Gürtelrose Herzinfarkt

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Zoster Infektion und erhöhtes Herzinfarkt Risiko

Britische Forscher fanden heraus, dass zwischen Gürtelrose und Herzinfarkt ein Zusammenhang besteht. Wer in den vergangenen Jahren an Windpocken oder Gürtelrose erkrankte, besitzt ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

herzinfarkt bei Gürtelrose

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Ursachen

Eine Ursache für dieses Phänomen fanden die Wissenschaftler bis heute noch nicht heraus. Sie vermuten durch das Virus verursachte entzündliche Prozesse in den Arterien. Unklar ist, ob eine Impfung gegen das Herpes-Zoster-Virus das vaskuläre Risiko senkt.

Die Experten raten älteren und gesundheitlich vorbelasteten Personen zu einer Impfung. Für die Studie nutzten die Forscher den Datenbestand eines britischen Hausarztpraxen-Registers, wobei das Virus im durchschnittlichen Alter von 59 Jahren ausbrach. Zwei weitere Studien aus Taiwan und Dänemark bestätigen die Ergebnisse der britischen Wissenschaftler.

Erhöhtes Risiko vor dem 40. Lebensjahr

Bei Personen zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr besteht ein erhöhtes Risiko, nach der Gürtelrose einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Zu diesem Ergebnis kamen die britischen Experten, nachdem sie 106.000 ehemals an Gürtelrose erkrankte Patienten untersuchte.

Im Vergleich zu den Nichtinfizierten wiesen sie ein bis zu 1,5-mal so hohes Risiko für einen Herzinfarkt auf. Für Patienten mit einer Infektion durch das Herpes-Zoster-Virus besteht kein Grund zur Sorge. Laut der Studie erlitten von 100.000 an Gürtelrose erkrankten Patienten 40 Personen einen Schlaganfall. Außerdem zeigt sich mit zunehmendem Alter der Zusammenhang zwischen Gürtelrose und Herzinfarkt weniger ausgeprägt.

Gesundheitszustand im Auge behalten

Für an Windpocken oder einer Gürtelrose erkrankte Personen empfehlen die Experten einen regelmäßigen Check-up beim Hausarzt. Dies gilt vor allem, wenn die Gürtelrose zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr auftrat.

Die Gefahr, nach einer überstandenen Gürtelrose einen Herzinfarkt zu bekommen, steigt im Vergleich zu der Generation 40+ nochmals an. Darüber hinaus reaktivieren verschiedene Krankheiten, ein schwaches Immunsystem und eine ungesunde Lebensweise das lebenslang im Körper eingelagerte Herpes-Zoster-Virus. Experten raten nach dem Ausheilen der Gürtelrose, Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall dauerhaft zu überwachen. Dazu zählen:

  • Übergewicht,
  • Diabetes,
  • Stress,
  • Bluthochdruck (Hypertonie) und ein
  • erhöhter Cholesterinspiegel.

Diese Parameter bestimmt der Arzt im Rahmen eines regelmäßigen Check-ups. Bei abnormalen Werten schlägt der Arzt geeignete Therapien vor. Oftmals genügt ein Ändern der Lebensweise oder Ernährung, um das Gewicht oder den Blutdruck zu senken.

Dazu gehört eine fettarme Kost mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und Ballaststoffen. Der weitgehende Verzicht auf Nikotin und Alkohol beugt Kreislaufproblemen und dem Verkalken der Arterien vor. Ausdauersport wie Wandern, Radfahren, Schwimmen oder Nordic-Walking kurbelt den Stoffwechsel an und stärkt das Immunsystem. Der regelmäßige Gang zum Check-up schafft Gewissheit über das Wohlbefinden und deckt Erkrankungen im Frühstadium auf.

Risiko im Alter

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Gürtelrose, Herzinfarkt und anderen Krankheiten zu erkranken, deutlich an. Die Gefäße und Gewebestrukturen verlieren mit den Jahren an Elastizität. Bluthochdruck über 140/90 begünstigt das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall. Thrombosen und Kalkrückstände in den Gefäßen behindern den Blutfluss und beeinträchtigen die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Darüber hinaus leisten Stress und Bewegungsmangel ihren Beitrag zum Entstehen von Herzinfarkt und Schlaganfall.

Gürtelrose und Herzinfarkt – Symptome und Behandlung

Eine Gürtelrose zeigt sich durch einen gürtelförmigen schmerzhaften Hautausschlag, der Bauch, Rücken sowie Gesicht, Arme und Beine befällt. Zu den begleitenden Symptomen zählen Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Fieber.

Im Normalfall heilt die Gürtelrose nach einigen Wochen komplett aus, teilweise bleiben kleine Narben zurück. Noch Jahre später folgt nach der Gürtelrose ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Beide Krankheiten gelten als medizinischer Notfall, die unbehandelt in der Regel zum Tod führen. Bei folgenden Symptomen gilt es, so schnell wie möglich den Notarzt über die 112 zu rufen:

  • enge und starke Schmerzen in der Brust,
  • Atemnot,
  • Kribbeln in Armen und Beinen,
  • Seh- und Sprachstörungen,
  • Trübung des Bewusstseins sowie
  • starke Kopfschmerzen.

Auch uncharakteristische Symptome wie Übelkeit, kalter Schweiß, innere Unruhe oder ein allgemein schlechtes Wohlbefinden erfordern einen zeitnahen Arztbesuch. Dank der modernen Schulmedizin sind viele Krankheiten in der Anfangsphase gut therapierbar.

Beim sofortigen Eingreifen bestehen für Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten gute Überlebenschancen. Wer regelmäßig seinen Blutdruck kontrolliert und auf ein optimales Körpergewicht achtet, legt den Grundstein für Vitalität bis ins hohe Alter.

 

veröffentlicht von: Anna Nilsson,  © william87 – Fotolia.com

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== Fachautor dieses Artikels ==

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson ist als Medizinautorin seit 2005 Autorin für die Inhalte in unserem Magazin verantwortlich. Ihre Artikel entsprechen dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.


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