Genitalherpes: Dauer der akuten Infektion und Heilung

Wie lange dauert eine Genitalherpes Infektion?

Genitalherpes ist ein Thema, das von vielen Menschen als Tabu empfunden wird. Dabei ist die Infektion weder auf eine mangelnde Hygiene noch auf ungewöhnliche Sexualpraktiken zurückzuführen. Jeder Mann und jede Frau kann sich im normalen Lebensverlauf mit Herpes genitalis infizieren. „Wie lange dauert Genitalherpes?„, ist dann die häufigste Frage, die gestellt wird. Die Antwort ist etwas komplexer.

 

Genitalherpes Dauer

Human Herpes simplex Copyright: Kateryna Kon, Bigstockphoto

 

Genitalherpes: die Dauer unterscheidet sich je nach Infektionsphase

Um die Frage „Wie lange dauert Genitalherpes?“ medizinisch korrekt beantworten zu können, muss zunächst unterschieden werden:

1. Handelt es sich um die akute Infektionsphase?

2. Meinen Sie die symptomfreie Infektionsphase?

Beide Phasen hängen dicht zusammen. Ist das Herpes-Virus einmal in den Körper eingedrungen, verursacht es dort in der akuten Phase die klassischen Beschwerden wie schmerzende Bläschenbildung. Mit anderen Worten: Es ist deutlich sichtbarer Genitalherpes. Die Dauer hängt in diesem Fall von verschiedenen Faktoren ab, ist jedoch ganz klar auf einen Zeitraum beschränkt. Die symptomfreie Phase kann hingegen mit einem Satz zusammengefasst werden: Sie tragen den Genitalherpes auf Dauer in sich.

Genitalherpes Dauer

Human Herpes simplex Copyright: Kateryna Kon, Bigstockphoto

Genitalherpes: Dauer der akuten Infektion

Kann der Herpes-simplex-Virus (kurz auch HSV) nicht vom Immunsystem unterdrückt werden, steigt die Anzahl der Viren im Körper. In der Medizin spricht man auch von der Virenlast. Der Erreger gibt seine DNS in Körperzellen und vermehrt sich in diesen Wirtszellen. Was im Bereich des Gesichts zum bekannten Lippenherpes führt, löst im Intimbereich den Genitalherpes aus. Es handelt sich tatsächlich um dieselben Viren – in unterschiedlichen Körperregionen.

Je nach Heftigkeit des Ausbruchs kann es zwischen sieben Tagen und drei Wochen dauern, bis die sichtbaren und schmerzenden Hautveränderungen verschwinden. Sie können die Dauer nur verkürzen, indem Sie nach Absprache mit dem Arzt auf antivirale Medikamente setzen. Diese töten die Viren zwar nicht komplett ab, sie hemmen aber die Vermehrung der Erreger. Es sinkt entsprechend die Virenlast und Ihr Immunsystem kann die akute Phase bekämpfen und schneller beenden.

Um die Genitalherpes-Dauer zu beschränken, kommen bewährte Wirkstoffe wie Aciclovir oder Famciclovir zum Einsatz. Zur äußeren Anwendung sind Cremes und Salben beliebt, allerdings gilt die innere Anwendung mittels Tabletten als wirksamer. Bei besonders hartnäckigen Schüben kann in seltenen Fällen auch eine Infusionen sinnvoll sein.

 

Genitalherpes: die Dauer der Krankheit insgesamt

Herpes genitalis wird in rund 25 Prozent der Fälle durch Viren des Typ 1 ausgelöst. Die Übertragung erfolgt nicht durch Sex, sondern bereits in Baby- oder Kleinkindalter. Tragen Eltern den Virus in sich, kann Hautkontakt beim Baden oder Wechseln der Windeln aber auch Niesen und Husten zur Übertragung führen. In 75 der Fälle sind allerdings Viren des Typ 2 verantwortlich und diese werden durch Schleimhautkontakt beim Geschlechtsverkehr übertragen.

In beiden Fällen nisten sich die Viren im Körper ein und versetzen sich dort selbst in einem „Schlummerzustand“. Sie sind also auf Dauer vorhanden und verursachen in dieser Phase schlicht keine spürbaren Symptome. Die meisten Menschen beziehen sich daher bei ihrer Frage „Wie lange dauert Genitalherpes?“ ausschließlich auf die akute Infektionsphase.

 

Genitalherpes- die akuten Phase beeinflussen

Während Sie also das Virus im inaktivem Zustand ein Leben lang mit sich tragen, kann die Dauer der Beschwerden beeinflusst werden. Die besten Sofort-Maßnahmen:

  1. Verzichten Sie bis zum Abklingen der Symptome auf Sexualkontakte, damit die ohnehin gereizte Schleimhaut nicht weiter belastet wird. Guter Nebeneffekt: Gesunde Partner werden seltener angesteckt.
  2. Nutzen Sie Virostatiker, die Sie in der Apotheke bekommen. Beim erstmaligen Auftreten von Genitalherpes sollten Sie vorab aber einen Arzt konsultieren.
  3. Wirkstoffe aus der Natur beschleunigen die Heilung ebenfalls. Teebaumöl oder Zitronenmelisse beispielsweise sind antimikrobiell und gut verträglich. Beide Mittel haben sich ebenso wie Aloe vera bereits in Studien zur Genitalherpes-Dauer bewährt.

 

Genitalherpes: Dauer zwischen zwei Akutphasen verlängern

Auch wenn die Infektion für den Rest des Lebens im Organismus schlummert, kommen neue Ausbrüche bei manchen Menschen ständig und andere haben Monate oder sogar Jahre keine Beschwerden. Um bei Genitalherpes die Dauer zwischen zwei Akutphasen so lang wie möglich zu gestalten, helfen folgende Verhaltenstipps:

  •  Ernähren Sie sich so, dass das Immunsystem stark bleibt. Vitamin C sollte dabei im Zentrum stehen.
  •  Treiben Sie Sport, um die Abwehrkräfte zu trainieren.
  •  Bewegen Sie sich möglichst täglich an der frischen Luft.
  •  Achten Sie auf einen regelmäßigen und erholsamen Schlaf.
  •  Da Stress das Immunsystem schwächt, sollten Sie alle Stressfaktoren im Alltag meiden.
  •  Reinigen Sie nach Sexualkontakten Ihren Intimbereich.
  •  Zur Intimpflege benötigen Sie keine besonderen Waschlotions, sondern normales Wasser. Zu viel Kontakt zu Seifen stört nur den pH-Wert im Genitalbereich.

Quelle und Literatur:
D. C. Hutfield: History of herpes genitalis. In: British Journal of Venereal Diseases Band 42, Nr. 4, 1966, S. 263-268
H. Hahn, D. Falke, S. H. E. Kaufmann, U. Ullmann: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 5. Auflage. Heidelberg 2005

 


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