Ganglionitis durch Gürtelrose: Symptome und Entstehung

Ganglionitis durch Herpes Zoster erkennen und handeln

Der Begriff Ganglionitis ist nicht sehr geläufig und doch kennen ihn viele Menschen indirekt: entweder aufgrund der eigenen Erkrankung oder durch Betroffene im Umfeld. Eine Ganglionitis ist eine Entzündung der Ganglien und Ganglien sind eine Gruppierung von Nervenzellkörpern im Nervensystem. Die Ganglionitis ist also eine Form der Nervenentzündung, der unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Bei vielen Erwachsenen ist der Erreger Herpes Zoster der Auslöser.

Ganglionitis, Ganglien, Nervenzellen Mensch

Qualitativ hochwertige 3D-Darstellung von Nervenzellen, Ganglien, Urheber: dolgachov / 123RF

 

 

Entzündung der Ganglien – Ursache einer Ganglionitis verstehen

Eine Ganglionitis entsteht durch starke Immunreaktion, da die Nervenzellkörper erkrankt sind. Liegt Herpes Zoster als Ursache zugrunde, handelt es sich um eine virale Infektion. Umgangssprachlich hat sich dafür auch der Name Gürtelrose etabliert. Der vollständige Name der Viren lautet Varizella Zoster.

Diese Viruserkrankung können Sie nur dann als Erwachsener bekommen, wenn Sie bereits die Windpocken (Varizellen) hatten. Diese Kinderkrankheit stellt den ersten Kontakt mit dem Erreger dar und ist gut zu behandeln. Trotz scheinbar vollständiger Genesung verbleibt das Virus in einem inaktiven Zustand im Körper und zwar direkt in den Ganglien. Zu einem späteren Zeitpunkt kann daher eine Ganglionitis entstehen, wenn Herpes Zoster durch eine Immunschwächung wieder aufflammt.

Ganglionitis, Ganglien, Nervenzellen Mensch

Urheber: dolgachov / 123RF

Haben Sie Kontakt zu einem Menschen, der akut an Gürtelrose leidet und hatten selbst nie die Windpocken, kann eine Tröpfcheninfektion dazu führen, dass Sie diese Kinderkrankheit „nachholen“. Waren Sie als Kind erkrankt und tragen das Virus folglich bereits in sich, müssen auch Sie mit einer Gürtelrose rechnen. Es kommt durch die rasche Vermehrung der Viren zu akuten Entzündungen der Ganglien und folglich zur Ganglionitis.

 

Die Symptome einer Ganglionitis

Sind die Varizella-Zoster-Viren in den Ganglien reaktiviert worden, führen sie nach kurzer Zeit zu einer Ganglionitis, die sich durch starke, zunächst lokale Schmerzen bemerkbar macht. Da Ganglien in jeder Körperregion zu einem übergeordnetem Netzwerk gehören, werden die Schmerzen sich mit der Zeit jedoch ausbreiten. Ein über Tage streuender Schmerz ist daher ein unübersehbares Symptom.

Unübersehbar ist in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort, denn tatsächlich wird die Ganglionitis nach wenigen Tagen auch gut sichtbar für Patient und Arzt. Obwohl die Entzündung an den Nerven eigentlich unter der Haut stattfindet, greift sie jedoch auf das Dermatom über und äußert sich daher indirekt über einen Hautausschlag. Dieser Ausschlag breitet sich in charakteristischen Streifen aus und bildet kleine Bläschen, die ausgesprochen schmerzhaft sind. Sehen Sie diese, sollten Sie umgehend Ihren Hausarzt aufsuchen.

Neben den Schmerzen unter und auf der Haut tritt bei den meisten Patienten auch ein starker Juckreiz auf. Das Jucken geht auf die Überreaktion der Nerven aufgrund der Entzündungen zurück. Eine Ganglionitis kann anstelle des Juckreizes aber auch den gegenteiligen Effekt mit sich bringen und es stellt sich ein Taubheitsgefühl ein.

In manchen Fällen kann es zu einer starken Beeinträchtigung des Sehens und/oder Hörens kommen. Diese Symptome treten auf, wenn die Ganglionitis sich entlang des Rückenmarks so verbreitet hat, dass sie den fünften Gehirnnerv erreicht. Neben den starken Schmerzen im Gesicht können dann die beiden Sinnesorgane betroffenen sein.

Manche Patienten kommen mit Verdacht auf einen Herzinfarkt zum Arzt, da sie in Herznähe starke Schmerzen verspüren. Angina pectoris kann jedoch auch ein Symptom für eine Ganglionitis sein. Der Mediziner wird den Unterschied beim Untersuchen der Haut schnell feststellen.

 

Der Gang zum Arzt sichert die Diagnose

Da der Hautausschlag bei einer Gürtelrose ein sehr eindeutiges Symptom ist, wird der behandelnde Mediziner im Regelfall schnell und zuverlässig eine Diagnose stellen. Zwar gibt es Nachweisverfahren für die Virenbelastung im Körper, sie werden jedoch oft nicht benötigt.

Sind die Symptome dagegen unspezifisch oder es besteht der Verdacht auf eine Komplikation, wird der Arzt etwas Gewebe entnehmen und den PCR-Nachweis durchführen. Die Polymerase-Kettenreaktion erlaubt im Labor einen schnellen Nachweis der Virusinfektion mit Herpes Zoster. Die Gewebeentnahme ist ungefährlich aber etwas schmerzhaft, da beispielsweise ein Hautbläschen punktiert und die enthaltene Flüssigkeit gesammelt wird.

 

 

Die Ganglionitis Behandlung und Therapie

Bei einem positiven Ganglionitis-Befund wird der Arzt Ihnen entzündungshemmende Medikamente verschreiben. Auf diese Weise werden die Ganglien entlastet und können abheilen. Bei leichten Verläufen der Gürtelrose geschieht das auch ohne Medikamente binnen weniger Tage.

Gleichzeit werden Medikamente verschrieben, die den Reproduktionsprozess der Varizella-Zoster-Viren hemmen. Auf diese Weise wird dem Immunsystem unter die Arme gegriffen. Durch eine sinkende Virenlast aufgrund langsamerer Vermehrung können die Abwehrkräfte wieder die Oberhand gewinnen. Diese antivirale Therapie ist vor allen dann wichtig, wenn sich ohne sie ein Krankheitsverlauf mit Komplikationen andeutet. Die Herpes-Viren sind in der Lage, verschiedene Organe zu befallen und können daher potenziell auch lebensbedrohend werden. Am effektivsten schlägt die Therapie an, wenn die Medikamente binnen 48 bis 72 Stunden nach den ersten Symptomen verabreicht werden. In diesem Zeitfenster ist die virale Belastung im Körper noch vergleichsweise moderat und die Medikamente wirken schnell.

Bei akuten Beschwerden kommen zusätzlich schmerzlindernde Substanzen zum Einsatz. Nichtsteroidale Analgetika, Mittel gegen leichte bis mittlere Schmerzen und oft in der Apotheke frei verkäuflich, helfen den meisten Patienten nicht. Es sind stärkere Wirkstoffe wie Opioide notwendig. Dies ist allerdings eine reine Symptombekämpfung, um die Lebensqualität des Patienten während der Heilungsphase zu verbessern.

Sinnvoll kann darüber hinaus der Einsatz von speziellen Salben und Ölen sein, die direkt auf betroffene Hautareale aufgetragen werden und antiseptisch wirken. Die Heilung wird damit bei den meisten Patienten beschleunigt und die Haut juckt im Idealfall weniger.

 

Wer sollte nicht auf eine antivirale Therapie verzichten?

Zeigt sich eine Gürtelrose zum wiederholten Male und der Verlauf ist sehr mild, neigen viele Patienten dazu, den Gang zum Arzt ausfallen zu lassen. Sie kennen die Beschwerden und glauben aus Erfahrung zu wissen, dass keine langfristigen Folgen zu erwarten sind.

Bitte suchen Sie dennoch den Arzt auf, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  •  Sie sind über 50 Jahre alt.
  •  Die Ganglionitis zeigt sich unabhängig vom Alter im Gesicht
  •  Die Schmerzen sind deutlich stärker als Sie es von früher kennen.
  •  Sie leiden an einer weiteren Erkrankung, die das Immunsystem schwächt, etwa Diabetes oder Krebs.
  •  Sie haben eine Hautkrankheit wie Neurodermitis. In diesem Fall kann die Bläschenbildung auf der Haut sehr stark werden.

 

Tipps zur Vermeidung einer Ganglionitis

Hatten Sie als Kind die Windpocken, schlummert der Herpes-Virus in den Ganglien. Sie können durch eine gezielte Risikovermeidung dennoch dafür Sorge tragen, dass die Chance auf eine Reaktivierung gering ist. Beachten Sie folgende Hinweise:

1. Vermeiden Sie Dauerstress, indem Sie bei psychischer Belastung bewusst das Arbeitspensum senken und sich entspannen. Damit erleichtern Sie Ihrem Immunsystem die Arbeit und das Herpes-Virus bricht nicht erneut aus.

2. Achten Sie auf eine nährstoffreiche Ernährung, um die Darmflora im Gleichgewicht zu halten. Sie trägt einen wesentlichen Teil zum Funktionieren des Immunsystems bei.

3. Ausreichend Vitamin D ist wichtig für einen gesunden Organismus. Bewegen Sie sich daher im Idealfall für 30 Minuten am Tag an der frischen Luft. Auch bei einer dichten Wolkendecke dringt dabei genügend UV-Licht auf die Haut, sodass Vitamin D entstehen kann.

 

 


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