Nervenentzündung durch Herpesviren

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Entzündete Nerven durch Herpesviren

Eine Nervenentzündung– auch Neuritis genannt – durch Herpesviren betrifft in der Regel die peripheren Nerven des menschlichen Körpers. Als Ursache für eine infektiöse Neuritis zeigen sich die Mikro-Organismen, zu denen die Herpesviren gehören.

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Nervenentzündung durch Varizella-Zoster-Viren

Eine durch eine Infektion entstandene Entzündung der Nerven verursachen neben den Viren Bakterien, Pilze und Parasiten. Die Viren gehören zu den häufigsten Gründen für diese Erkrankung. Allen voran stehen die Varizella-Zoster-Viren (VZV), die Krankheiten wie Windpocken und Gürtelrose bedingen.

Das Varizella-Zoster-Virus zeigt sich als dritter Vertreter der acht Herpesviren, die Infektionen bei einem Menschen auslösen. Als DNA-Virus legt es sich bei einer Nervenentzündung auf die Nervenstränge im Körper und verursacht starke Schmerzen. Diese Begleiterscheinung bemerken speziell an Gürtelrose leidende Patienten. Die Gruppe der Varizellen birgt eine starke Ansteckungsgefahr. Leiden Betroffene an einer Nervenentzündung durch Herpesviren, übertragen sie diese unter Umständen auf ihre Mitmenschen. Die Inkubationszeit beträgt im Normalfall zwei bis drei Wochen.

Selbst nach dem Abheilen der für die Windpocken und Gürtelrose typischen Ausschläge, verbleibt das Virus im Organismus. Es setzt sich an den sensorischen Nerven-Knotenpunkten fest. Diese befinden sich neben der Wirbelsäule. An diesen paravertebralen Ganglien verbleibt das Virus, bis es bei fehlender Immunität erneut ausbricht. Tritt dieser Fall ein, wandern die Erreger an den befallenen Nervenbahnen entlang. Dabei entsteht eine einseitige Nervenentzündung. Diese zieht einen Schmerzreiz entlang des Nervs sowie der von diesem versorgten Haut mit sich.

 

Die Therapie bei Nervenentzündung durch Herpes Zoster

Im Fall einer durch diese Herpesviren verursachten Nervenentzündung, verabreichen Mediziner ihren Patienten spezielle Immun-Stimulantien. Diese kräftigen das Immunsystem der Betroffenen, sodass der Herpes Zoster nicht erneut ausbricht. Des Weiteren helfen gegen die entzündeten Nerven eine Mikro-Immuntherapie sowie zahlreiche Maßnahmen, um den Körper zu entgiften. Beides führt zu dem Ausscheiden von Toxinen und stärkt damit effektiv die Immunabwehr.

 

Entzündete Nerven durch Herpes Simplex

Ein weiterer Erreger der Herpesviren nennt sich Herpes-Simplex-Virus (HSV). Dieser befällt vorwiegend die Haut und die Schleimhäute. Jedoch kommt es in einigen Fällen zu einer damit einhergehenden Nervenentzündung. Synonyme für diesen Erreger stellen die Bezeichnungen Lippen- oder Genitalherpes dar. Der genaue Name hängt von dem jeweiligen Herpes-Typ ab. Der Herpesvirus Typ eins befällt die Gesichtshaut. Dagegen kommt der Herpesvirus Typ zwei speziell in dem Genitalbereich vor.

Auch der Herpes-Simplex-Virus verbleibt nach der eigentlichen Infektion im Körper. Er setzt sich an den Nervenbahnen – oftmals im Gesichts- und Nackenbereich – fest und verweilt dort, bis der Patient eine Immunschwäche erleidet. Dann treten die Simplex-Viren erneut aus und verursachen neben dem Ausschlag eine schmerzende Nervenentzündung.

Der Herpes-Simplex-Virus Typ eins lagert sich an den Trigeminal-Ganglien an. Dabei handelt es sich um die bestimmten Punkte der Nervenfasern des Nervus trigeminalis. Dieser vermittelt dem Gesicht die Empfindungen. Daher gilt dieser Nerv als äußerst sensibel. Betroffene stecken ihre Mitmenschen über den Speichel mit diesem Virus an. Dagegen erfolgt die Verbreitung des Herpes-Simplex-Virus Typ zwei ausschließlich über den Geschlechtsverkehr.

Die Therapie bei entzündeten Nerven durch Herpes Simplex

Bei einer Nervenentzündung durch die Herpes-Simplex-Viren, behandeln die Mediziner vorrangig die bei den Patienten herrschende Immunschwäche. Einen primären Befall der Herpesviren therapieren Ärzte symptomatisch. Dabei gehen sie gegen die eintretenden Merkmale vor, jedoch nicht gegen den eigentlichen Grund der Krankheit. Dies geschieht ausschließlich bei einem schweren Verlauf der Erkrankung. Eine Behandlung mit Medikamenten erfolgt über das Blut. Somit gelangen die helfenden Stoffe in den gesamten Organismus. Diese verhindern das Wachsen der Erreger. Ein Beispiel für diese Arzneien stellen die Tabletten „Aciclovir“ dar.

 

Die Behandlung der entzündeten Nerven

Neben der Therapie der Herpesviren gibt es spezielle Behandlungen gegen die eigentliche Nervenentzündung. Die Therapie beinhaltet vorwiegend primäre Methoden. Dabei spielen Antibiotika sowie Arzneien, welche die Entzündung mildern, eine tragende Rolle. Da eine Neuritis starke Schmerzen mit sich bringt, erhalten die Patienten Schmerzmittel in Tabletten- oder Salbenform.

Entsteht durch die Medikamente keine Besserung, kommt eine schmerz-therapeutische Maßnahme dazu. Diese findet Anwendung, wenn es sich bei den Betroffenen um eine chronische Nervenentzündung handelt. In diesem Fall erhalten Patienten

  • Psychopharmaka,
  • die ambulante Betäubung des Schmerzreizes,
  • Rezepte für kranken-gymnastische Therapien
  • und bei beginnender Lähmung eine Behandlung mit Reizstrom.

Um gegen die Nervenentzündung vorzugehen, existieren zahlreiche alternative Heilmethoden. Als Beispiel zeigt sich die Akupunktur. Kommt zu den entzündeten Nerven eine Erkrankung des Stoffwechsels hinzu, gilt eine Diät als nützliches Hilfsmittel. Diese besteht zum Teil als Kausaltherapie, da ein eingeschränkter Stoffwechsel die Neuritis verstärkt. Hilft keine dieser Varianten gegen die Schmerzen, blockieren die Mediziner den betroffenen Nerv, um die Entzündung zu mildern.

Eine Nervenentzündung geht mit einer Infektion mit Herpesviren einher. Die häufig auftretenden Formen bestehen hierbei in dem Herpes Zoster sowie dem Herpes Simplex. Als Therapie gegen die eintretenden Schmerzen eignen sich verschiedene Medikamente, die vorwiegend das Immunsystem der Betroffenen unterstützen.

 

veröffentlicht von: Anna Nilsson,

Lizenz und Literatur:

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== Fachautor dieses Artikels ==

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson ist als Medizinautorin seit 2005 Autorin für die Inhalte in unserem Magazin verantwortlich. Ihre Artikel entsprechen dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.


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