern zu halten.

So lässt sich einerseits verhindern, dass Bakterien oder Viren, die sich im Rahmen einer möglichen Superinfektion in der Wunde niedergelassen haben auf Hund, Katze oder andere tierische Freunde übertragen werden. Gleichzeitig schützt man sich als Betroffener auf diese Weise selber vor einer Zoonose.

 

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