Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus (EBV), das auch als Humanes-Herpes-Virus 4, HHV 4 bezeichnet wird, ist in erster Linie als Auslöser für das Pfeiffersche Drüsenfieber (Mononukleose) anzusehen. Hier finden Sie alle Informationen wie Symptome und Behandlung des Epstein-Barr-Virus:

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Der Epstein-Barr-Virus

Benannt wurde das Virus nach Sir Michael Anthony Epstein und seiner Doktorandin Yvonne M. Barr. Beide entdeckten das Virus im Jahre 1965 in B-Lymphozyten eines afrikanischen Patienten mit Burkitt-Lymphom. Bei dem Epstein-Barr-Virus handelt es sich um ein behülltes DNA-Virus aus der Gruppe der Herpesviren. Epstein-Barr-Virus Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfieber

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Verbreitung des Epstein-Barr-Virus und Möglichkeiten einer Infektion:

Das Epstein-Barr-Virus kann ab dem 40. Lebensjahr in rund 98 % der Bevölkerung nachgewiesen werden, eine Infektion erfolgt aber oftmals bereits im Kindesalter.

Während dieser Zeit treten in der Regel keine Symptome auf, das Epstein-Barr-Virus schlummert regelrecht im Körper vor sich hin. Bei Jugendlichen und Erwachsenen tritt in 30 bis 60 % aller Fälle das Pfeiffersche Drüsenfieber, eine Infektionserkrankung mit grippeähnlichem Verlauf, auf. Entdeckt und benannt wurde die Krankheit nach dem Kinderarzt und Internisten Emil Pfeiffer (1846–1921).

Die Infektion erfolgt meist schon im Kindesalter

Eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus erfolgt meist schon im Kindesalter durch Tröpfchen-, Kontakt- oder Schmierinfektion. Eine Übertragung ist insbesondere über den Speichel möglich, daher wird das Pfeiffersche Drüsenfieber auch als „Kusskrankheit“ bezeichnet.

Auch eine Infektion durch Husten und Niesen ist möglich. Einmal infiziert verbleibt das Epstein-Barr-Virus lebenslang im Körper und kann zu jedem Zeitpunkt reaktiviert werden. Bei Kindern wird das Epstein-Barr-Virus meist gar nicht bemerkt, da die Symptome lediglich mit einer leichten Erkältung zu vergleichen sind. Dagegen kann sich eine Erkrankung mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber bei einem Erwachsenen über mehrere Wochen, in seltenen Fällen sogar über einige Monate hinziehen.

 

Epstein-Barr-Virus – Symptome und Diagnose

Infiziert sich ein gesunder Mensch mit dem Epstein-Barr-Virus, verbleibt es in der Regel für ein bis vier Wochen in den Zellen der Nasen- und Mundschleimhaut sowie den B-Lymphozyten. Nach Ablauf der Inkubationszeit gelangt das Virus dann über den Blutkreislauf in das lymphatische Gewebe und in andere Organe, etwa der Leber.

Je nach körperlicher Verfassung und dem Zustand des Immunsystems kann die Krankheit Pfeiffersches Drüsenfieber unterschiedlich stark ausgeprägt sein oder auch gänzlich ausbleiben. Das bedeutet, dass eine Person, die sich mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert hat, nicht zwangsläufig daran erkranken muss.

In der Regel gleicht der Krankheitsverlauf des Pfeifferschen Drüsenfiebers mehr oder weniger einer Erkältung. Typische Epstein-Barr-Virus Symptome sind:

  •        Müdigkeit und Abgeschlagenheit

  •         leichtes Fieber (bis 39 °C)

  •         Kopf- und Gliederschmerzen

  •         Halsweh

In einigen Fällen sind die Lymphknoten an Nacken und Hals, seltener auch unter den Armen und in der Leistengegend angeschwollen. Eine Entzündung der Mandeln tritt in rund der Hälfte aller Fälle ein, wobei diese mit einem gräulichen Belag bedeckt sind. Ebenso kann auch die Leber oder Milz anschwellen oder es tritt ein Hautausschlag mit stark juckenden Schwellungen auf. Obwohl eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus meistens nicht lebensbedrohlich ist, können in Einzelfällen auch gefährliche Krankheiten wie eine Entzündung des Herzmuskels oder eine Schädigung des Gehirns die Folge sein.

Die Symptome ähneln denen einer grippalen Erkrankung und sind vor allem bei Kindern wenig ausgeprägt. Daher wird das Epstein-Barr-Virus meistens gar nicht erst diagnostiziert. Ein sicherer Nachweis kann durch die Anfertigung eines Blutbildes erfolgen, denn im Falle einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus ist die Zahl der Lymphozyten erhöht. Außerdem können erhöhte Leberwerte festgestellt werden. Ein Nachweis von IgM-Antikörpern zu Beginn und im weiteren Verlauf von IgG-Antikörpern im Blut ist ebenfalls möglich. Das Besondere am Pfeifferschen Drüsenfieber ist, dass die Krankheit in der Regel kein zweites Mal im Leben auftritt, da der Körper eine lebenslange Immunität gegen das Epstein-Barr-Virus aufgebaut hat.

weiter: Epstein Bar Virus Behandlung

Schutz vor einer Infektion

Wie bereits erwähnt, wird das Epstein-Barr-Virus bereits durch normalen Kontakt mit anderen Personen, vor allem beim Küssen, Husten und Niesen übertragen. Da das Epstein-Barr-Virus in der Lage ist, auch außerhalb des Körpers eine gewisse Zeit zu überleben, stellt die gemeinsame Benutzung von persönlichen Gegenständen wie Bestecke oder Gläser ein hohes Risiko dar.

Epstein-Barr-Virus

Die Infektion erfolgt meistens über den Mund oder der Nase. Allerdings kann auch eine Ansteckung über sexuelle Kontakte erfolgen, da das Epstein-Barr-Virus nicht nur im Speichel, sondern auch in den Sekreten der Genitalien nachweisbar ist.

Bedingt durch die hohe Ansteckungs-gefahr sind derzeit rund 95 % der erwachsenen Bevölkerung mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert.

Gegen das Epstein-Barr-Virus gibt es noch keinen Impfstoff. Ob eine Erkrankung wie das Pfeiffersche Drüsenfieber zum Ausbruch kommt, hängt von verschiedenen Faktoren, unter anderem vom Zustand des Immunsystems ab.

Ein durch andere Krankheiten oder Umwelteinflüsse geschwächtes Immunsystem kann das Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen und den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen. Daher sollte jeder durch eine gesunde Lebensweise sowie einer vitaminreichen Ernährung zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Eine Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers kann mit schmerzlindernden und fiebersenkenden Medikamenten erfolgen, darüber hinaus sollte möglichst viel Flüssigkeit zu sich genommen werden. Meistens ist die Krankheit nach vier Wochen ausgeheilt.

In schweren Fällen kann auch die Einnahme von Antibiotika notwendig sein und ein Milzriss bedarf einer sofortigen Operation.

Epstein-Barr-Virus als Auslöser von Krebs

Allerdings steht das Epstein-Barr-Virus auch im Verdacht, an verschiedenen Krebserkrankungen wie beispielsweise dem Lymphdrüsenkrebs oder der Entstehung bösartiger Tumore beteiligt zu sein. Auch Autoimmunerkrankungen oder das chronische Erschöpfungssyndrom werden in jüngster Zeit mit dem Epstein-Barr-Virus in Verbindung gebracht.

Redaktionstipp:

Selbsthilfegruppe Bergstraße: Epstein-Barr-Virus EBV (HHV 4) – weiterführende Informationen zum Eppstein-Barr-Virus finden Sie auf: www.shg-bergstrasse.de/html/Herpes/eppstein_barr.html

Beitrag erstellt am: 02.03.2003 aktualisiert am 26.05.2013 Autor: Redaktion – M.Foerster, S.D.Müller

Literatur:

Cohen, J.I.: Epstein-Barr virus lymphoproliferative disease associated with acquired immunodeficiency. Medicine 1991; 70: 137-160

Schweisheimer, W.: Ein Virus als Erreger der infektiösen Mononukleose – Entdeckung eines Forscherteams an der Universität von Pennsylvanien. Mat Med Nordmark 1968

Löffler, H., Rastetter, J. Atlas der klinischen Hämatologie. 5. Auflage. Springer-Verlag, Berlin etc., 1999

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