Fachbeirat Med. Anna Nilsson, ( aktualisiert 19.11.2016 ) Kontrolle: Lea Schnurbus

Gürtelrose (Herpes zoster)

Patienteninformation zur Krankheit, den Ursachen und Therapien

Die Gürtelrose ist eine Viruserkrankung die sich durch einem gürtelähnlichen, stark schmerzender Hautausschlag zeigt. Mediziner bezeichnen Sie in ihrer Fachsprache als Herpes Zoster. Sie gilt als Zweitmanifestation des Varizella-Zoster-Virus, der zu der Gruppe der Herpesviren gehört. Zum Entstehen der Erkrankung bedarf es einer Erstinfektion mit Varizella-Zoster-Viren, diese findet gewöhnlich im Kindesalter statt und ruft die Windpocken hervor. Eine gewisse Anzahl der Viren verbleibt nach dem Abheilen der Windpocken im Nervensystem und können im späteren Leben mehrfach eine Gürtelrose auslösen. Wir informieren Sie hier umfassend zu den Auslösern und Ursachen, den Symptome und Komplikationen, sowie den Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten.

Die 7 wichtigsten Fakten vom Mediziner:

Gürtelrose Fachexperte Dr. med. Nikolaus Frühwein

Der Fachexperte Dr. med. Nikolaus Frühwein,
Facharzt für Allgemeinmedizin und Impfungen.
Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen informiert Sie:


1. Was sind Auslöser und Risikofaktoren der Gürtelrose?

Die eigentlichen Auslöser der Reaktivierung der Viren sind unbekannt. Es scheint sich um einen relativen Immunmangel zu handeln. Dies kann z.B. auch altersbedingt oder durch Stress oder Krankheit hervorgerufen werden.

2. Welche Altersgruppen und Geschlechter sind besonders gefährdet?
Die höhere Altersgruppe (Maximum bei etwa 70 Jahren) und Frauen sind überdurchschnittlich betroffen

3. Wie wird die Gürtelrose durch den behandelnden Arzt diagnostiziert?
In den meisten Fällen kann der Mediziner die Gürtelrose durch die äußeren Bläschen und den Ausschlag feststellen. Um ganz sicher zu gehen können verschiedene weitere Diagnoseverfahren oder der Erreger-Nachweis über Blutuntersuchungen vorgenommen werden.

4. Welche Medikamente werden zur Behandlung verabreicht?
Es gibt gut wirksame Virustatika (Mittel gegen die Vieren). Wichtig ist die Behandlung der Schmerzen, damit diese sich nicht festsetzen.

5. Wie lange dauert die Erkrankung an?
Die Dauer und die Stärke der Verläufe variieren sehr stark. Häufig ist die Erkrankung nach 3-4 Wochen ausgeheilt, Schmerzen können aber oft über Monate anhalten.

6. Wie lange ist man für andere ansteckend?
Eine Ansteckungsgefahr für andere besteht bis die Bläschen verkrustet und vollständig abgetrocknet sind.

7. Kann man mehrfach erkranken?
Eine mehrfache Erkrankung ist möglich. Das auslösende Virus ist das Windpockenvirus und das verbleibt lebenslang in den Nerven.

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Videobeitrag hr Service Gesundheit informiert: Gürtelrose

Was ist eine Gürtelrose?

Lesezeit: 4 Minuten | Fachartikel

 

Gürtelrose Ursachen und Auslöser

Die Gürtelrose, medizinisch Herpes zoster genannt, wird durch den Ausbruch eines Virus-Erregers hervorgerufen, der als Ersterkrankung im Kindesalter Windpocken hervorgerufen hat. Verantwortlich dafür ist der Varizella-Zoster-Virus der zu den Herpes-Viren gehört und lebenslang in unserem Körper zu finden ist. Gürtelrose ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Nervensystems – Für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen kann es eine Risiko-Erkrankung mit Komplikationen und Folgeschäden sein.

Zu Beginn der Herpes Zoster Erkrankung kommt es zu einer Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren, die nach Erstinfektion in den Spinalganglien verblieben sind (Latenzphase). Diese Reaktivierung zeichnet ich durch eine Entzündung des Nervengewebes aus.

Der als Virus-Persistenz bezeichnete Vorgang betrifft vor allem den sogenannten Trigeminus-Ganglion und die Spinalganglien. Ein geschwächtes Immunsystem und andere Faktoren begünstigen eine Reaktivierung des Virus und damit den Herpes zoster. Diese geht mit Schmerzen und einem gürtelförmigen Ausschlag einher, welcher der Krankheit ihren Namen gab.

 

Varizella Zoster Viren als Ursachen der Gürtelrose

Varizella Zoster Viren gehören zu der Gruppe der Herpesviren, die bei Menschen und Wirbeltieren Krankeiten verursachen können. Diese Erreger werden von den Medizinern auch als humane Herpes Viren Typ 3 ( HHV3 ) bezeichnet.

Nach der Tröpfcheninfektion, welche bei der Ersterkrankung die Windpocken hervorruft, binden sich die Varizella Zoster Viren mithilfe von sogenannten Liganden an die Rezeptoren der Nervenfasern und verbleiben dort lebenslang.

Gürterose

Durch die Endozytose gelangen die Viren in das Axon und wandern bis zu den Spinalganglien, also bis zu den empfindlichen Nervenknoten oder auch bis zu den Hirnnerven. Dort können die Varizella Zoster Viren lebenslang verbleiben.

Der Varizella Zoster Virus ist also Ursache sowohl für die Windpocken als auch für die Gürtelrose. Allerdings kann man nur an Gürtelrose erkranken, wenn man bereits eine Windpocken – Erkrankung hinter sich hat. Deswegen erkranken die meisten Menschen häufig erst nach dem 45. Lebensjahr oder später an Gürtelrose.

Erste Ursache Windpocken

Nach einer Windpocken – Erkrankung, die zumeist im Kindesalter auftritt, bleiben die Varizella Zoster Viren im Organismus zurück und nisten sich in den Nervenzellen ein. Oftmals viele Jahre verharren die Varizella Zoster Viren sozusagen im Ruhestadium. Mediziner nennen diese Viren auch „Schläfer“.

Mit dem Alter können sich die Varizella Zoster Viren wieder reaktivieren und als Gürtelrose Ursachen auftreten. Begünstigt durch das Alter und die damit einhergehende Schwächung des zellulären Immunsystems, ist eine erneute Virusinfektion möglich. Diese erneute Virusinfektion durch die Varizella Zoster Viren ruft die Zweiterkrankung und somit die Gürtelrose Ursachen hervor. Dabei kommt es zu einem raschen Anstieg von Antikörpern, was dazu führt, dass die Vermehrung der Viren nur in einem oder nur in wenigen Ganglien stattfindet. Das wiederum bewirkt, dass die Erreger entlang der betroffenen Nerven in das Nervensegment absteigen können. Deswegen kommt es im Bereich des Stammes zu der halbseitigen und gürtelförmigen Ausbreitung der Bläschenbildung.

Gürtelrose Ursachen und unser Immunsystem

Das Immunsystem eines Organismus ist das biologische Abwehrsystem, welches Gewebeschädigungen, die durch Krankheitserreger hervorgerufen werden können, verhindert. Aber warum verhindert das Immunsystem die Gürtelrose nicht.

Dass das Immunsystem im Alter schwächer wird, liegt vor allem daran, dass die Bildung von B- und T-Lymphozyten im Alter verringert wird. Hinzu kommen die insgesamt weniger aktiven Abwehrzellen, was zu einer allgemeinen Schwächung der Immunabwehr führt. Gute Voraussetzungen also für die im Organismus eingelagerten Varizella Zoster Viren, sich zu diesem Zeitpunkt zu reaktivieren. Die Gürtelrose ist also auch ein Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystem sein. Dafür liegen die Gürtelrose Ursachen häufig an anderen Krankheiten.

Meist sind davon Patienten betroffen, die an Aids leiden, sich einer Chemotherapie unterziehen, an einer Tumorerkrankung leiden oder auch Immunsupressiva einnehmen müssen. Letzteres wird zum Beispiel bei vorangegangenen Organtransplantationen verabreicht, damit das Transplantat nicht von den körpereigenen Abwehrkräften abgestoßen wird.

Gürtelrose aufgrund Erkrankungen

Aber auch TNV – Blocker, welche bei rheumatischen Erkrankungen, wie beispielsweise rheumatoide Arthritis verabreicht werden begünstigen die Entstehung einer Gürtelrose.
In manchen Familien tritt Herpes Zoster, die Gürtelrose häufiger auf. Aus diesem Grund wird in dem Fall eine Vererbbarkeit als Ursache der Erkrankung an Gürtelrose angenommen.

 

Faktoren des zosters

Auslöser der Gürtelrose, fotolia.com

Gürtelrose, Symptomatik

Herpes Zoster zeigt zu Beginn der Krankheit Symptome wie Brennen und typischerweise kommt es zu starken Schmerzen in dem Hautbereich, der durch den Nervenstrang versorgt wird bzw. in dem Nervenstrang selbst, der von der Entzündung betroffen ist. Dabei werden Schmerzen, die vor oder begleitend mit dem Hautausschlag auftreten, als zosterassoziierte Schmerzen bezeichnet. Definitionsgemäß beschreibt die postzosterische Neuralgie oder postherpetische Neuralgie (PHN) den Schmerz, der nach der Hautsymptomatik auftritt und oftmals verbleibt.

DGK Guertelrose

von Fixi at de.wikipedia (Original text : Prof. Cremer) Wikimedia Commons

Der Manifestation des Zoster an der Haut geht in 80 % ein Frühstadium voraus, das etwa 3 – 5 Tage dauert. Die Symptome in dieser Phase können sehr unterschiedlich sein. Meist wird über allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und leichtes Fieber (B-Symptomatik) geklagt.

Darüber hinaus sind auch brennende Beschwerde,  ein Kribbelgefühl und umschriebene Schmerzen je nach befallenem Hautareal oftmals Anlass für Fehldiagnosen wie Herzinfarkt, Cholezystitis, Gallenkolik, Nierenkolik, Appendizitis und Bandscheibenvorfall.

Normalerweise wird von den charakteristischen Zoster-Hauterscheinungen ein Hautareal betroffen (Zoster segmentalis). Oftmals werden jedoch Überlappungen im Befall der Hautareale beobachtet. Die Überschreitung der Mittellinie des Körpers ist eher selten (sog. Zoster duplex). Ganz selten werden mehrere Hautsegmente asymmetrisch (auf beiden Körperseiten) befallen (1).

Verlauf der Gürtelrose

Im befallenen Nervensegment entwickelt sich schubweise ein schmerzhaftes, einseitiges und zunächst aus diskreten Flecken bestehendes Erythem (kleine erhabene Stellen mit Rötung der Haut. Innerhalb von 12 – 24 Stunden bilden sich in diesem Erythem meist gruppiert stehende reiskorngroße, prall gespannte Bläschen . Nach weiteren 2 – 4 Tagen kommt es zur Verschmelzung dieser Bläschen.

Bereits am 3. Tag können die Bläschen eintrüben, da sie sich mit Lymphe füllen. Im Anschluss daran platzen sie auf und können im Normalfall über ca. 7 – 12 Tage abtrocknen, wobei sich eine gelb-braune Borke ausbildet. Bei Patienten mit gesundem Immunsystem dauert der Zosterausschlag bis zur Lösung der Krusten normalerweise 2 – 3 Wochen.

Bei abwehrschwachen Patienten werden gelegentlich chronische Verläufe mit monatelang bestehenden Hautveränderungen und wiederholten Bläscheneruptionen beobachtet (2). Narbenbildungen treten häufig auf, insbesondere wenn es zu einer Zweitinfektion z. B. durch Bakterien kommt. In einigen Fällen kann der Ausschlag aber auch ganz ausbleiben. Die Ursache des Auftretens einer (postherpetische) Neuralgie ist nicht vollständig geklärt, kann jedoch manchmal auf eine Nervenschädigung zurückgeführt werden.

Gürtelrose Therapie

Das erste Ziel der Zosterbehandlung ist es, die Schmerzen des Patienten soweit wie möglich zu lindern. Des Weiteren ist es wichtig den Patienten mit einer systemischen Therapie antiviral zu behandeln, damit die Ausdehnung und Dauer der Hautveränderungen begrenzt wird und eine postzosterische Neuralgie und andere Komplikationen (z.B. Meningitis) verhindert oder abgemildert werden.

1. Symptomatische Therapie des Zosters

Hierbei handelt es sich lediglich um die Behandlung der Symptome ohne Einfluss auf die Ursache der Erkrankung.

  • Lokal wird abhängig vom Stadium des Exanthems entweder austrocknend und antiseptisch z.B. mit feuchten Umschlägen (Bläschenstadium), mit Lotio alba, Vioform-Zinkschüttelmixtur oder krustenlösend behandelt. Bisher existiert keine zufriedenstellende Lokaltherapie mit nachgewiesener antiviraler Wirksamkeit.
  • Für Schmerzfreiheit muss durch großzügige Gabe von Analgetika (Schmerzmedikamente) gesorgt werden.

 

2. Antivirale Therapie

Bei jungen Personen ohne Risikofaktoren heilt der umschriebene Zoster der Haut am Stamm und an den Extremitäten in der Regel auch ohne spezifische antivirale Therapie komplikationslos aus. Die antivirale Behandlung verkürzt jedoch den Heilungsverlauf und ist besonders wichtig, wenn mit einem komplizierten Verlauf des Zosters gerechnet werden muss.

Indikationen zur antiviralen Therapie:

  • Patienten ab dem 50. Lebensjahr
  • Patienten jeden Alters mit Zoster im Kopf-Hals-Bereich
  • schwerer Zoster am Stamm und an den Extremitäten
  • Immunsupprimierte (Chemotherapie, Kortikosteriodtherapie,AIDS/HIV, nach Transplantationen)
  • Patienten mit florider Dermatitis atopica und Ekzemen
  • Kinder und Jugendliche, die mit Salizylaten oder Kortikosteroiden dauertherapiert werden

 

Medikamente:

  • Aciclovir (intravenös) bei schwerem Krankheitsbild, insb. bei Immunsupprimierten
  • Aciclovir (oral)
  • Valaciclovir (oral) bei Immunkompetenten
  • Famiciclovir (oral) insb. bei Zoster ophthalmicus (mit Augenbefall) und Immunsupprimierten
    ab dem 25. Lebensjahr

 

3. Zusätzliche Therapie

Bei schweren Verläufen kommen zusätzlich Hyperimmunglobuline und Interferon-Beta zum Einsatz. Dabei können Hyperimmunglobuline vor der Erkrankung schützen, wenn sie innerhalb von 96 Stunden nach Exposition gegeben werden. Es handelt sich um eine sogenannte passive Immunisierung.

Die postzosterische Neuralgie kann durch Gabe von Koanalgetika (z.B. Antikonvulsiva wie Carbamazepin, trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin) kontrolliert werden. Dabei ist eine Kombination mehrerer Medikamente bis zum Erreichen der vollständigen Schmerzenfreiheit sinnvoll.

Gürtelrose Wirkungsweise Grafik

Der Krankheitsverlauf der Gürtelrose beginnt mit dem Ausbruch der Infektion. Hierbei spielen die Varizella-Zoster-Viren eine tragende Rolle. Diese befinden sich als latente Viren im Körper der Betroffenen, sofern diese im Kindesalter an den Windpocken litten. Der als Gürtelrose beschriebene Herpes Zoster tritt ausschließlich bei Personen auf, die diese Erreger in sich tragen. Der Ausbruch der Gürtelrose hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vorwiegend resultiert die Erkrankung aus einem geschwächten Immunsystem.

 

Gürtelrose Risikofaktoren

Die nach einer Windpocken-Erkrankung im Körper verbliebenen Gürtelrose Erreger (Varizellen) gelten als ursächlich für diese Erkrankung. Zu den bekannten Risikofaktoren, die zu einer Reaktivierung der im Körper schlummernden Varizella-Zoster-Viren führen, gehören das Alter der Personen und ein geschwächtes Immunsystem. Letzteres ruft verschiedene Erkrankungen hervor. Zu ihnen gehören angeborene sowie erworbene Immundefekte, verursacht durch:

  • Krebs
    Krebs schwächt das Immunsystem.
  • Chemotherapie
    Die Chemotherapie erfolgt durch Medikamente mit zellzerstörender Wirkung. Neben den Krebszellen vernichten sie gesunde Zellen, wie die des Immunsystems.
  • AIDS
    Bei dieser Immunschwäche-Erkrankung zerstört das HI-Virus sogenannte T-Zellen, die zu denen des Immunsystems zählen.
  • Medikamente
    Einige Erkrankungen erfordern es, das Immunsystem zu dämpfen. Dies geschieht durch sogenannte Immunsuppressiva, zu denen die bei Rheuma angewandten TNF-Blocker zählen.
  • oder andere Infekte
    Infekte verschiedener Art begünstigen eine Gürtelrose, indem sie die Körperabwehr in Mitleidenschaft ziehen.

Vorsicht geboten ist beim Sonnenbad. UV-Strahlung in hohen Dosen verstärkt die Gefahr eines Sonnenbrandes und erhöht das Risiko an einer Gürtelrose zu erkranken. In der Regel geschieht die Reaktivierung des Herpes-Zoster Virus in Verbindung mit der Immunschwäche erst Jahrzehnte nach der Erstinfektion.

Daher bemerken Betroffene die ersten Symptome des Herpes Zoster nach Stress-Reaktionen, einer Operation oder nach einer Krankheit. Vor dem Auftreten der eigentlichen Erkrankung kommt die Vorläufer-Phase der Gürtelrose. Experten bezeichnen diese als Prodromalphase. Hierbei zeigt sich der Krankheitsverlauf der Gürtelrose unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei der Vielzahl der Patienten treten allgemeine Erkrankungs-Symptome auf. Zu diesen gehören:

  • Kopfschmerzen,
  • geschwollene Lymphknoten,
  • Abgeschlagenheit
  • und Fieber.

Ein Viertel der Patienten klagt über ein Brennen entlang der peripheren Rückennerven. An diese Bahnen lagern sich die Varizella-Zoster-Viren an. Des Weiteren entsteht bei den Betroffenen ein Taubheitsgefühl in der jeweiligen Hautstelle. Charakteristisch für die Gürtelrose zeigt sich die gürtelförmige Ausbreitung des entstehenden Ausschlags. Neben dem Rücken betrifft die Krankheit unter Umständen weitere Hautpartien. Zu diesen gehören:

  • das Gesicht,
  • die Hände,
  • die Füße,
  • Beine und Arme
  • sowie das Gesäß.

Vorwiegend treten die dumpfen Schmerzen auf einer Seite des Körpers auf. Abhängig von dem Krankheitsverlauf der Gürtelrose kommt es zu einem klein- oder großflächigen Ausschlag. Dieser entsteht erst in der Akutphase der Erkrankung. Die akute Phase des Herpes Zoster beginnt zwei bis drei Tage nach dem Auftreten der uncharakteristischen Symptome.

Auf den schmerzenden oder brennenden Hautstellen bildet sich der typische Ausschlag. Die mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllten Bläschen entstehen entlang des Versorgungsgebiets des von den Erregern befallenen Nervs. Bei dem Herpes Zoster zeigen sich die typischen Pusteln eng gruppiert. Die Haut um die Pickelchen sieht rötlich und gespannt aus. Somit erinnert das Krankheitsbild entfernt an die Windpocken. Im Gegensatz zu dieser Krankheit bleibt die Gürtelrose auf einen bestimmten Bereich begrenzt.

Am dritten bis fünften Tag des Krankheitsverlaufs der Gürtelrose erreicht der Ausschlag seinen Höhepunkt. Einige der Bläschen platzen auf und hinterlassen kleine Wunden. Die austretende Flüssigkeit enthält die Varizella-Zoster-Viren. Kommt gesunde Haut mit den Erregern in Kontakt, droht eine Folge-Infektion mit der Gürtelrose. Auf den sich öffnenden Pusteln bildet sich Schorf.

Einige Patienten klagen in der Akutphase der Erkrankung über eine Überempfindlichkeit der betroffenen Hautstellen. Bereits leichte Berührungen führen zu Schmerzen. In der Fachsprache nennt sich dieses Phänomen Allodynie. Der Schorf fällt zwei bis drei Wochen nach der Infektion ab. Bei einem milden Krankheitsverlauf der Gürtelrose vergehen ohne Behandlung vier bis sechs Wochen, bis der Ausschlag komplett abgeheilt ist.

 

Formen der Gürtelrose Erkrankung (Lokalisation)

Wo die Gürtelrose auftritt, wird durch das Versorgungsgebiet der befallenen Nerven bestimmt. In ca. 50-56% der Fälle treten die Symptome des Herpes Zosters im Bereich des Brustkorbes (Interkostalnerven) auf (3). Gelegentlich können auch Rücken, Arme oder Beine betroffen sein.

  • Zoster ophthalmicus sind Gesicht und Augen betroffen (Nervus ophthalmicus aus dem Nervus trigeminus). Diese Form tritt in 20% der Fälle auf. Sind die Augen betroffen, kommt es durch Hornhautvernarbung teilweise oder vollständig zur Erblindung. Bei Befall der Gesichtsnerven (Nervus facialis) kann es zu vorübergehenden Lähmungserscheinungen oder Verlust des Geschmackssinns kommen.
  • Zoster oticus bezeichnet einen Befall des Gehörgangs der Ohrmuschel oder beidem. Mögliche Folgen sind hier neben den typischen starken Schmerzen Schwerhörigkeit (Nervus cochlearis) und Störungen des Gleichgewichtssinnes (Nervus vestibularis). Unbehandelt kann es zu dauerhafter Hörbeeinträchtigung oder Taubheit kommen.
  • Zoster generalisatus bezeichnet einen Befall des gesamten Nervensystems. Diese Krankheitsform ist lebensbedrohlich, tritt aber üblicherweise nur bei starker vorheriger Schwächung des Immunsystems auf (z. B. bei AIDS/HIV, Chemotherapie oder nach Transplantationen).
  • Zoster genitalis tritt im Genitalbereich auf. Er zieht über das ganze Geschlechtsteil teils großflächig bis auf die Oberschenkel. Im Lymphabflussgebiet des betroffenen Hautareals lassen sich nicht selten geschwollene Lymphknoten nachweisen.

Bei Streuung der Viren im Blut kommt es zum Zoster disseminatus, der nur bei ca. 1 – 2% immunkompetenter Patienten, bei abwehrgeschwächten Patienten jedoch häufiger beobachtet wird. (4)

Welches Hautareal Herpes zoster betrifft, ist nicht vorhersehbar. Es existieren jedoch Häufungen. Prinzipiell kommt jedes von einer sensiblen Nervenwurzel versorgte Hautareal (Dermatom) in Betracht. Möglich sind die Erscheinungen der Gürtelrose

  • in der Kniekehle
    Diese Form des Herpes zoster tritt selten auf. Der Name der Erkrankung trifft hier nicht zu, weil die Nervenbahnen in diesem Bereich nicht gürtelförmig verlaufen.
  • am Bein
    Das Auftreten am Bein tritt in der Regel aufgrund der dort verlaufenden Rückenmarksnerven an den Oberschenkeln auf.
  • am Rücken
    Der Ausschlag befindet sich bei dieser Form des Herpes zoster in der Nähe des Rückenmarks und der Nervenbahnen. Der Ausschlag brennt stark aufgrund der empfindlichen Nierengegend und der anhaltenden Nervenüberreizung.
  • im Brustbereich
    Die Gürtelrose im Brustbereich ist mit über 50 Prozent weit verbreitet. Der Ausschlag beginnt am Rücken und zieht sich ähnlich einem Gürtel über den Brustkorb des Betroffenen.
  • am Hals
    Herpes zoster am Hals bedarf aufgrund der Gefahr von Komplikationen besonderer Aufmerksamkeit und erfordert wie die Kopfrose zwingend einen Besuch beim Arzt.
  • am Kopf (Kopfrose)
    Bei einer Gürtelrose am Kopf sind sehr sensible Bereiche betroffen die zu Komplikationen am Sehnnerv führen können. Verschleppt der Betroffene die Herpesviren sind schwere Folgeschäden möglich.

Diese und weitere Formen des Herpes zoster finden Sie im Rahmen der möglichen Komplikationen hier auf der Startseite und ausführlicher in der entsprechenden Kategorie näher beschrieben.

 

Inkubationszeit der Gürtelrose

Als Inkubationszeit bezeichnen medizinische Fachleute den Zeitraum nach dem Kontakt mit einen Erreger und dem der ersten Symptomatik der Erkrankung. Daher sprechen sie nur bei der Erstmanifestation „Windpocken“ von der Inkubationszeit. Sie dauert bei der Ersterkrankung 14 bis 16 Tage.

Ob oder wann die Herpes-Zoster-Erkrankung auftritt, weiß niemand zu sagen. Die Zeit zwischen der Erstinfektion und der Reaktivierung der Viren bezeichnen Mediziner als Latenzzeit. Sie ist individuell verschieden und dauert bei immunkompetenten Personen ein Leben lang.

 

Symptomatik der Gürtelrose

Die Symptomatik beginnt mit dem drei bis fünf Tage andauernden Prodromalstadium. Sie kennzeichnet das Nichtvorhandensein spezifischer Symptome. Stattdessen machen allgemeine Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie Parästhesien (Missempfindungen) und Fieber [subfebrile Temperatur (37,1 °C bis 37,9 °C rektal gemessen) bis leichtes Fieber (febril – 38,0 °C bis 38,5 °C)] auf die kommende Erkrankung aufmerksam.

Weiter geht es mit zoster-assoziierten Schmerzen, bei denen es sich um neuropathische Schmerzen wie Brennen oder Stechen handelt. Als charakteristisches Merkmal der Gürtelrose gilt der gewöhnlich einseitig auftretende als Zoster bezeichnete Hautausschlag.

Ungefähr 50 Prozent der Lokalisation liegen im Rumpfbereich, wo die Nerven von der Wirbelsäule (von hinten) gürtelförmig um den Oberkörper (nach vorne) verlaufen. Der Zoster beginnt mit einer Rötung und endet mit gruppierten flüssigkeits-gefüllten Bläschen, die sich zunächst eintrüben und anschließend aufplatzen. Als Folge bilden sich Krusten. Der Herpes zoster endet in der Regel mit dem Abfallen derselben.

 

Die Gürtelrose Bläschen (Vesiculae) und deren Verkrustung

Als Bläschen bezeichnen Mediziner die Ansammlungen von Flüssigkeit in den oberflächlichen Gewebs-Spalten der Haut. Histologisch und klinisch betrachtet bezeichnet eine Blase die Schicht oberhalb der Spaltbildung (Blasendach).

Der Blaseninhalt ist die Flüssigkeit in der Spaltbildung, der Blasengrund die Schicht unterhalb der Spaltbildung. Reißt das Dach der Blase, entleert sich diese. Es bildet sich eine Erosion. Der Inhalt der Blase und das nachfolgende Sekret trocknen ein. Eine Kruste entsteht. Diese kennzeichnet, histologisch betrachtet, ein Fribrin-Netz mit eingelagerten Entzündungszellen.

Mechanische Irritationen oder Superinfektionen führen zu Verletzungen von Blutgefäßen in der Haut. Es kommt zum Blutaustritt, wodurch sich eine hämorrhagische (blutige) Kruste bildet.

 

Arztbesuch bei Gürtelrose Verdacht erforderlich

Der Herpes zoster erfordert die sofortige Behandlung durch einen Arzt, da Komplikationen nicht auszuschließen sind. Der Betroffene reagiert entsprechend, wenn er aufgrund von Symptomen eine Gürtelrose vermutet. Des Weiteren erfordern auftretende Lähmungserscheinungen sowie Beschwerden in Augennähe einen sofortigen Arztbesuch.

Wann sollten Betroffene den Arzt aufsuchen?

In der Regel konsultieren die Patienten beim Auftreten der ersten Schmerzen ihren Hausarzt. Dieser verschreibt den Betroffenen Virostatika. Die Präparate sorgen für einen gemilderten Krankheitsverlauf der Gürtelrose. Eine Vernichtung der Erreger zeigt sich nicht möglich. Daher therapieren die Mediziner ausschließlich die Symptome der Erkrankung. Gegen den Ausschlag helfen lindernde Lotionen. Diese bestehen hauptsächlich aus Ölen. Auch fetthaltige Salben beeinflussen den Zustand der betroffenen Hautstellen positiv.

Neben der symptomatischen Therapie existiert die antivirale. Sie kommt bei einem schweren Krankheitsverlauf der Gürtelrose zum Einsatz. Ebenso verschreiben die Ärzte Medikamente, wenn die Patienten älter als 50 Jahre sind oder bei bekannter Immunschwäche. Die Dauer des Behandlungs-Verlaufs unterscheidet sich bei den Betroffenen. In der Regel klingt der Herpes Zoster nach drei Wochen ab.

 

Gürtelrose – Was kann man selber tun?

Die Behandlung der Infektion mit Herpes-Zoster Viren obliegt einem Arzt. Sie selbst können den Krankheitsverlauf durch verschiedene Maßnahmen positiv beeinflussen.

Körper:

  • Halten Sie in der akuten Phase Bettruhe bzw. schonen Sie Ihren Körper.
  • Kälte verschlimmert die Infektion und begünstigt die Ausbreitung der Viren.
  • Zusätzliches Vitamin B aus der Apotheke regt das Nervensystem an.
  • Benutzen Sie nur die durch den Arzt verordneten Salben.
  • Benutzen Sie während der Krankheit keine Parfüms, Cremes oder Seifen.

Immunsystem:

  • Stärken Sie das Immunsystem.
  • Vermeiden Sie den Konsum von Alkohol, Drogen oder Nikotin.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen nach dem Ampelprinzip.
  • Schlafen Sie ausreichend.

Seele:

  • 40 Prozent aller Herpes-Infektionen liegen psychosomatische Faktoren zugrunde.
  • Achten Sie auf einen ausgewogenen und gesunden Lebensstil.

 




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Literatur & Quellen

Bloss et al., 2001, Rusthoven et al. 1988; Hoppenjans et al. 1990; Kost, Straus, 1996, Hope-Simpson, 1965; Ragozzino et al., 1982; Meister et al., 1998a Meier, Straus, 1992; Cohen et al., 1998

Innere Medizin 2011 Gerd Herold und Mitarbeiter
Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen/ Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie e.V.
Harrisons Innere Medizin. Dt. Ausg. der 17. Aufl. Hrsg. der dt. Ausg. M. Dietel et al. ABW Wiss.-Verl. GmbH, 2009,
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Leung J, Harpaz R, Molinari NA, Jumaan A, Zhou F. Herpes zoster incidence among insured persons in the United States,
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Bildlizenz: Gürtelrose ohne Windpocken © librakv – Fotolia.com