Zoster facialis – Fazialisparese – Symptome, BeEhandlung

Wenn Herpes Viren eine Gesichtlähmung (Fazialisparese) verursachen: Ein Runzeln der Stirn, ein Rümpfen der Nase, ein lächeln oder ein Pfeifen ist plötzlich nicht mehr möglich. Muskeln der Gesichtszonen Stirn, Augen, Nasen, Mund und Backen können bei einer Fazialisparese, der sogenannten Gesichtslähmung nur noch eingeschränkt bewegt werden.

 

Lymphknoten
Lymphknoten-Untersuchung © Dan Race – Fotolia.com

 

Gesichtslähmung bei Gürtelrose

Eine Gesichtslähmung kann aufgrund eines Herpes Zoster Virus ausgelöst werden. Experten vermuten das eine Gesichtslähmung hauptsächlich von der Gürtelrose-Sonderform Zoster oticus verursacht wird. Die Entzündung kann neben einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur bis hin zur Taubheit oder Schwerhörigkeit führen.

 

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Fazialisparese – Ursachen und Fakten

Tritt eine Fazialisparese auf, kann dies beidseitig oder einseitig geschehen und zu einer kompletten oder teilweisen Erschlaffung der Muskulatur führen.

Deutliche Hinweise für eine Fazialisparese (Gesichtslähmung) sind ein Herabhängen von Mundwinkel oder Wange. Auch das Augenlid kann von einer Lähmung betroffen sein, was sich durch ausdrückt, dass ein vollständiges Schließen des Augenlids nicht möglich ist.

Aufgrund der gestörten Schutzfunktion des Auges tritt eine zunehmende Augentrockenheit auf. Desweiteren fällt es Betroffenen schwer, die Geschmäcker salzig und süß zu unterscheiden. Die Einschränkungen der Gesichtsmuskulatur erschweren ein deutliches Sprechen und Kauen. Vereinzelt können einseitige Schmerzen auftreten, die bis hin zum Ohr reichen und in unangenehm lauten Ohrgeräuschen gipfeln.

Fazialisparese löst psychische Belastungen aus

Was vielen nicht bewusst ist, ist die Tatsche, dass die psychischen Belastungen deutlich größer. Die Angst, auf ewig derart ernsthaft krank zu sein oder „entstellt“ zu sein, nagt bei Betroffenen tief im Inneren und kann zu dauerhaften Depressionen führen. Bei einer Gesichtslähmung werden die spürbaren und sichtbaren Beschwerden als starke Belastung empfunden.

Eine Fazialisparese kann außer durch Herpes Viren auch durch Verletzungen und Schlaganfällen ausgelöst werden, was eine Diagnose erschwert.

 

 

 

Der Gesichtsnerv – Nervus facialis

Alle wichtigen Gesichtsmuskeln werden durch den siebten Hirnnerv, den Fazialnerv und Gesichtsnerv gesteuert. Die Impulse, die von dem Gehirn über die Nerven an die Muskelgruppen Mund, Wangen, Augen und Stirn weitergeleitet werden, steuern deren Bewegungsabläufe.

Der Fazialisnerv hat die Aufgabe den Tränen- und Speichelfluss sowie die Geschmacksempfindungen der Zunge und die Drüsen der Nasenschleimhaut zu steuern. Eine Entzündung oder Schädigung des Fazialisnervs kann dazu führen, dass die vereinzelten Funktionen nicht mehr richtig ausgeführt werden können. Eine Gesichtslähmung kann somit durch aus als eine Lähmung des Gesichtsnervs betrachtet werden.

Der Gesichtsnerv verläuft von dem Hirnstamm über den oberen Bereich des Rückenmarks. Im Inneren des Gehörgangs verläuft der Gesichtsnerv direkt neben dem Gleichgewichts- und Hörnerv. Diese Nähe der Nerven zueinander erklärt auch, warum unbehandelte Ohrenerkrankungen auf den Fazialisnerv übergreifen können. Der Gesichtsnerv unterteilt sich in der Ohrspeicheldrüse schließlich in mehrere „Nervenäste“. Diese Nervenäste verzweigen sich über Hals, Kinn, Backen und Stirn. Abhängig von dem Nerv, der von den Beeinträchtigungen betroffen ist, unterteilen Experten die Fazialisparese in zentrale und periphere Lähmungen.

Die Nervenbahnen des Rückenmarks und des Gehirns werden von dem zentralen Nervensystem umfasst. Der komplette übrige Körper wird von dem peripheren Nervensystem umfasst. Experten sind sich sicher, dass ein Großteil der Hirnnerven periphere Nerven sind.

 

Periphere Fazialisparese (Lähmung)

Bei einem Großteil der Gesichtslähmungen ist der Bereich des Fazialnervs, der bei dem Hirnstamm austritt, betroffen. Statistiken haben offenbart, dass der Bereich zwischen den Ohrspeicheldrüsen und den Ohren am häufigsten betroffen ist.

Bei einer peripheren Gesichtslähmung sind nahezu alle Nervenäste des Gesichts betroffen. Neben den Lähmungserscheinungen weisen treten Hör- und Geschmacksstörungen auf. Weitere Symptome für diese Form der Lähmung sind starke Schmerzen im Ohrbereich und ein merklich gestörter Tränenfluss.

 

Zentrale Fazialisparese (Lähmung)

Bei einer zentralen Fazialisparese ist die Ursache meistens in Entzündungen oder Schlaganfällen zu finden, die ein Empfangen der Hirnimpulse beeinträchtigt. Trotz der merklichen Nervenausfälle bleiben Funktionen wie zum Beispiel die Steuerung der Stirnmuskulatur erhalten.

Weitere Symptome für diese Fazialisparese sind Lähmungserscheinungen in den Armen und Beinen sowie auf einer kompletten Körperseite. Des weiteren können starke Kopfschmerzen, Krampfanfälle und diverse andere Beschwerden auftreten.

 

Ärztliche Behandlung der Fazialisparese

Eine Gesichtslähmung sollte grundsätzlich als ein nicht zu unterschätzendes Alarmzeichen betrachtet werden. Aus diesem Grund sollte ein Besuch bei einem Arzt nicht herausgezögert werden.

Ein Arzt hat aufgrund seiner Fachkenntnisse die Möglichkeit die bestimmten Muskelgruppen des Gesichts den wichtigen Nervenzweigen zu zuteilen und erste Schlüsse zu ziehen. Bei einer Gesichtslähmung kann der Hausarzt sowie ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Ein Großteil der behandelnden Ärzte entscheidet sich dazu einen Nervenarzt (Neurologe) hinzuzuziehen.

Grundsätzlich gilt, treten Symptome auf, die auf einen Schlaganfall hinweisen, ist es unumgänglich, die Notrufnummer 112 zu nutzen. Bei einem Schlaganfall ist eine schnelle medikamentöse Behandlung notwendig, um das Leben des Betroffenen zu retten.

Eine gründliche Behandlung einer Gesichtslähmung beruht auf eine Erhebung der Krankengeschichte und aufgetretene Symptome. Aufschlussreiche Informationen können zum Beispiel vorhergegangene Verletzungen, Hautveränderungen, Zeckenbisse oder Ohrenentzündungen sein.

 

Untersuchungen bei Fazialisparese

Nachdem der Arzt alle wichtigen Informationen aufgenommen hat, erfolgen verschiedene Untersuchungen, die dazu dienen die Ausfallerscheinungen besser eingrenzen zu können.

Die allgemeinen Tests bestehen zum Beispiel darin, dass der Patient aufgefordert wird zu pfeifen, die Backen mit Luft aufzublasen oder die Zähne „fletschen“ soll. Abhängig von den Erkenntnissen des Arztes werden weitere Untersuchungen wie zum Beispiel Bluttests, MRT und Röntgenaufnahmen zum Einsatz. Die verschiedenen Untersuchungen dienen dazu, Tumore sowie Autoimmunerkrankungen und andere mögliche Auslöser auszuschließen.

Bei einer Gesichtslähmung geben die eingeschränkten Muskelgruppen bereits einen ersten Aufschluss über mögliche Ursachen. Ist es nicht möglich eine schnelle Diagnose zu erstellen, daher entscheiden sich viele Experten für eine Breitband-Behandlung, um das Risiko dauerhafter Einschränkungen für den Patienten zu verringern.