Fachbeirat Med. Anna Nilsson, ( aktualisiert 30.03.2015 ) Kontrolle von: Lea Schnurbus.

Gürtelrose (Herpes Zoster)

Wir informieren Betroffene zur Gürtelrose-Erkrankung.

Die Gürtelrose, medizinisch Herpes zoster genannt, wird durch den Ausbruch eines Virus-Erregers hervorgerufen, der als Ersterkrankung im Kindesalter Windpocken hervorgerufen hat. Verantwortlich dafür ist der  Varizella-Zoster-Virus der zu den Herpes-Viren gehört und lebenslang in unserem Körper zu finden ist.

Gürtelrose ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Nervensystems – Für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen kann es eine Risiko-Erkrankung mit Komplikationen und Folgeschäden sein. Unsere Redaktion informiert Sie hier umfassend, als Praxis- oder Patienteninformation, zu den Ursachen, Symptome, den Komplikationen und Therapiemöglichkeiten.


Die 5 wichtigsten Fakten vom Mediziner:

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Der Fachexperte Dr. med. Nikolaus Frühwein,
Facharzt für Allgemeinmedizin und Impfungen.
Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen informiert Sie:


1. Was sind Auslöser und Risikofaktoren?

Die eigentlichen Auslöser der Reaktivierung der Viren sind unbekannt. Es scheint sich um einen relativen Immunmangel zu handeln. Dies kann z.B. auch altersbedingt oder durch Stress oder Krankheit hervorgerufen werden.

2. Welche Altersgruppen und Geschlechter sind besonders gefährdet?
Die höhere Altersgruppe (Maximum bei etwa 70 Jahren) und Frauen sind überdurchschnittlich betroffen

3. Wie wird die Gürtelrose durch den behandelnden Arzt diagnostiziert?
In den meisten Fällen kann der Mediziner die Gürtelrose durch die äußeren Bläschen und den Ausschlag feststellen. Um ganz sicher zu gehen können verschiedene weitere Diagnoseverfahren oder der Erreger-Nachweis über Blutuntersuchungen vorgenommen werden.

4. Welche Medikamente werden zur Behandlung verabreicht?
Es gibt gut wirksame Virustatika (Mittel gegen die Vieren). Wichtig ist die Behandlung der Schmerzen, damit diese sich nicht festsetzen.

5. Wie lange dauert die Erkrankung an?
Die Dauer und die Stärke der Verläufe variieren sehr stark. Häufig ist die Erkrankung nach 3-4 Wochen ausgeheilt, Schmerzen können aber oft über Monate anhalten.

6. Kann man mehrfach erkranken?
Eine mehrfache Erkrankung ist möglich. Das auslösende Virus ist das Windpockenvirus und das verbleibt lebenslang in den Nerven.

 

  Krankheitsbild im Überblick:

Was ist eine Gürtelrose?

 

Die Viruserkrankung bezeichnen Mediziner in ihrer Fachsprache als Herpes Zoster. Sie gilt als Zweitmanifestation des Varizella-Zoster-Virus, der zu der Gruppe der Herpesviren gehört. Zum Entstehen der Erkrankung bedarf es einer Erstinfektion mit Varizella-Zoster-Viren, diese findet gewöhnlich im Kindesalter statt und ruft die Windpocken hervor.

Eine gewisse Anzahl der Viren verbleibt nach dem Abheilen der Windpocken im Nervensystem.

Der als Virus-Persistenz bezeichnete Vorgang betrifft vor allem den sogenannten Trigeminus-Ganglion und die Spinalganglien. Ein geschwächtes Immunsystem und andere Faktoren begünstigen eine Reaktivierung des Virus und damit den Herpes zoster. Diese geht mit Schmerzen und einem gürtelförmigen Ausschlag einher, welcher der Krankheit ihren Namen gab.

Grafik der Haut nd Ganglien

 

 

Formen der Erkrankung

Welches Hautareal Herpes zoster betrifft, ist nicht vorhersehbar. Es existieren jedoch Häufungen. Prinzipiell kommt jedes von einer sensiblen Nervenwurzel versorgte Hautareal (Dermatom) in Betracht. Möglich sind die Erscheinungen der Gürtelrose

  • in der Kniekehle
    Diese Form des Herpes zoster tritt selten auf. Der Name der Erkrankung trifft hier nicht zu, weil die Nervenbahnen in diesem Bereich nicht gürtelförmig verlaufen.
  • am Bein
    Das Auftreten am Bein tritt in der Regel aufgrund der dort verlaufenden Rückenmarksnerven an den Oberschenkeln auf.
  • am Rücken
    Der Ausschlag befindet sich bei dieser Form des Herpes zoster in der Nähe des Rückenmarks und der Nervenbahnen. Der Ausschlag brennt stark aufgrund der empfindlichen Nierengegend und der anhaltenden Nervenüberreizung.
  • im Brustbereich
    Die Gürtelrose im Brustbereich ist mit über 50 Prozent weit verbreitet. Der Ausschlag beginnt am Rücken und zieht sich ähnlich einem Gürtel über den Brustkorb des Betroffenen.
  • am Hals
    Herpes zoster am Hals bedarf aufgrund der Gefahr von Komplikationen besonderer Aufmerksamkeit und erfordert wie die Kopfrose zwingend einen Besuch beim Arzt.
  • am Kopf (Kopfrose)
    Bei einer Gürtelrose am Kopf sind sehr sensible Bereiche betroffen die zu Komplikationen am Sehnnerv führen können. Verschleppt der Betroffene die Herpesviren sind schwere Folgeschäden möglich.

Diese und weitere Formen des Herpes zoster finden Sie im Rahmen der möglichen Komplikationen hier auf der Startseite und ausführlicher in der entsprechenden Kategorie näher beschrieben.

 

Risikofaktoren

Die nach einer Windpocken-Erkrankung im Körper verbliebenen Erreger (Varizellen) gelten als ursächlich für diese Erkrankung. Zu den bekannten Risikofaktoren, die zu einer Reaktivierung der im Körper schlummernden Varizella-Zoster-Viren führen, gehören das Alter der Personen und ein geschwächtes Immunsystem. Letzteres ruft verschiedene Erkrankungen hervor. Zu ihnen gehören angeborene sowie erworbene Immundefekte, verursacht durch:

  • Krebs
    Krebs schwächt das Immunsystem.
  • Chemotherapie
    Die Chemotherapie erfolgt durch Medikamente mit zellzerstörender Wirkung. Neben den Krebszellen vernichten sie gesunde Zellen, wie die des Immunsystems.
  • AIDS
    Bei dieser Immunschwäche-Erkrankung zerstört das HI-Virus sogenannte T-Zellen, die zu denen des Immunsystems zählen.
  • Medikamente
    Einige Erkrankungen erfordern es, das Immunsystem zu dämpfen. Dies geschieht durch sogenannte Immunsuppressiva, zu denen die bei Rheuma angewandten TNF-Blocker zählen.
  • oder andere Infekte
    Infekte verschiedener Art begünstigen eine Gürtelrose, indem sie die Körperabwehr in Mitleidenschaft ziehen.

Vorsicht geboten ist beim Sonnenbad. UV-Strahlung in hohen Dosen verstärkt die Gefahr eines Sonnenbrandes und erhöht das Risiko an einer Gürtelrose zu erkranken. In der Regel geschieht die Reaktivierung des Herpes-Zoster Virus in Verbindung mit der Immunschwäche erst Jahrzehnte nach der Erstinfektion.

 

 

 

Übertragung des Varizella-Zoster-Virus

Ansteckung mit Windpocken

Die Übertragung des Varizella-Zoster-Virus erfolgt bei der Erstansteckung aerogen sowie durch Tröpfcheninfektion. Die Gefahr der Übertragung über den Luftweg besteht fast überall – auf der Straße, beim gemeinsamen Spiel, im Bus oder im Kindergarten. Niesen, Husten und auch der direkte Kontakt mit dem Speichel der infizierten Person oder mit dem Flüssigkeitsinhalt der Bläschen führt zu einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus und damit zu den Windpocken.

Die Ansteckungsgefahr bei den Windpocken beginnt wenige Tage, bevor der Ausschlag auftritt. Sie dauert nach Sichtbarwerden der Bläschen sieben bis zehn Tage an. Die Gefahr der Krankheits-Übertragung an eine andere Person endet erst, wenn die Bläschen keine Flüssigkeit mehr enthalten.

Ansteckung mit Gürtelrose

Die Ansteckung  erfolgt durch den Kontakt mit dem Bläscheninhalt (Schmierinfektion). Sie führt als Erstinfektion zu Windpocken. Eine aerogene Übertragung oder die durch Tröpfcheninfektion ist nicht möglich. Die Ansteckungsgefahr besteht, solange der Betroffene gefüllte Hautbläschen aufweist.

Das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken, steigt mit dem Alter. Insgesamt betrifft der Ausbruch der Krankheit ein Viertel aller Personen, die den Herpes-Zoster-Virus in sich tragen und schon Windpocken hatten.

 

Inkubationszeit

Als Inkubationszeit bezeichnen medizinische Fachleute den Zeitraum nach dem Kontakt mit einen Erreger und dem der ersten Symptomatik der Erkrankung. Daher sprechen sie nur bei der Erstmanifestation „Windpocken“ von der Inkubationszeit. Sie dauert bei der Ersterkrankung 14 bis 16 Tage.

Ob oder wann die Herpes-Zoster-Erkrankung auftritt, weiß niemand zu sagen. Die Zeit zwischen der Erstinfektion und der Reaktivierung der Viren bezeichnen Mediziner als Latenzzeit. Sie ist individuell verschieden und dauert bei immunkompetenten Personen ein Leben lang.

 

Symptomatik der Gürtelrose

Die Symptomatik beginnt mit dem drei bis fünf Tage andauernden Prodromalstadium. Sie kennzeichnet das Nichtvorhandensein spezifischer Symptome. Stattdessen machen allgemeine Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie Parästhesien (Missempfindungen) und Fieber [subfebrile Temperatur (37,1 °C bis 37,9 °C rektal gemessen) bis leichtes Fieber (febril – 38,0 °C bis 38,5 °C)] auf die kommende Erkrankung aufmerksam.

Weiter geht es mit zoster-assoziierten Schmerzen, bei denen es sich um neuropathische Schmerzen wie Brennen oder Stechen handelt. Als charakteristisches Merkmal der Gürtelrose gilt der gewöhnlich einseitig auftretende als Zoster bezeichnete Hautausschlag.

Ungefähr 50 Prozent der Lokalisation liegen im Rumpfbereich, wo die Nerven von der Wirbelsäule (von hinten) gürtelförmig um den Oberkörper (nach vorne) verlaufen. Der Zoster beginnt mit einer Rötung und endet mit gruppierten flüssigkeits-gefüllten Bläschen, die sich zunächst eintrüben und anschließend aufplatzen. Als Folge bilden sich Krusten. Der Herpes zoster endet in der Regel mit dem Abfallen derselben.

 

Die Gürtelrose-Bläschen (Vesiculae) und deren Verkrustung

Als Bläschen bezeichnen Mediziner die Ansammlungen von Flüssigkeit in den oberflächlichen Gewebs-Spalten der Haut. Histologisch und klinisch betrachtet bezeichnet eine Blase die Schicht oberhalb der Spaltbildung (Blasendach).

Der Blaseninhalt ist die Flüssigkeit in der Spaltbildung, der Blasengrund die Schicht unterhalb der Spaltbildung. Reißt das Dach der Blase, entleert sich diese. Es bildet sich eine Erosion. Der Inhalt der Blase und das nachfolgende Sekret trocknen ein. Eine Kruste entsteht. Diese kennzeichnet, histologisch betrachtet, ein Fribrin-Netz mit eingelagerten Entzündungszellen.

Mechanische Irritationen oder Superinfektionen führen zu Verletzungen von Blutgefäßen in der Haut. Es kommt zum Blutaustritt, wodurch sich eine hämorrhagische (blutige) Kruste bildet.

 

Arztbesuch bei Verdacht auf Gürtelrose erforderlich

Der Herpes zoster erfordert die sofortige Behandlung durch einen Arzt, da Komplikationen nicht auszuschließen sind. Der Betroffene reagiert entsprechend, wenn er aufgrund von Symptomen eine Gürtelrose vermutet. Zum Krankheitsbild passende Hautveränderungen führen ihn direkt zum Mediziner. Des Weiteren erfordern auftretende Lähmungserscheinungen sowie Beschwerden in Augennähe einen sofortigen Arztbesuch.

 

Diagnostische Verfahren zur Erkennung

  • Diagnose der Erkrankung bei voller Ausprägung
    Eine voll ausgeprägte Gürtelrose diagnostiziert der Arzt aufgrund der charakteristischen Symptome, dem Aussehen und dem bisherigen Verlauf mit bloßem Auge.
  • Diagnose im Anfangsstadium
    Die Diagnose im Anfangsstadium fällt dem Arzt mit bloßem Auge besonders schwer. Um die Erkrankung sicher nachzuweisen und von anderen Erkrankungen abzugrenzen, bedarf es bestimmter Tests. Zu diesen gehören welche, die den Varizella-Zoster-Virus direkt oder indirekt nachweisen:
  • VZV-Nukleinsäurenachweis durch PCR (direkter Virusnachweis)
    PCR bedeutet Polymerase Kettenreaktion. Der Arzt setzt diese Art des Nachweises ein, sobald er eine Gürtelrose vermutet, die Kennzeichen dafür jedoch nicht eindeutig sind beziehungsweise nur in geschwächter Form vorliegen. Während des Tests vervielfältigt der Mediziner die Erbsubstanz DNA in vitro mit der Hilfe des Enzyms DNA-Polymerase. Die Tatsache dass die Produkte vorheriger Zyklen, die Ausgangsstoffe für die nachfolgenden Zyklen bilden, macht eine exponentielle Vervielfältigung möglich. Diesen Vorgang beschreibt der Begriff „Kettenreaktion“.
  • Immunfluoreszenz-Test (direkter Virusnachweis mittels Zellkulturen)
    Der Erregernachweis geschieht durch Isolierung des Virus mithilfe von Zellkulturen. Als Untersuchungsmaterial dienen Liquor, EDTA-Blut (mit einem Gerinnungshemmer behandeltes Blut), durch bronchoalveoläre Lavage gewonnenes Material (zum Beispiel Schleim) sowie Bläschenflüssigkeit. Der Nachteil des IF-Tests: Er ist aufwendig, wenig sensitiv und langwierig.
  • Antikörpernachweis mittels serologischer Verfahren (indirekter Virusnachweis)
    Zum Nachweis spezifischer Antikörper verwendet der Mediziner die Verfahren ELISA und IFAT. Als Untersuchungsmaterial dient ihm Serum. Im Fall meningo-enzephalitischer Verlaufsformen (kombinierte Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns) verwendet er die als Liquor bezeichnete Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit des Patienten. Eine hohe Aussagekraft besitzen beim Herpes zoster die spezifischen IgA-Antikörper. Die IgM-Antikörper fehlen unter Umständen.

 

Die schulmedizinische Behandlung der Gürtelrose

Eine frühzeitige Behandlung durch den Arzt begrenzt die Ausdehnung der Hautveränderungen und verhindert möglicherweise chronische Komplikationen. Mediziner unterscheiden zwischen:

  • der symptomatischen Therapie,
  • der antiviralen Therapie
    und
  • der zusätzlichen Therapie

Die symptomatische Therapie erfolgt lokal und abhängig vom Stadium des Exanthems mit antiseptischen und austrocknenden oder die Krusten lösenden Salben ( Zinksalbe) oder Tinkturen. Die Vioform-Zinkschüttelmixtur und die Lotio alba besitzen beispielsweise eine austrocknende Wirkung. Im Bläschenstadium erweisen sich feuchte Umschläge als wirksam.

Die starken Schmerzen der Betroffenen behandelt der Mediziner mit schwachen Opioiden wie Tramadol. Diese kombiniert er mit Co-Analgetika wie Amitriptylin (Antidepressivum) oder Carbamazepin, einem Anti-Epileptikum.

Um die Vermehrung der Viren zu verhindern, verschreibt der Arzt Virostatika. Beispiele dafür sind Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir und Brivudin. Von Bedeutung zeigt sich eine frühzeitige Therapie bestenfalls innerhalb der ersten zwei bis drei Tage, nachdem sich die ersten Symptome zeigten. Diejenige mit Virostatika erfolgt oral oder intravenös.

Kortikosteroide wie Cortisol wirken entzündungshemmend. Diese behindern jedoch die Bekämpfung der Gürtelrose durch das Immunsystem. Die Therapie mit Kortikosteroiden erfolgt nie allein, sondern in Verbindung mit einer antiviralen Therapie.

 

Die Therapie der Post-Zoster-Neuralgie

Die Therapie der Post-Zoster-Neuralgie entspricht in der Regel der WHO-Stufentherapie bei Schmerzen. Die leichten Schmerzen bekämpft der Arzt mit gängigen Analgetika wie Ibuprofen und Paracetamol. Stärkere Nervenschmerzen behandelt er mit Opioiden wie Tramadol und Codein. Bei sehr starken Schmerzen kommen orales Morphin und Buprenorphin zum Einsatz. Diese gehören zu den stark wirksamen Opioiden. Bei Bedarf kombiniert er die Schmerzmittel mit Co-Analgetika.

 

Alternative Behandlungs-Methoden bei Gürtelrose

Zusätzlich zu den schulmedizinischen Behandlungsmethoden fördern alternative Behandlungsmethoden die Heilung. Vor allem lindern Akupunktur, Elektrotherapie, Naturheilverfahren und Homöopathie die Symptome der Erkrankung.

Die Akupunktur beugt einem chronischen Schmerzverlauf vor. Die Ultraschall-Therapie hat eine ebensolche Wirkung. Sie senkt das Risiko, an den bleibenden Nervenschmerzen einer Post-Zoster-Neuralgie zu erkranken. Eine Behandlung mit Kurz- und Mikrowelle unterstützt die Abheilung der Bläschen und lindert die Schmerzen der Erkrankung.

Neben der gewöhnlichen direkten Schmerzbekämpfung empfehlen Naturheilkundige eine indirekte Schmerz-Behandlung durch das Ausleiten der abgestorbenen Viren (Entzündungs-Toxine). Diese führen zu einer Blockade bei der Wiederherstellung der Nerven und zu anhaltenden Komplikationen im Heilungsverlauf.

Die Therapie unterschiedlicher Krankheiten mithilfe von Blutegel durchzuführen, hat eine tausendjährige Tradition und gehört zu den bekanntesten Naturheilverfahren. Bei der Behandlung von Herpes zoster nimmt die Blutegel-Therapie einen hohen Stellenwert ein. Sie führt unterstützend zu den konventionellen Behandlungsmethoden zu einem günstigen leichteren Krankheitsverlauf. weiterlesen: Einsatz von Blutegeln.

 

Phytotherapie

Die Phytotherapie (Heilkunde mit Pflanzen) hält unterschiedliche Mittel zur Therapie bei Gürtelrose bereit.

  • Das Johanniskraut lindert Schmerzen und wirkt stimmungsaufhellend.
  • Die Urtinktur der Ringelblume (Calendula Urtinktur) dient der äußeren Behandlung des Hautausschlages.
  • Der Sonnenhut (Echinacea purpurea) verhindert nach Erkenntnissen naturkundlicher Experten das Eindringen der Viren in die Zellen. Des Weiteren stärkt er auf seelischer Ebene die Abwehrkräfte.
  • Gegen den starken Juckreiz helfen in Apfelessig getränkte Verbände.
  • In der Abheilphase bewähren sich lauwarme Umschläge mit Eichenrinde oder Hamamelis (Zaubernuss). Diese beugen bakteriellen Infektionen vor und unterstützen die Wundheilung.
  • Aromatherapie
    Verdünnte Kamille-Lösungen fördern durch ein mehrmaliges Auftragen auf den gürtelartigen Ausschlag das Abheilen desselben. Wundheilungs-fördernd, antiviral, antibakteriell und schmerzlindernd wirken zudem Teebaumöl, Lavendel, Rose und die Rosengeranie. Ätherisches Pfefferminzöl gilt als schmerzstillend und kühlend.
  • Homöopathie
    Arsenicum album zeigt eine gute Wirkung. Es unterstützt das Abheilen der Bläschen.

 

Weitere Zosterformen

In der Regel präsentiert sich die Gürtelrose mit gedellten Bläschen, die eine wasserklare Flüssigkeit enthalten. Die Krusten sind gewöhnlich serös. Als Komplikation zeigt sich der sogenannte Herpes zoster haemorrhagicus, bei dem die oberflächlichen Kapillaren der Dermis (Haut) arrosieren.

Der Inhalt der Bläschen sowie die späteren Krusten zeigen sich hämorrhagisch (blutig). Verläuft die Krankheit schwer, kommt es zu einer nekrotisierten Dermis. Bei der Nekrose trocknet abgestorbenes Gewebe aus und schrumpft. Sie liegt unterhalb des Hautniveaus und zeigt sich als braunschwarzes Areal. Im Gegensatz zur hämorrhagischen Kruste erscheint die Nekrose eingesunken. Es dauert einige Wochen bis zum Abstoßen derselben. Sichtbar ist nun eine hypo- oder hyperpigmentierte flache sowie eingesunkene Narbe. Der Herpes zoster necroticans weist auf eine Immundefizienz hin. Der Zoster gangraenosus bezeichnet einen nekrotischen Zerfall des Bläschengrundes.

 

Kardiovaskuläre Erkrankungen als Folge der Gürtelrose

Die Gürtelrose steigert das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben. Gefährdet, einem Schlaganfall zu erliegen, sind insbesondere diejenigen Personen, welche die Gürtelrose-Erkrankung in jungen Jahren durchmachten. Das Risiko eines Herzinfarktes, eines Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (Mini-Schlaganfall) steigt durch die Herpes-Zoster-Erkrankung um zehn bis 15 Prozent.

 

Was kann man selber tun?

Die Behandlung der Infektion mit Herpes-Zoster Viren obliegt einem Arzt. Sie selbst können den Krankheitsverlauf durch verschiedene Maßnahmen positiv beeinflussen.

Körper:

  • Halten Sie in der akuten Phase Bettruhe bzw. schonen Sie Ihren Körper.
  • Kälte verschlimmert die Infektion und begünstigt die Ausbreitung der Viren.
  • Zusätzliches Vitamin B aus der Apotheke regt das Nervensystem an.
  • Benutzen Sie nur die durch den Arzt verordneten Salben.
  • Benutzen Sie während der Krankheit keine Parfüms, Cremes oder Seifen.

Immunsystem:

  • Stärken Sie das Immunsystem.
  • Vermeiden Sie den Konsum von Alkohol, Drogen oder Nikotin.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen nach dem Ampelprinzip.
  • Schlafen Sie ausreichend.

Seele:

  • 40 Prozent aller Herpes-Infektionen liegen psychosomatische Faktoren zugrunde.
  • Achten Sie auf einen ausgewogenen und gesunden Lebensstil.

weitere Themenschwerpunkte zur Erkrankung:

Gürtelrose in der Schwangerschaft:

Eine Gefahr durch Herpes-Zoster-Viren bei einer bestehenden Schwangerschaft besteht nur, wenn die werdende Mutter noch nicht an Windpocken erkrankt war. Betroffen sind vier Prozent der gebärfähigen Frauen.

Macht die Mutter im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft die Windpocken durch, führt dies unter Umständen beim Kind zum angeborenen Varizellen-Syndrom. Das Kind erleidet charakteristische Fehlbildungen der Gliedmaßen, des Gehirns, der Augen und der Haut. Die Gürtelrose als Zweitmanifestation stellt ein geringes Risiko dar, da sich im Blut der Mutter bereits Antikörper gegen den Erreger befinden und sie diese auf das ungeborene Kind überträgt.

 

Gürtelrose bei Kinder – Was gibt es zu beachten?

Die Gürtelrose bei Kindern ist äußerst selten. Herpes zoster kommt beispielsweise bei immunsupprimierten Kindern vor. Anderenfalls infizierten sie sich intra-uterin (in der Gebärmutter liegend) oder in ihren ersten Lebensjahren mit Varizellen.

Eltern immunkompetenter Kinder rechnen mit einem leichten Verlauf, der eine antivirale Therapie unnötig macht. Indiziert ist eine antivirale Behandlung bei immunsupprimierten Kindern, die an Gürtelrose erkrankten. Bei ihnen verläuft der Herpes zoster schwer. Unter widrigen Umständen führt sie zum Tod.

 

 

Der Videobeitrag zur Viruserkrankung

Das „Journal zur Gesundheit“ informiert Sie hier in einem Kurzfilm über die Erkrankung:

 

Wann müssen Sie als Betroffener zum Arzt?

Bei einem anfänglichen Verdacht und den ersten Anzeichen müssen Sie sofort zum Arzt! Besonders wenn Stellen im Gesicht betroffen sind – sofort zum Augenarzt!

Die Erkrankung durch den Varicella-Zoster-Virus nimmt in den meisten Fällen einen leichten Verlauf, im Durchschnitt heilt die Erkrankung nach 3-4 Wochen vollkommen aus.

Ein Risiko besteht bei Schwangeren, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Wenn Sie erste Anzeichen wie Nervenschmerzen bemerken  gehen Sie so schnell wie möglich zu Ihrem Hausarzt um die Symptome abklären zu lassen.

Wichtig: Die Behandlung der Gürtelrose  muss so schnell wie möglich beginnen, um so eher die Therapie eingeleitet wird, desto höher ist die Möglichkeit einer schnellen Heilung.

 

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Literatur und Quellen

Innere Medizin 2011 Gerd Herold und Mitarbeiter
Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen/ Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.
Harrisons Innere Medizin. Dt. Ausg. der 17. Aufl. Hrsg. der dt. Ausg. M. Dietel et al. ABW Wiss.-Verl. GmbH, 2009,
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.htm
Gilderman LI, Lawless JF, Nolen TM, et al. A double-blind, randomized, controlled, Clinical and Vaccine Immunology: CVI
Leung J, Harpaz R, Molinari NA, Jumaan A, Zhou F. Herpes zoster incidence among insured persons in the United States,
Levin MJ. Zoster vaccine. In: Plotkin SA, Orenstein WA, Offit PA, eds. Vaccines. 5th ed. Philadelphia, PA: Saunders Elsevier,


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