Welcher Virus löst Gürtelrose aus?

Der als Gürtelrose bezeichnete Herpes Zoster wird durch Viren der Gruppe Varicella Zoster hervorgerufen, die auch für die „Kinderkrankheit“ Windpocken verantwortlich sind. Bei der Beantwortung von Fragen der Art „Welcher Virus löst Gürtelrose aus?“ muss man aber zugleich betonen, dass die Gürtelrose selber eine Folgeerkrankung darstellt, die nur bei Personen ausbrechen kann, die zu einem früheren Zeitpunkt ihres Lebens bereits einmal eine Infektion mit Windpocken durchgemacht haben.

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varicella-zoster virus (VZV)
varicella-zoster virus (VZV)
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Ähnlich wie bei anderen Herpesviren (etwa: „Lippenherpes“) verbleibt Varicella Zoster (als Folge einer Windpockenerkrankung) ein Leben lang im Körper des Betroffenen, richtet dort aber erst wieder „Schäden“ an, wenn es – etwa auf Grund eines geschwächten Immunsystems – zu einer Reaktivierung der Viren und damit zu einer Gürtelrose kommt.

Fakten zu Varicella Zoster

(1) Die Viren des Typs Varicella Zoster gehören zu der Gruppe von Herpesviren, die zu Erkrankungen des Menschen führen können. Obwohl die Zahl der auf der Welt vorkommenden Hepresviren überaus groß ist, besitzen nur wenige dieser Erreger für den Menschen einen Krankheitswert. Am bekanntesten sind das Herpes-Simplex-Virus (Lippenherpes) und das hier vorgestellte Varicella-Zoster-Virus, welches auf direktem Wege zu Windpocken und auf eher indirektem Wege zu einer Gürtelrose führen kann.

(2) Varicella-Zoster-Viren lösen bei direkter Ansteckung Windpocken aus. Auf Grund der Tatsache, dass die Ansteckungsgefahr im Kindesalter überaus hoch ist, bezeichnet man die Infektion auch als „Kinderkrankheit“. Dennoch kann man selbstverständlich auch im Erwachsenenalter an Windpocken erkranken und gerade hier ist das Risiko von Folgeschäden deutlich erhöht.

(3) Die Herpes-Zoster-Infektion trifft als Sekundärinfektion nur Personen, die bereits an Windpocken erkrankt waren und ist nicht direkt übertragbar. Vergleichbar mit anderen Herpes-Viren verbleibt Varizelle Zoster ein Leben lang im Körper des einmal an Windpocken erkrankten Menschen. Bei schlechter Konstitution im Rahmen eines geschwächten Immunsystems können die Erreger wieder aktiv werden.

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(4) Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der Reaktivierung der Varizelle-Zoster-Viren und damit eines Ausbruchs der Gürtelrose in jeder Lebensphase. Besonders häufig sind jedoch Personen in einem höheren Lebensalter betroffen, da hier die Abwehrkräfte dazu neigen nachzulassen.

Da Varicella Zoster auf für Herpes-Viren sehr typische Art und Weise lebenslang im Körper verbleibt, lässt der Erreger sich im Grunde nicht ursächlich behandeln. Die im Rahmen einer Gürtelrose-Erkrankung eingesetzten Virostatika können allerdings eine übermäßige Vermehrung der Viren vermeiden, so dass das Risiko für schwere Komplikationen geringer gehalten werden kann.

Seit 2004 existiert ein Impfstoff und das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine zweimalige Immunisierung im Kindesalter zur Vermeidung einer Windpocken-Infektion und zur Vorbeugung einer späteren Gürtelrose. Dazu muss ergänzt werden: Eine Gürtelrose kann auch nach oder trotz einer frühen Impfung auftreten, jedoch kommt dies statistisch wesentlich seltener vor und die Krankheit selber verläuft meist leichter. Seit Mai 2018 besteht darüber hinaus ein Impfstoff gegen Gürtelrose, der insbesondere auch für ältere Menschen geeignet ist.

Eine Herpes–Zoster-Infektion ist eine überaus schmerzhafte Erkrankung und kann grundsätzlich alle Areale der Haut / des Körpers befallen. Der Ausschlag bleibt meist regional begrenzt, aber die Schmerzen können auch nach Rückbildung der sichtbaren Hautveränderungen (in Form von „Bläschen“) noch über einen langen Zeitraum bestehen bleiben. Bei einer über Monate andauernden Schmerzsymptomatik in Folge der Erkrankung spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie.

Da die Herpes-Zoster-Viren in den Nervenbahnen des Menschen überleben und dort bei Ausbruch der Gürtelrose auch die typischen Beschwerden auslösen, kann es insbesondere zu schweren Komplikationen wenn die Erkrankung im Bereich des Gesichts auftritt. Da hier die Hirnnerven verlaufen, die sehr wesentliche Prozesse steuern (etwa: Beweglichkeit der Gesichtsmuskulatur, Augenbewegung, Schluckvorgang) empfiehlt sich bei Patienten mit einer solchen Manifestation häufig ein Klinikaufenthalt.

Zusammenfassung:

Die Gürtelrose wird durch Varizelle-Zoster-Viren ausgelöst, die nach einer einmal durchgemachten Windpocken-Infektion ein Leben lang im Körper des Betroffenen verbleiben. In jungen Jahren kann das menschliche Immunsystem die Viren üblicherweise ganz gut im Griff halten, so dass die Erkrankung meistens bei immungeschwächten oder älteren Personen auftritt. Seit 2004 existiert eine Impfung gegen Windpocken, die das Risiko einer späteren Gürtelrose-Erkrankung und die Gefahr von Komplikationen verringert. Besonders riskant ist eine Gürtelrose, die im Gesicht lokalisiert ist, weil sie zu Ausfällen der Hirnnerven führen kann, die sehr entscheidende Funktionen haben.