7 Tipps für Betroffene bei Gürtelrose

Gürtelrose (Herpes zoster) ist mehr als lästig. Kommen die Herpesviren bei einer vorübergehenen Schwächung des Immunsystems aus ihrem Versteck, lösen sie das charakteristische gürtelförmige Erscheinungsbild auf der Haut aus. Es kratzt und juckt und sieht nicht besonders dekorativ aus.

Auf einige Punkte sollten Sie unbedingt achten, damit die Folgen einer Gürtelrose nicht dauerhaft sichtbar bleiben. Die sieben wichtigsten Tipps bei Gürtelrose haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt.

 

Sieben Tipps bei Gürtelrose: Woher kommt der Hautausschlag?

Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine Sekundärinfektion. Beim ersten Kontakt mit dem Varizellen/Zoster-Virus (VZV, humanes Herpesvirus-3, HHV-3), einem Herpesvirus, kommt es zu Windpocken, die als typische Kinderkrankheit gelten.

Nach und nach beseitigt das Immunsystem die Viren aus seinem Einflussbereich. Dazu gehört jedoch nicht das Zellinnere. Die Viren ziehen sich in die Spinalganglien links und rechts der Wirbelsäule zurück und warten darauf, dass das Immunsystem geschwächt oder mit anderen Aufgaben beschäftigt ist.

Ab und zu setzen die umprogrammierten Zellen ein paar Viren frei. Meistens werden diese umgehend beseitigt, bevor sie Schaden anrichten können. Ist das Immunsystem dazu nicht in der Lage, breiten sie sich immer weiter aus und befallen immer mehr Zellen. Dann kommt es allerdings nicht mehr zu erneuten Windpocken, sondern zur Gürtelrose.

Den Namen hat sie von ihrem charakteristischen Hautausschlag am Rumpf bekommen. Die freigesetzten Viren bewegen sich in den Innervierungsbereichen der Spinalganglien, aus denen sie freigesetzt wurden, den Dermatomen. Da diese am Körper gürtelförmig verlaufen, sind auch die Hautausschläge so angeordnet. Sie bestehen aus stecknadelkopfgroßen, mit Lymphflüssigkeit gefüllten Bläschen, die aufbrechen, verkrusten und eine schorfige Kruste bilden.

Tipps bei Gürtelrose – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Gürtelrose ist eine erneute Erkrankung an Varizellen/Zoster-Viren, die beim ersten Kontakt Windpocken ausgelöst haben.
  2. Am wichtigsten ist es bei einer Gürtelrose, keinesfalls zu kratzen. Dadurch gelangen Bakterien in die Haut und führen zu eitrigen Entzündungen, die bleibende Narben hinterlassen können.
  3. Wichtig ist daher eine richtige Behandlung des Hautausschlages.
  4. Ebenso sollte man sich nicht vor dem Gebrauch virushemmender Mittel und Antibiotika scheuen, wenn ein geschwächtes Immunsystem vorliegt oder eine eitrige Infektion hinzukommt.
  5. Schmerzmittel sind absolut empfehlenswert, wenn die Gürtelrose starke Schmerzen hervorruft.

 

Tipp 1 – Vorbeugen ist die beste Therapie!

Haben Sie bereits die Windpocken hinter sich oder leiden Sie aktuell an einer Gürtelrose, ist es dafür leider schon zu spät. Menschen in Ihrer Umgebung bleibt beides erspart, wenn sie sich zu einer Impfung gegen das VZV entschließen.

 

Tipp 2 – Vorsicht beim Hautkontakt!

Denken Sie immer daran, dass der Inhalt der Hautbläschen zahlreiche VZV-Viren enthält und daher hochinfektiös ist. Gefährdet sind allerdings nur Menschen, die keinen Immunschutz durch eine VZV-Impfung oder vorangegangene Erkrankung mit Windpocken haben. In freier Wildbahn überleben die Viren nur wenige Minuten, aber bei direktem Hautkontakt oder gar Schleimhautkontakt können sich die Viren in ihrem neuen Wirt ausbreiten.

Eine Übertragung erfolgt nicht nur durch Schmierinfektionen, sondern auch durch Tröpfcheninfektionen infolge Niesen oder Husten. Der neue Patient leidet dann allerdings nicht an Gürtelrose, sondern an Windpocken. Eine Gürtelrose kann dessen ungeachtet nach Jahren oder Jahrzehnten ebenfalls auftreten.

 

Tipp 3 – Bloss nicht kratzen!

Das ist vermutlich der wichtigste Tipp zur Gürtelrose überhaupt. Auch wenn die lästigen kleinen Hautbläschen unerträglich jucken – geben Sie der Versuchung keinesfalls nach und kratzen Sie nicht daran herum! Auf den Bläschen hat sich das schützende Hautepithel abgelöst und der Bläscheninhalt ist Lymphflüssigkeit, der aus dem darunter liegenden ungeschützten Gewebe austritt. Kratzen Sie daran herum, gelangen Bakterien unmittelbar in diese Flüssigkeit, in der sie sich ausgesprochen wohlfühlen.

Von dort aus ist es nur ein kleiner Weg bis in das tiefer liegende Gewebe der Haut. Die alarmierten Immunzellen stürzen sich auf die Eindringlinge und lösen so eine Entzündung aus. Aus toten Immunzellen, Bakterien und Lymphflüssigkeit bildet sich eine gelbliche, viskose Flüssigkeit – Eiter.

Eine solche Sekundärinfektion kann das Gewebe nachhaltig angreifen. Es wird nekrotisch, sodass Narben zurückbleiben und die Pigmentierung gestört ist. Abgesehen von solchen kosmetischen Schäden kann sich eine Infektion in die Blutbahn ausbreiten und im schlimmsten Falle zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen, die lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann.

 

Tipp 4 – Halten Sie Ihr Immunsystem fit!

Die auf der Lauer liegenden Viren können sich nur dann erfolgreich ausbreiten, wenn das Immunsystem sie nicht in ihre Schranken weist. Daher verhindert ein gesundes Immunsystem den Ausbruch der Gürtelrose und erleichtert eine frisch gestärkte Abwehr das Abheilen der Krankheit, ohne dass es zu schwerwiegenden Komplikationen kommt.

Tun Sie also Ihr Bestes für Ihr Immunsystem. Vermeiden Sie Stress so gut es geht, schützen Sie sich vor Infektionskrankheiten wie Grippe und grippalen Infekten und sorgen Sie mit gesunder Ernährung und etwas sportlicher Betätigung für eine gut funktionierende Abwehr.

 

Tipp 4 – Scheuen Sie sich nicht vor Medikamenten!

Eine medikamentöse Behandlung ist vor allem bei älteren und immungeschwächten Patienten anzuraten oder wenn bereits erste Komplikationen mit Beteiligung von Augen, Ohren und/oder Gehirn hinzukommen. Hierzu verwendet man virushemmende Medikamente, sogenannte Virostatika wie Valaciclovir und Famciclovir, die man dreimal täglich einnehmen muss oder das neuere Brivudin, von dem man nur noch einmal am Tag eine Tablette einnehmen muss.

 

Tipp 4 – Behandeln Sie den Hautausschlag!

Die richtige Pflege des Hautausschlages ist wichtig, damit keine kosmetischen Schäden zurückbleiben. Puder, Salben, Gels oder Lotionen verhindern die Ausbreitung von Bakterien und lindern den Juckreiz. Hilfreich sind kühlende Umschläge und weiße Schüttelmixtur aus Talkum und Zinkoxid, die man in der Apotheke bekommt.

Sollte bereits eine eitrige Infektion vorliegen, muss man gegebenenfalls auch auf Antibiotika zurückgreifen.

 

Tipp 4 – Keine Angst vor Schmerztherapie!

Schmerzen müssen nicht sein, schon gar nicht die teils ganz erheblichen, die bei starken Nervenschädigungen auftreten. Bei Gürtelrose können die Schmerzen so dramatisch werden, dass Patienten suizidgefährdet sind.

Scheuen Sie sich daher nicht vor der rechtzeitigen Anwendung von Analgetika wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen. Akute Hautschmerzen lassen sich lokal mit einer anästhetisierenden Salbe mit Lidocain lindern.

Bei vielen Patienten haben sich auch transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) und Akupunktur zur Schmerzlinderung bewährt.

 

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Anna Nilsson: Gürtelrose. Der Ratgeber zu Herpes zoster. North Charleston 2016: CreateSpace Independent Publishing. ISBN-10: 1532701675.
  • Wolfram Gerlich, Hans W. Doerr: Medizinische Virologie: Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen. 2. Auflage. Stuttgart 2009: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131139625.

About author

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson ist als Medizinautorin seit 2005 Autorin für die Inhalte in unserem Magazin verantwortlich. Ihre Artikel entsprechen dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und medizinischen Leitlinien.


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